Burkhardt+Weber Fertigungssysteme GmbH

Die Firma Burkhardt und Weber im Jahr 1925

 „Top secret“ – Die Entwicklung und Konstruktion der „MT3“

1957 kam ein ganz besonderer Auftrag von dem amerikanischen Elektronik- und Raumfahrtkonzern „Hughes Aircraft Company“. Sie wollten eine von ihnen mit dem M.I.T. (Massachusetts Institute of Technology) entwickelte NC-Steuerung (Steuerung von Werkzeugmaschinen, bei der die Informationen von einem elektronischen Rechner numerisch eingegeben und die Steuerbefehle dann in Arbeits- und Bewegungsabläufe umgesetzt werden) mit einer Werkzeugmaschine kombinieren und diese auf dem amerikanischen Markt verkaufen. Die Werkzeugmaschine sollten die Reutlinger Ingenieure entwerfen und konstruieren, die aus Radio-Röhren gebaute NC-Steuerung sowie alle elektrischen und hydraulischen Schalt- und Steuerelemente brachten die Amerikaner in das Projekt ein. Von den Ingenieuren wurde schnell erkannt, dass Werkzeugmaschinen in Zukunft dadurch sehr flexibel werden würden und sich die Bearbeitungszeiten von Werkstücken deutlich verringern würden.
Der Wunsch der Amerikaner war, die Werkzeuge automatisch aus einem Magazin in die Arbeitsspindel einzuwechseln – ein absolutes Novum zu der Zeit. Der Werkzeugwechsel dauerte drei Sekunden. Das Werkzeugmagazin war bereits in der Lage, bis zu 35 Kilogramm schwere Fräs- und Ausbohrwerkzeuge aufzunehmen. Die Maschine bestand aus drei Einheiten: die Universaleinheit mit dem Werkzeugmagazin für 30 Werkzeuge und dem automatischen Werkzeugwechsler, der Gelenkspindeleinheit sowie der Fräseinheit für schwere Fräsarbeiten.
Auf der internationalen Werkzeugmaschinenausstellung 1959 in Paris wurde der Prototyp der Maschine vorgestellt. Die neu entwickelte Maschine und damit das weltweit erste NC-gesteuerte Bearbeitungszentrum wurde 1962 in London erstmals der Öffentlichkeit präsentiert. Für Burkhardt+Weber war die Entwicklung der MT3 der Einstieg in die weitere Entwicklung und Konstruktion von Bearbeitungszentren – bis zum heutigen Tag.

Ein ehemaliger Mitarbeiter der Firma war in der Anfangszeit der Entwicklung MT3 mit dabei. Er erinnert sich: „Das war eine Leistung, so etwas gab es zu der Zeit noch nicht. Die Amerikaner kamen zu Burkhardt+Weber, brachten ihre Steuerung mit und wir konstruierten die passende Werkzeugmaschine dazu. Die Bearbeitungsstoleranz der Werkstücke betrug +/- 0,03mm, was sensationell war.“
 

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