Stadtteil Sondelfingen
Banner-Sondelfingen-1

Meldung

Mit vereinten Kräften


So sehen die "Reutlinger Holzbau-Module" von der Seite aus Am Dienstag beschließt der Gemeinderat zehn weitere Standorte zur Unterbringung von Flüchtlingen. An voraussichtlich sechs Standorten sollen schon bald "Reutlinger Holzbau-Module" stehen, in denen 800 Menschen eine vorübergehende neue Heimat finden. Ein Gemeinschaftsprojekt der besonderen Art, freut sich Erste Bürgermeisterin Ulrike Hotz: "Wir arbeiten mit vereinten Kräften daran, eine Lösung für die Flüchtlingsunterbringung zu finden, die weniger kostet als Container aus China, besser aussieht und hier in Reutlingen realisiert werden kann." Die Baudezernentin ist überzeugt, dass die Unterbringung in Zelten oder in Sporthallen so vermieden werden kann.

"Wir haben sofort zugesagt, als die Stadt auf uns zukam", so  Dipl. -Ing. Christopher Schenk, Vorsitzender der Kammergruppe Reutlingen der Architektenkammer Baden-Württemberg. Die Module seien optisch ansprechender als Container und kommen dem Grundsatz der Architekten, "Wohnen statt Unterbringung",  näher. Seine Kollegen sind derzeit unterwegs, um die Eignung der neuen Standorte zu prüfen. Ebenfalls bereits in den Startlöchern: 54 Handwerksbetriebe, also Zimmereien, Sanitär-, Heizungs- oder Elektrobetriebe aus Stadt und Kreis. "Ideal war, dass sämtliche Gewerke schon in der Konzeptionsphase mit am Tisch saßen", resümiert Ewald Heinzelmann, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft. 

Ein weiterer Vorteil des Konzepts: Die beteiligten Handwerker können Einzelteile wie Deckenelemente oder Wände in ihren Werkstätten bauen und lagern, das Aufstellen am Standort kann dann ganz schnell gehen, sagt Peter Geier, Leiter des städtischen Gebäudemanagements (GMR). 16 Gebäude mit jeweils 605 Quadratmetern auf zwei Ebenen lassen sich auf diese Weise realisieren. Je nach Bedarf gibt es Zwei- oder Dreibettzimmer, sodass in jedem Gebäude zwischen 32 und 48 Personen unterkommen können. "Die Zimmer haben Zwischentüren, wir können also auch Familien beherbergen", so Geier. Ein Gebäude kostet 720.000 Euro, für Außenanlagen und Erschließung kalkuliert der GMR-Chef weitere 300.000 Euro. Die "Reutlinger Holzbau-Module" schlagen nicht nur mit niedrigeren Kosten zu Buche als China-Container, die Aufträge an die hiesigen Handwerker können überdies freihändig vergeben werden. Als zeitlich befristete Unterkünfte dürfen sie in Industrie-, Gewerbe- oder Sondergebieten stehen - für maximal drei Jahre mit der Option auf Verlängerung für weitere drei Jahre. Danach werden sie umweltfreundlich und kostengünstig entsorgt.  

Stadt Reutlingen

Bleib in Kontakt!

Alles auf einen Blick