Ehrenamtlicher Taubenwart gesucht
Taubenpopulation - Kontrollierte Fütterung und Gelegetausch
Die Stadt Reutlingen betreibt mit Hilfe eines seit Jahren ehrenamtlich engagierten Bürgers in zwei städtischen Gebäuden einen Taubenschlag, um durch kontrollierte Fütterung und Gelegetausch die Taubenpopulation auf ein gesundes Maß zurückzuführen.
Tauben bewohnen seit Jahrhunderten unsere Städte und Dörfer. Konflikte zwischen Taubenliebhabern und deren Gegnern entstehen dabei fast zwangsläufig. Es geht uns alle an, die Population der Tiere in Grenzen zu halten und gleichzeitig die Art gesund zu erhalten.
Der Landestierschutzbeirat Baden-Württemberg hat hierzu bereits im Juli 2005 Empfehlungen ausgearbeitet mit denen ein verträgliches Miteinander und Gleichgewicht erreicht werden kann. Mit folgendem Link können Sie sich die Empfehlung als PDF-Datei herunterladen:
Die Vergiftung, das gezielte Schießen oder das Aufstellen von Totschlagfallen sind in Deutschland verboten. Auch für die "Taubenpille" gibt es in der Bundesrepublik keine Zulassung. Die Taubenpopulation kann deshalb nur durch eine kontrollierte Fütterung der Tiere in Taubenschlägen oder Taubenhäusern und durch die Einhaltung des Taubenfütterungsverbots auf ein gesundes Maß zurückgeführt werden.
Gefährdung der Gesundheit, Beeinträchtigung von Gebäuden
Nach der aktuellen Literatur ist davon auszugehen, dass Tauben im Regelfall keine besondere Gesundheitsgefährdung für den Menschen darstellen. Eine Gefährdung besteht nur bei direktem Kontakt mit Tauben und deren Kot.
Die Gefährdung von Bausubstanz durch Taubenkot wird häufig überschätzt. Der Kot soll nach Angaben in der Fachliteratur keine aggressive Wirkung gegenüber Baustoffen haben. Tauben verschmutzen durch ihren Kot Flächen an ihren bevorzugten Aufenthaltsorten an und in Gebäuden unter Umständen erheblich, was zu entsprechendem Reinigungsaufwand führen kann.
Was tut die Stadt Reutlingen?
In zwei städtischen Gebäuden (in der Georgenstraße und am Willi-Brandt-Platz) werden mit Hilfe des ehrenamtlich tätigen Taubenwarts Wolfgang Wießner die Tauben gefüttert und deren Gelege nach Eiern abgesucht. Diese Eier werden dann gegen Gips- bzw. Kunststoffeier ausgetauscht, so dass keine Nachkommen entstehen können. Nach einer fast zweijährigen Wartezeit ist es nun endlich gelungen, die Tauben aus dem Schwarm am Reutlinger Zentralen Omnibusbahnhof (Willi-Brandt-Platz) an den dort eingerichteten Schlag zu gewöhnen und dort auch zum Brüten zu bewegen.
Für Hinweise auf weitere geeignete Gebäude in der Nähe von vorhandenen Taubenschwärme, die sich für den Gelegetausch eignen, wäre die Stadt dankbar.
Was können die Reutlinger Bürger tun?
Die Reutlinger Bürgerschaft kann einen wesentlichen Beitrag zur Reduzierung und Gesunderhaltung der Tauben dadurch leisten, dass das Taubenfütterungsverbot auf den öffentlichen Straßen und Gehwegen sowie in den Grün- und Erholungsanlagen eingehalten wird. Insbesondere das Füttern mit Fast-Food, Backwaren und Süßspeisen bringt für die Tiere die Gefahr einer Fehlernährung mit sich und leistet keinen Beitrag zur Populationskontrolle.
Eigentümer von Gebäuden, in denen Tauben nisten, können in eigener Verantwortung den Gelegetausch vornehmen.
Interessierte Bürger, denen die Gesunderhaltung der Tiere und die Verminderung der Population gleichermaßen am Herzen liegen, können sich bei der Stadtverwaltung Reutlingen melden und nach einer Eingewöhnungsphase z. B. einen der städtischen Taubenschläge übernehmen. Unser Taubenwart Wolfgang Wießner würde sich sehr über tatkräftige Unterstützung sehr freuen.

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