Obstbaumsammlung in der Pomologie

23. Herzogin Olga

Herzoginapfel Olga

  • Herkunft:
    An der Wilhelma Stuttgart 1860 von Hofgärtner Müller gezogen
  • Verwendung:
    Tafel- und Wirtschaftsapfel, auch Brennfrucht
  • Pflückreife:
    Ende August
  • Genussreife:
    Etwa 3 Wochen
  • Bewertung:
    Kurze Lagerfähigkeit
  • Besonderheiten:
    Geruch und Geschmack ähnlich Klarapfel
  • Geschichte:
    Johann Baptist Müller (1813 - 1892) wurde 1838 in der Wilhelma speziell für die Obst-Treiberei eingestellt. Bereits 1841 gelangte er in die Stellung eines Hofgärtners der Wilhelma und trat 1844 die Nachfolge von Oberhofgärter J. W. Bosch an. Bis zu seinem Tod war er für sämtliche gärtnerischen Belange im Wilhelma-Park und Rosensteinpark zuständig. Von ihm existieren noch einige Pflege- und Arbeitsanweisungen. Während seiner Amtszeit wurden die Pflanzenbestände der Wilhelma immer umfangreicher. Beispielsweise wurden die Rosenpflanzungen immer wieder erneuert und ergänzt, die Sommerpflanzungen immer stärker ausgeweitet und der Anbau von Spalierobst vorangetrieben. Durch den Ausbau der Gewächshäuser konnten auch immer mehr exotische Pflanzen, wie Ananas, tropische Seerosen und auch die immer größer werdenden Pflanzensammlungen (Kamelien, Fuchsien)
    untergebracht werden. Nebenbei betrieb er einige eigene Züchtungen. Von Obstsorten und Rhododendron ist es belegt. In den 1860-Jahren hatte er rund 40 verschiedene Wilhelma-Rhodendron-Sorten angezogen, leider waren sie nicht ganz winterhart und mussten deshalb aufwendig geschützt bzw. in Gewächshäuser verbracht werden. Sämtliche Pflanzen wurden offensichtlich von seinem Nachfolger vernichtet. Die wilhelmaeigenen Züchtungen gingen somit vollständig verloren.
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