Ausbau der Kindertagesbetreuung in Reutlingen

Ausbau der Betreuungsplätze

Beim Ausbau versucht die Stadt Reutlingen weiterhin dem Grundsatz “kurze Beine – kurze Wege“ zu folgen. Das heißt es werden Plätze entsprechend des Bedarfs in den einzelnen Planbezirken geschaffen, um Kindern und ihren Familien soweit wie möglich wohnortnahe Kindertageseinrichtungen zu bieten. Dies ist aus pädagogischer Sicht unter anderem von Bedeutung im Hinblick auf Freundschaften und ein Weiterspielen mit Spielpartnern nach der Kindertagesbetreuung und im Übergang in die Schule. Ein wesentlicher rechtlicher Faktor ist die zumutbare Entfernung einer Einrichtung zum Wohnort. Es gibt hier keine klare Definition über die Zumutbarkeit. Die vereinzelten Urteile bewerten logischerweise die jeweilige Situation vor Ort. Als Richtgröße geht die Stadt Reutlingen von ca. 5 Kilometern aus.

In Reutlingen werden parallel drei Formen des Ausbaus verfolgt, um zahlreiche Plätze zu schaffen ohne dabei an Qualität für die Kinder, ihre Familien und die Mitarbeitenden zu verlieren.

1. Ausbau im Bestand durch Verdichtung

In allen Einrichtungen wurden die Räumlichkeiten innen, die im Außenbereich zur Verfügung stehenden Flächen, der Raumzuschnitt sowie die sanitären Anlagen geprüft. Sofern diese Faktoren es zulassen, wurden und werden die Einrichtungen um eine halbe oder ganze Gruppe erweitert. In einigen Fällen bedarf es dabei Umbauten, wie zum Beispiel dem Einziehen einer Trennwand, um die notwendigen Gruppenräume zu schaffen. Auch brauchen alle Kinder einen Garderobenplatz.

Um die Qualität der Kindertageseinrichtungen zu stärken, wurden im Zuge der Veränderungen die Öffnungszeiten und Betriebsformen bedarfsorientiert angepasst.

Pro Kind steht durch diese Verdichtung weniger Raum zur Verfügung, z. B. weil der Bewegungsraum als Gruppenraum genutzt wird und nicht zusätzlich zur Verfügung steht. Die Anforderungen des Kommunalverband für Jugend und Soziales werden weiterhin erfüllt. Der Fachkraft-Kind-Schlüssel bleibt ebenfalls vollständig erhalten, was durch die Schaffung zusätzlicher Stellen gelingt.

Sollten eines Tages mehr Kinderbetreuungsplätze bestehen als notwendig, kann und sollte diese Verdichtung wieder aufgelöst werden.

Weitestgehend abgebaut wurden die sogenannten 2+ Plätze für Kinder zwischen 2 und 3 Jahren, die in einzelnen Einrichtungen im Bereich der 30-Stundenbetreuung bestanden. An Stelle von 4 Kindern bis 3 Jahren können in der Regel 8 Kinder ab 3 Jahren aufgenommen werden. Diese Umwandlung ist pädagogisch zu befürworten und wird daher nicht wieder rückgängig gemacht.

Diese Umwandlungen sind im Rahmen der hier aufgeführten Platzschaffungen nicht dargestellt.

2. Ausbau durch Anbau/Erweiterung bestehender Kindertageseinrichtungen

Alle Kindertageseinrichtungen, die auf den ersten Blick einen großzügigen Außenspielbereich hatten, wurden auf die Möglichkeit einer baulichen Erweiterung geprüft. Aufgrund der Geländestruktur, Vorgaben im Bebauungsplan, Versorgungsleitungen etc. war dies nur in wenigen Fällen machbar. Wo die Möglichkeit bestand, die Kindertageseinrichtung um einen Anbau für mindestens zwei Gruppen zu erweitern, wurde das Gebäude entsprechend angebaut oder aufgestockt. Dabei wurde das Bestandsgebäude stets saniert.

Insgesamt wurden 3 Kindertageseinrichtungen auf diese Art erweitert und während der Bauphase in Provisorien untergebracht. Neben den folgenden zwei Beispielen war dies das Katholische Kinderhaus St. Franziskus.

Ausbau durch Anbau/Erweiterung bestehender Kindertageseinrichtungen - Beispiel städtischer Kindergarten Humboldtstraße
Erweiterung städtischer Kindergarten Humboldtstraße

Beispiel: Städtischer Kindergarten Humboldtstraße
Vom zweigruppigen Regelkindergarten zum viergruppigen Kindergarten mit verlängerten Öffnungszeiten und Frühstücksbaustein.

Ausbau durch Anbau/Erweiterung bestehender Kindertageseinrichtungen - Beispiel städtisches Kinderhaus Schopenhauerstraße
Erweiterung städtisches Kinderhaus Schopenhauerstraße

Beispiel: Städtisches Kinderhaus Schopenhauerstraße
Vom dreigruppigen Kindergarten mit Regelbetreuung und verlängerten Öffnungszeiten zum fünfgruppigen Kinderhaus mit Betreuungsmöglichkeiten von sechs bis zehn Stunden am Tag mit vollständiger Essensversorgung (Frühstück, Imbiss, Mittagessen, Nachmittagsimbiss).

Neben dem Anbau wurden in einigen Einrichtungen angrenzende Räumlichkeiten, die bisher nicht für die Kindertagesbetreuung genutzt wurden, für neue Gruppen um- bzw. ausgebaut.

3. Ausbau durch Neubauten

In Planungsbezirken mit zu geringem Bedarfsdeckungsgrad und in Bezirken, in denen aufgrund Aufsiedlung ein sinkender Bedarfsdeckungsgrad zu erwarten ist, müssen neue Kindertageseinrichtungen gebaut werden. Bei größeren Baugebieten wird oftmals eine Kindertageseinrichtung in den Neubauten mit eingeplant, die durch den Bauträger realisiert wird.

Des Weiteren müssen Kindertageseinrichtungen, die nicht mehr saniert werden können oder deren Sanierung nicht mehr wirtschaftlich wäre, ersetzt werden. Um dem Platzbedarf Rechnung zu tragen, erfolgt in diesen Fällen mit dem Neubau eine Erweiterung der Einrichtung. Ebenfalls gibt es Einrichtungen, die auf neuen, bisher unbebauten Grundstücken entstehen. Durch die Vielzahl an Neubauten versucht man, soweit möglich, Synergieeffekte zu nutzen. So werden beispielsweise 3 Einrichtungen baugleich errichtet. In der Regel erfolgt die Federführung bei diesen Bauprojekten durch das städtische Gebäudemanagement oder die GWG - Wohnungsgesellschaft Reutlingen mbH in Zusammenarbeit mit der pädagogischen Fachabteilung.

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