3. Preis

WICK + PARTNER, Architekten Stadtplaner, Stuttgart mit
g2-Landschaftsarchitekten, Stuttgart



Ziel der Verfasser ist es, ein Quartier zu entwickeln, das zwischen der östlich anschließenden Wohnsiedlung ‚Voller Brunnen‘ und dem westlich gelegenen Gewerbegebiet an der Storlachstraße vermittelt.
 
Mit der Kombination aus Punkthäusern, Mehrspännern und Zeilen-/Winkelbauten gelingt eine städtebauliche Konfiguration, die hohe freiräumliche Qualitäten ermöglicht.
Die Wohnungsgrundrisse sind klar angelegt, die Räume gut belichtet. Die durchschnittliche Wohnungsgröße ist gemessen am Ziel, möglichst günstigen Wohnraum zu schaffen, relativ hoch.
 
Steinerne Plätze stehen für öffentliches Leben, Kommunikation und Beziehungen auch über die Gebietsgrenzen hinaus. Die Konzentration der gewerblichen Nutzungen in den Erdgeschosszonen der angrenzenden Gebäude bedeutet eine klare Schwerpunktbildung und stärkt dieses Prinzip der Öffentlichkeit.
 
Grüne Gartenhöfe ergänzen als weichere Elemente das System und fördern das kommunikative nachbarschaftliche Leben innerhalb des neuen Quartiers.
Zusammen mit den steinernen Plätzen bilden sie abwechslungsreiche Raumfolgen,
Orte für Spiel und Bewegung, ebenso wie für Ruhe und Aufenthalt. Private Freiflächen sind vergleichsweise großzügig dimensioniert.
 
Die Grünverbindung mit Fußweg entlang der angrenzenden Gewerbebauten wird begrüßt, die vorgeschlagene Fortsetzung des Weges bis zur Sondelfinger Straße wäre wünschenswert. Retentionsflächen und Spielbereiche sind noch wenig differenziert.
Die Anordnung zweier Tiefgaragen mit ihren Erschließungen von der Christophstraße ist schlüssig. Positiv wird gesehen, dass wesentliche Bereiche im Freiraum nicht unterbaut sind – so ist auch die Entwicklung großkroniger Bäume möglich. Kritisch hinterfragt wird das System der Doppelparker.
 
Ebenerdige öffentliche Stellplätze sind v.a. im Straßenraum vorgesehen; das neue Quartier bleibt oberirdisch weitgehend autofrei. Die Konzentration der Stellplätze am KiFaZ wird kritisch beurteilt – als Auftakt für das Quartier und Einführung in die neue grüne Fußwegeverbindung zur Storlachstraße wäre hier auch eine großzügigere Aufweitung vorstellbar. Fahrradabstellplätze finden sich in den Erdgeschossen der Gebäude. Ob ihre Anzahl für die Quartiersbewohner ausreicht, bleibt offen.
 
Insgesamt beeindruckt die Arbeit mit ihrer sehr sensiblen Reaktion auf die benachbarte Wohnsiedlung. Angesichts der massiven westlichen Gewerbestrukturen und vor dem Hintergrund einer Innenentwicklung mit angemessener Flächenausnutzung wäre aber an diesem Ort eine höhere Dichte anzustreben.
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