Der knallgrüne Europäische Laubfrosch (Hyla arborea) ist eine von 19 heimischen Amphibienarten. Ginge es nach seinem Gefährdungsstatus müsste er eigentlich knallrot gefärbt sein. Denn zusammen mit zehn weiteren Amphibienarten steht er auf der Roten Liste der Amphibien und Reptilien Baden-Württembergs. Zu den Gründen hierfür zählen unter anderem der Verlust von Lebensräumen, der Straßenverkehr, Umweltgifte und auch der Klimawandel.
Die Reutlinger Seen im Markwasen sind wichtige Laichgewässer für eine Vielzahl unterschiedlicher Amphibien wie beispielsweise der Erdkröte (Bufo bufo) und dem Grasfrosch (Rana temporaria). Auch im Markwasen ist ein Rückgang der Amphibienzahlen zu beobachten. Dank des ehrenamtlichen Engagements der Mitglieder vom BUND Kreisverband Reutlingen werden seit 1990 wertvolle statistische Daten erhoben. Laut BUND Kreisverband Reutlingen wurden in den besten Jahren fast 6.000 Amphibien dokumentiert, wohingegen es bei den Zählungen im Jahr 2025 nur noch 1.142 Tiere waren. Der Einsatz der ehrenamtlichen „Amphibienretterinnen und Amphibienretter“ ist daher unentbehrlich für den Fortbestand der Amphibienpopulationen.
Die Stadtverwaltung setzt sich ebenfalls seit Jahrzehnten für den Amphibienschutz ein. Nachstehend sind einige Beispiele städtischer Schutzmaßnahmen aufgelistet:
- Amphibientunnel und Leiteinrichtungen sorgen für eine sicherere und möglichst ungehinderte Wanderung
- Verkehrsberuhigungen während der Amphibienwanderungszeit begünstigen eine sicherere Straßenüberquerung
- Abdeckungen von Gullys schützen die Tiere vor dem Hineinfallen und Verenden
- Befischungen der Laichgewässer reduzieren die Laichräuber (z. B. ausgesetzte Fische)
- Optimiertes Mähmanagement trägt zum Schutz der Amphibien bei
Die Anstrengungen zum Schutz der Amphibien müssen fortgesetzt und ausgeweitet werden, um dem dramatischen Rückgang entgegenzuwirken. Eine gute Chance dazu bieten auch die laufenden Biotopverbundplanungen der Stadt. Einige der Amphibien zählen zu den Zielarten. Für sie werden populationsfördernde und -erhaltende Maßnahmen (z. B. Schaffung von sogenannten Trittsteinbiotopen) geplant und umgesetzt.
Aber auch jede und jeder Einzelne kann sich für den Amphibienschutz einbringen. Die folgende Auflistung liefert Ideen und Beispiele:
- Eine aktive Unterstützung (z. B. Mithilfe beim Krötenzaunaufbau) der ehrenamtlichen „Amphibienretterinnen und Amphibienretter“ hilft den Tieren während ihrer gefährlichen Wanderungszeit
- Ein amphibienfreundlich gestalteter Garten (z. B. fischfreier Teich zum Laichen, Komposthaufen zum Überwintern) schafft Lebensräume für die Tiere
- Abgesicherte Schächte (z. B. Abdeckung, Ausstiegshilfe) schützen die Tiere vor dem Hineinfallen und Verenden