Im ersten Stock befinden sich:
Wohnstube
In diesem einzig beheizbarem Raum des Bauernhauses spielten sich Wohnen, Arbeiten und soziales Miteinander ab. Nähmaschine, Nähzeug und Schusterwerkzeug verweisen auf die Herstellung von Kleidung in der Stube.
Schlafkammer
Die neue Wohnkultur des 19. Jahrhunderts hielt auch in den Bauernhäusern Einzug: Linoleum statt Holzfußboden, Tapeten statt gekalkte Wände, Möbel mit Furnierimitation. Pinsel und andere Werkzeuge dokumentieren die Herstellungsverfahren.
Küche
Hier findet sich alles, was man zur Essenszubereitung benötigt- vom irdenen Geschirr über Steingut und Zinnschüsseln bis hin zu emaillierten Gefäßen und Porzellan.
Vorratskammer
Neben den traditionellen bäuerlichen Haltbarkeitsverfahren - Essig- und Schmalzhafen, Gefäßen mit eingelegten Eiern, Einmachgläsern – gibt es hier Dosen, Packungen und Werbematerialien der frühen Nahrungsmittelindustrie.
Ausgedingkammer
Im Altenteil lebten die Eltern des Hofbesitzers nach der Übergabe. Hier finden sich bemalte Möbel aus Betzingen, Trachtzubehör.
Trachtenraum
Die Betzinger Tracht ist das Sinnbild der Tracht im Königreich Württemberg schlechthin. Sie stieß durch ihre außergewöhnliche Farbigkeit und unterschiedlichen Erscheinungsformen in ganz Deutschland auf großes Interesse von Künstlern und Volkskundlern. Vor allem die bewusste Verwendung von Trachten bei der folkloristischen Rückbesinnung auf ein "heiteres Landleben" in der Kunst und Heimatpflege seit der Mitte des 19. Jahrhunderts förderte den Ruf Betzingens als „Trachtendorf“.
Eine "Hochzeitsgesellschaft" führt die unterschiedlichen Kleidungsvarianten der Betzinger Tracht vor: das Brautfräulein in der Tracht der Ledigen, die Braut im Festgewand der Verheirateten, der Brautführer im Weißkittel, der Bräutigam in Kirchgangstracht. Einen Kontrast zu den traditionsverhafteten Trachtenträgern bildet ein Paar in um 1900 moderner bürgerlicher Kleidung und ein Kind im Matrosenanzug.