Stadtteil Rommelsbach
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Historisches

Erste Wappen von Rommelsbach Nennung im Mittelalter - Zur ersten urkundlichen Erwähnung Rommelsbachs kam es im Zusammenhang mit der Klostergründung in Zwiefalten. Aus seinem Besitz im Reutlinger Nordraum schenkte Graf Luithold von Achalm 1089/90 mehrere Bauernhöfe in Rommelsbach
dem neu gegründeten Kloster Zwiefalten, zu dessen Unterhalt Rommelsbacher Bauern mehr als ein halbes Jahrhundert durch Frondienste und Feudalabgaben beitrugen.

Zeugnisse der Frühgeschichte - Deutliche archäologische Überreste hinterließen die Kelten (800 bis 450 v. Chr.), die auf der Rommelsbacher Markung eine Reihevon Grabhügeln anlegten. Ausgrabungen zwischen 1825 und 1838 brachten zahlreiche Funde zutage.

Rommelsbach wird württembergisch - 1444 verkaufte die Reutlinger Patrizierfamilie Teufel die Ortsherrschaft Rommelsbach (Gerichts- und Verwaltungshoheit) an Graf Ludwig von Württemberg. Damit steht fest, dass der Nordraum für Jahrhunderte nicht zum Territorium der Reichsstadt Reutlingen gehörte, sondern zu Württemberg, das im Laufe der Zeit noch weitere Hoheitsrechte durch Kauf an sich brachte: 1586 vom Johanniterorden das kirchliche Patronats- und Zehntrecht, 1750 vom Kloster Zwiefalten die grundherrschaftlichen Rechte über 23 Rommelsbacher Bauernhöfe.

Aus der Kirchengeschichte Rommelsbachs - Ursprünglich war RommelsbachKirche von Rommelsbach
nach Oferdingen eingepfarrt und verfügte weder über eine Kirche noch über einen Friedhof. 1401 baute man in Rommelsbach die erste Kapelle und stiftete eine Frühmesse mit einem Hilfsgeistlichen. Oferdingen blieb jedoch die Hauptkirche. 1534 wurde in Oferdingen und Rommelsbach die lutherische Reformation eingeführt. 1643 brannten Kirche und Dorf in den Wirren des Dreißigjährigen Krieges nieder. Die Bevölkerung Rommelsbachs schmolz durch Mord, Hungersnot und Seuchen von 230 auf 112 Einwohner zusammen. Aber bereits 1650 wurde eine neue Kirche auf dem heutigen Friedhofsgelände erbaut, und 1681 erhielt Rommelsbach die lang angestrebte selbstständige Pfarrei, womit die Trennung von der Mutterkirche Oferdingen vollendet wurde.

Rathaus von Rommelsbach Entwicklung im 19. und 20. Jahrhundert - Das 19. Jahrhundert brachte mit der Ablösung der Feudalrechte zwar wirtschaftliche und rechtliche Fortschritte, mit der steigenden Bevölkerungszahl wuchs aber auch die soziale Not. Die inzwischen 600 Einwohner ließen sich nicht mehr ernähren. Um Abhilfe zu schaffen, baute man das Textilhandwerk aus. Viele versuchten ihr Glück in der Fremde. Allein zwischen 1852 und 1859 sind 57 Rommelsbacher vor allem nach Amerika ausgewandert. Mit der zunehmenden Industrialisierung fanden ab etwa 1860 viele Menschen im nahen Reutlingen Arbeit und Brot. In der Landwirtschaft spezialisierte sich Rommelsbach in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts vor allem auf den Obstanbau. Die 1829 entstandene Kirche und das 1839/40 errichtete Rathaus prägen bis heute das Ortsbild. 1910 wurde die Hauptdurchgangsstraße nach Reutlingen von der Egertstraße (über Rappertshofen) nach Osten auf die heutige Trasse (Württemberger Straße) verlegt und 1928 schließlich der Straßenbahnanschluss mit Reutlingen verwirklicht (1970 wieder eingestellt). Die Achalmstadt und das Dorf Rommelsbach waren sich entschieden näher gerückt. So lag es in der Logik der Entwicklung, dass Rommelsbach, bisher Oberamt Rommelsbach Tübingen, 1938dem Landkreis Reutlinge zugeordnet und 1974 nach Reutlingen eingemeindet wurde.                                      

Rommelsbach heute - dynamische Entwicklung im Nordraum - Der Stadtteil Rommelsbach zählt derzeit fast 6.000 Einwohner. In den 80er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts war Rommelsbach Wohnungsbauschwerpunkt der Stadt Reutlingen, was zu einem Zuwachs von 2.500 Einwohnern führte. So überwiegt heute die Funktion als Wohngemeinde.


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