Das zweite Obergeschoss

Vorraum zur Fruchtkammer:
Es werden Geräte für die Getreideernte - Garben und Seile, Bindenägel und Wetzkümpfe, Sichel und Dengelamboß, Gabeln und Rechen, Sensen und Handkarren - ausgestellt.

Fruchtkammer:
In diesem Raum lagerte in Säcken mit besitz- und statusanzeigenden Symbolen das ausgedroschene Korn auf der trockenen Bühne, bevor es zur Mühle transportiert wurde. Mit einer Getreideschütte wird der prozentuale unterschiedliche Anbau von Kornsorten in Betzingen um 1880 demonstriert.

Dachkammer:
Schlafkammer für Kinder und während der Erntezeit auch für Knechte und Mägde. Später schliefen unterm Dach die auswärtigen Schlaf- und Kostgänger: Fremde, die in den frühen Fabriken arbeiteten und in Betzinger Häusern logierten.

Heubarn:
Ausstellungsraum mit den Themen: Kirche, Schule, Obrigkeit, Industrialisierung, Künstler und Fotografen im Dorf, Spinnstube und Vereine.

Industrieinszenierung mit einem Wasserrad:
Betzingen ist als Standort der ersten Textilfabriken im Reutlinger Raum von besonderer Bedeutung. Entlang der Echaz mit ihren Wasserkraftwerken siedelten sich ab 1846 mehrere Industriebetriebe an. Betzingen gehört zu den frühen Arbeiterbauerndörfern Württembergs.

Künstler in Betzingen:
Seit der Mitte des 19. Jahrhundert reisten bedeutende Künstler von den Akademien in Düsseldof, München und Stuttgart nach Betzingen, um Motive für die damals sehr beliebten ländlichen Genrebilder zu suchen. Der Ort hatte in der Zeit zwischen 1850 und 1870 nahezu den Rang einer Künstlerkolonie. Bekannte Namen wie Reinhold Braun, Robert Heck, Caspar Kaltenmoser, Albert Kappis, Theodor Schüz, aber auch Anton Braith, Christian Mali, Theodor Pixis und Johann Sperl zählten zu den Künstlern im Dorf. Ihre Bilder aus Betzingen prägten die Darstellung des schwäbischen "Volkslebens". Über Nachstiche, die in auflagenstarken Illustrierten wie der "Gartenlaube", "Daheim" oder "Über Land und Meer" erschienen, fanden die Betzinger Motive weite Verbreitung. Betzinger in Tracht waren auch für die aufkommende Fotografie ein beliebtes Motiv. In Ateliers entstanden ganze Serien zum 'Volksleben in Schwaben', die auch als Postkarten verkauft wurden.
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