SPD setzt Impulse in der Bildungspolitik Anfragen sollen schulische Konzepte fördern
"Bildung braucht Vertrauen und Perspektive", betont Helmut Treutlein, Förderschulrektor und Vorsitzender der SPD-Fraktion im Reutlinger Gemeinderats. Vertrauen und Perspektive, das habe die alte Landesregierung mit ihrer Bildungspolitik "von oben" nicht vermittelt, sagen die Sozialdemokraten. Hauptschüler haben keine Perspektive, deshalb seien der Hauptschule "die Schüler davongelaufen". Mit der grün-roten Regierung soll nun alles anders werden.
Statt von oben verordneter Bildungspolitik heißt es im Koalitionsvertrag: "Gute Schule wächst von unten. Viele Kommunen haben bereits Anträge auf die Genehmigung von neuen Modellschulen, die Kinder länger gemeinsam lernen lassen und besser individuell fördern, gestellt oder beabsichtigen dies zu tun. Wir setzen auf die Innovationskraft der Schulentwicklung von unten. Das Engagement der Bürgerinnen und Bürger, Schulträger, Kollegien, Schülerinnen und Schüler und weiteren Akteure vor Ort genießt unsere Wertschätzung. Wir werden Anträge für solche Schulmodelle genehmigen, wenn tragfähige und pädagogisch anspruchsvolle Konzepte vorliegen. Wir werden die Kommunen dabei unterstützen, diese Konzepte umzusetzen."
Hier will die Reutlinger SPD voranmarschieren, "wir wollen den Koalitionsvertrag mit Leben füllen bei der Beteiligung", "wollen Impulse setzen bei der Bildungspolitik". Für die Gestaltung von unten nach oben "brauchen wir die Familien, Eltern, Initiativen vor Ort", sagt Gemeinderat Sebastian Weigle. Der Wandel von der Dreigliedrigkeit zu mehr gemeinsamem Lernen in Gemeinschaftsschulen sei bundesweit Trend, hier müssten lokale Begründungen und Konzepte herausgearbeitet werden.
Dazu dient die SPD-Anfrage an die Stadtverwaltung, an welchen Schulen solche Konzepte im Gespräch sind. "Wir wollen in einer Art Erhebung die Aktivitäten zusammentragen", sagt Gemeinderat Thomas Keck. Angefragt wird auch, wie weit die Schulen in ihre konzeptionellen Überlegungen die Gemeinderatsgremien einbeziehen wollen. Solche Ansätze möchten die SPD- Gemeinderäte "als Mittler nach oben tragen und bündeln". Wichtig sei, "nicht bestehende gute Schulen abzuschaffen, sondern eine Weiterentwicklung anzustoßen".