Blick auf die Achalm
Die Burg Achalm um 1030
Die Burg Achalm auf einem Stich des L. Ditzinger 1620

"Die Achalm"
von Gustav Schwab

Da steht noch Turm und Burgverlies vom Schloss, das ich genannt, Doch wie es einst vor Zeiten hieß, Ist keinem mehr bekannt.

Die alte Sage spricht es kaum noch halbvernehmlich nach,
wie einst die Burg auf diesem Raum vor zorn’ger Fehde brach.

Der Letzte war es vom Geschlecht der hier bestritten ward,
von Arme stark, von Sinn gerecht nach frommer Stammesart.

Er schirmt’ und schützte Hof und Haus lang vor der stärkern Macht, Da trieben ihn die Flammen aus, und mitten in die Schlacht.

Er ließ den Bau wohl stürzen ein, er sah nicht hinter sich,
Den Boden wollt’ er doch befrei’n der keinem Feuer wich.

Den Pfeil, den todesträchtigen, empfängt sein tapfres Herz,
Sein Rufen zum Allmächtigen verschlingt der letzte Schmerz.

Doch was er rief in letzter Not, das halbe Wort: "Ach allm..."
Das hat gewiss getönt vor Gott als wie ein ganzer Psalm.

Ja selbst dem Feinde klang es schön, das ernste Scheidewort, Er baute frisch auf diesen Höhn, und hieß "Achalm" den Ort.

Das Menschwerk zerfallen ist, der Berg steht fest und hoch,
Achalm so heißt zu dieser Frist sein Gottesname noch.

Der Reutlinger Hausberg - Die Achalm

Die Achalm gehört zu Reutlingen genauso wie die Marienkirche oder das Tübinger Tor. Der Gipfel liegt 707 m hoch. Die Achalm ist ein sogenannter Zeugenberg, aus weißem Jura bestehend wie die noch ca. 10 km entfernte Schwäbische Alb. Sie ist Beweis (Zeuge) dafür, dass vor Jahrmillionen der Weißjura-Block der Alb bis mindestens hierher reichte. Leider sind von der im 11. Jahrhundert von den Grafen Egino und Rudolf erbauten Burg nur noch wenige Mauerreste und der um 1838 wieder aufgebaute Bergfried erhalten. Die Burg zerfiel schon im 15. Jahrhundert. Während des 30 Jährigen Krieges kam es zur endgültigen Schleifung der Burggemäuer, zudem wurden sehr viele Steine als Baumaterial von Stadthäusern verwendet. Auf den erhaltenen Fundamenten des Bergfrieds wurde 1838 ein 18m hoher Aussichtsturm errichtet.

Heute ist die Achalm als stadtnahes Ausflugsziel beliebt: Der ausgiebige Spaziergang auf den Gipfel wird mit einer spektakulären Aussicht auf die Stadt und die Schwäbische Alb belohnt.

Woher stammt der Name "Achalm"?

Ludwig Uhland behauptet in seiner Ballade "Schlacht bei Reutlingen" ein tödlich getroffener Ritter hätte noch "Ach Allm(ächtiger)" rufen wollen und dies hätte dann dem Berg und der Burg den Namen gegeben: „Ach Allmächt'ger!" wollt er rufen, – man hieß davon das Schloss.

Allerdings ist der Name Achalm weitaus unspektakulärer Herkunft. Achalm bedeutet schlicht  "Ache" (Bach) "an der Alm" (Bergweide) - also Bach, der an einer Bergweide entlang führt. Es ist jedoch nicht ganz sicher, welchen Bach (Ache) die Namensgeber der Achalm gemeint haben. Möglicherweise könnte es sich hierbei um den Aispach handeln, der oberhalb des Pfalzgrafenweges am Hang der Achalm seinen Ursprung hat.

07.07.2009
Am Ende des Spaziergangs auf die Achalm haben viele der über 100 Gipfelstürmer zwar keinen trockenen Faden mehr am Leib, ihr Urteil über den literarisch-historischen Gipfelsturm fällt dennoch rundum positiv aus: "Als Reutlinger muss man einfach dabei gewesen sein" resümieren manche, "durch das Gewitter ist ein unvergesslicher Nachmittag noch unvergesslicher geworden", bekräftigen andere.
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30.06.2009
Jetzt sind alle Reutlinger herzlich eingeladen, ihre Achalm höchstpersönlich in Besitz zu nehmen: Am Samstag, 4. Juli, ab 12.30 Uhr, bittet Oberbürgermeisterin Barbara Bosch zum "historisch-literarischen Gipfelsturm".
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10.06.2009
Die Stadt Reutlingen kauft von der Reutlinger Schafzüchterfamilie Hausch die Achalm.
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