SANDOW BIRK – JACQUES CALLOT
The Depravities of War – Die Schrecken des Krieges
24. Juli bis 3. Oktober 2010
24.07.2010
In 122 x 244 cm große Sperrholzplatten wurden über ein Jahr lang Motive einer Chronik geschnitten, die auf den ersten Blick durch ihr vertraut wirkendes Vokabular und die Bildkonventionen sowie das Schwarz-Weiß unaufgeregt wirken. Tatsächlich beruft sich Birk auf den Radierzyklus „Schrecken des Krieges“, in dem Jacques Callot (1592-1635) 1633 die Unmenschlichkeit des Dreißigjährigen Krieges anprangerte und der in der Ausstellung dem neuen Zyklus gegenübergestellt wird. Birk greift dessen Bildsprache und Stilistik auf und collagiert aus den Medienbildern, die wir im Kopf haben, wenn wir an den Irakkrieg denken, seine Holzschnitte.
Die Großformate wurden 2006/07 auf Hawai geschnitten, gedruckt und herausgegeben von der Huipress in Makawao. Als Vorlagen dienten Tusch- und Federzeichnungen, in denen sich Birk mit Callot auseinandergesetzt hatte. Diese wurden am Kopierer mehrfach hochvergrößert und für die Umsetzung als Holzschnitte arbeitete der Künstler mit bis zu vier Mitarbeitern zusammen. Der Druck einer Platte in der Auflage von fünf Exemplaren benötigte einen ganzen Tag.
Die Serie wurde mehrfach in den USA gezeigt. Die Ausstellung in Reutlingen ist die zweite europäische Einzelpräsentation des in Long Beach bei Los Angeles lebenden Künstlers, der in der Vergangenheit zahlreiche Stipendien erhielt, z. B. 2007 die Smithsonian Institution Fellowship, Washington. Sandow Birk ist in den USA als Zeichner, Grafiker und Filmemacher bekannt, dessen Arbeiten sich auf politische Ereignisse oder soziale Themen wie Gewalt in Städten beziehen.
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