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Meldung

OB Thomas Keck zu Lockerungen der Corona Verordnung





Liebe Reutlingerinnen,
liebe Reutlinger,

 
die von Bund und Ländern vereinbarten Lockerungen der Corona-Verordnung sind in dieser Woche auch in Reutlingen angekommen. Viele Geschäfte haben wieder geöffnet. Und als Folge davon bevölkern wieder deutlich mehr Menschen als in den vorangegangenen Wochen die Innenstadt. Ein Anblick, der mich sehr nachdenklich stimmt.
 
Einerseits befürworte ich diese ersten vorsichtigen Schritte zurück in Richtung Freiheit, weil ich weiß, dass die wirtschaftliche Not auch bei unseren Reutlinger Unternehmern und Dienstleistern groß ist. Insolvenzen müssen um jeden Preis vermieden werden!
 
In dieser Woche habe ich erstmals zu einem Austausch von Wirtschaft und Kommune in Corona-Zeiten eingeladen. Das Treffen soll künftig regelmäßig stattfinden. Was können wir tun, wo können wir unsere Einzelhändler, Dienstleister und Gastronomen unterstützen, wie können wir ihnen helfen, diese Krise zu überstehen? Diese Fragen bewegen auch mich – und ich werde mich selbstverständlich auch weiterhin dafür einsetzen, dass wir gute Antworten auf diese Fragen finden. Einiges haben wir dafür schon getan, und wir bleiben auch weiterhin dran!
 
Als die Bundeskanzlerin in der vergangenen Woche diese ersten vorsichtigen Lockerungen der Corona-Verordnung verkündete, war ich dennoch innerlich zerrissen.  Haben wir mit diesem Schritt nicht die falsche Hoffnung geweckt, dass die – von vielen heiß ersehnte – Rückkehr zur Normalität direkt bevor steht?  Wäre es nicht besser gewesen, noch einmal ein paar Wochen zu warten? Noch einmal Geduld aufzubringen, bis die Zahlen der Neu-Infektionen wirklich verlässlich belegen, dass wir auf einem guten Weg aus der Krise sind? Und ist es nicht geradezu fahrlässig, wenn Vertreter verschiedener politischer Ebenen schon jetzt laut über weitergehende Lockerungen, über größere Veranstaltungen oder über die Öffnung von Schwimmbädern philosophieren?
  
„Wer Geduld sagt, meint Mut, Ausdauer, Kraft“, hat Marie Freifrau von Ebner-Eschenbach einmal notiert. Ich persönlich denke, das sind die drei richtigen Tugenden, um diese Krise möglichst unbeschadet zu überstehen. Ja, es braucht Mut, um den Menschen zu sagen, dass sie die Einschränkungen ihres Alltags noch eine ganze Weile ertragen müssen – aber wer, wenn nicht wir, die wir freiwillig politische Verantwortung übernommen haben, sollte diesen Mut jetzt aufbringen? Und ja, es braucht auch Ausdauer, den Weg aus der Pandemie bis zum Ziel zu beschreiten. Erst recht, wenn man – wie ich – den renommierten Virologen Glauben schenkt, die prophezeien, dass wir dieses Ziel in diesem Jahr sicher nicht mehr erreichen. Und nicht zuletzt braucht es auch die Kraft, um zu einmal getroffenen politischen Entscheidungen zu stehen und sie umzusetzen.
 
Liebe Reutlingerinnen und Reutlinger, ich kann gut verstehen, dass Sie es genossen haben, in dieser Woche endlich wieder einmal bei strahlendem Sonnenschein durch die Innenstadt zu bummeln; ein Eis zu essen oder das eine oder andere einzukaufen, auf das Sie nun vielleicht wochenlang verzichten mussten; oder einfach mal wieder draußen zu sein und andere Menschen zu sehen! Ich appelliere dennoch an Sie: Halten Sie weiterhin Abstand zu Ihren Mitmenschen. Der Mindestabstand von 1,50 Meter hat auch weiterhin Gültigkeit! Vergessen Sie nicht, sich regelmäßig und gründlich die Hände zu waschen! Machen Sie Gebrauch von den Desinfektionsmitteln, die viele Händler zur Verfügung stellen. Nutzen Sie kontaktlose Zahlungsmöglichkeiten. Beachten Sie die ab Montag in Baden-Württemberg geltende „Maskenpflicht“ in Geschäften und im öffentlichen Nahverkehr und bedecken Sie Mund und Nase – auch, wenn Sie nur ein Tuch oder einen Schal nehmen. 
 
Sie und wir alle haben in den vergangenen Wochen Disziplin und Geduld bewiesen – und damit vielleicht sogar Leben gerettet. Ich bitte Sie von Herzen: Hören Sie jetzt nicht damit auf! Vergessen Sie nicht, dass die meisten Corona-Regeln trotz einiger Lockerungen noch immer Bestand haben. Dazu gehört, soziale Kontakte auch weiterhin auf den engsten Familienkreis zu beschränken.  Nehmen Sie auch weiterhin Rücksicht auf Menschen, die einer Risikogruppe angehören.
 
Auch, wenn wir hier in Deutschland dramatische Entwicklungen wie in Italien, Spanien oder in den USA bislang vermeiden konnten: Wir sind noch lange nicht über dem Berg! Über 5.000 Menschen sind alleine hierzulande verstorben. Menschen, die Angehörige hatten, die sich nicht einmal richtig von ihnen verabschieden konnten – und denen sie nun fehlen. Die derzeitige Entwicklung ist ein Erfolg, aber ein zerbrechlicher. Wenn wir jetzt zu sorglos damit umgehen, riskieren wir eine zweite Welle, die viel schlimmer werden kann als alles, was wir bislang erlebt haben!
 
Darum lege ich Ihnen ans Herz: Bleiben Sie geduldig, beweisen Sie auch weiterhin Solidarität und Eigenverantwortung!
 
Passen Sie auch weiterhin auf sich und Ihre Liebsten auf!
 
Ihr Thomas Keck
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