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Sprungbrett zur „Überschienung der Alb“ 1892


Menükarte zur Eröffnungsfeier der Echazbahn 1892. Ehrengast beim Festessen im Hotel Kronprinz am Listplatz war der damalige württembergische Ministerpräsident. StadtA Rt., S 1 Nr. 68
In Sachen Regional-Stadtbahn war man in Reutlingen vor 125 schon einmal einen Schritt weiter gewesen als heute: Im Juni 1892 konnte nach fast drei Planungsjahrzehnten die „Echatzbahn“ zwischen Reutlingen und Honau feierlich eröffnet werden. Ein Jahr später wurden der Albaufstieg und rund ein Jahrzehnt später ab Kleinengstingen die Anbindungen an die Donautalbahn sowie an die Hohenzollerische Landesbahn realisiert.
 
Das Regionen-übergreifende Schienenprojekt ermöglichte direkte Zugverbindungen von der Achalmstadt bis nach Münsingen und Ulm beziehungsweise bis nach Gammertingen und Sigmaringen. Es sollte allerdings kein komplettes Jahrhundert bestehen. Die wachsende Dominanz des Individualverkehrs ab den 1950er-Jahren bedeutete unter anderem auch das Aus für die Echazbahn. Der Zahnradbahnbetrieb auf der Honauer Steige wurde 1969 eingestellt und der Personenverkehr zwischen Reutlingen und Honau 1980.
 
Aus Anlass der „Echatzbahn-Eröffnung“ vor 125 Jahren erinnert das Stadtarchiv mit einer kleinen Wandvitrinen-Ausstellung an dieses Kapitel der Stadt- und Eisenbahngeschichte. Zu den Einweihungsfeierlichkeiten am Mittwoch,  den 1. Juni 1892, hatte sich eigens der württembergische Ministerpräsident Freiherr von Mittnacht nach Reutlingen und ins Echaztal begeben.
 
Schon für das Nebelhöhlenfest am darauf folgenden Wochenende empfahlen die Veranstalter auf beschwerliche Anreisen zu Fuß oder per Kutsche zu verzichten. Mit Verweis auf entsprechende Beschwernisse empfahl eine Amtsblatt-Annonce 1892: „Und wer dies nicht ertragen kann, will Zeit und Müh ersparen, komm auf der neuen Echatzbahn zu uns herauf gefahren.“ Mit „herauf“ war nun allerdings der Bahnhof Oberhausen gemeint. Die fußläufigen Freuden eines Albaustiegs zur Höhle selbst waren im Fahrpreis inklusive.
 
Die kleine Archivalienschau präsentiert Druckschriften, Bände  und  Fotografien. Hierzu  zählt etwa die Speise- und Weinkarte zum „Festessen zur Eröffnungsfeier der Echatzbahn“ 1892, bei der unter der Bezeichnung  „Champagner“ verschiedene  deutsche Sekte ausgeschenkt wurden. Der Ausschnitt eines Lageplans von 1892 wiederum illustriert den damaligen Gleisverlauf der Echazbahn im Bereich der 1906 errichteten List-Brücke.
 
Eine Aufnahme zeigt schließlich die letzte Abfahrt eines Schienenbusses vom Hauptbahnhof Reutlingen nach Honau am 30. Mai 1980. Der Wegfall der entsprechenden Gleisanlagen ermöglichte in der Folgezeit die Ausweitung der PKW-Stellplätze entlang der Bahnhofstraße.

Die Wandvitrinenausstellung vor den Diensträumen des Stadtarchivs kann bis Ende Oktober zu den Öffnungszeiten der Rathaus-Eingangshalle besichtigt werden.


Die  Echazbahn schemenhaft unter Dampf: Vom Bahnhof Honau aus führte ab 1893 eine Zahnradbahntrasse auf die Albhochfläche.  StadtA Rt., S 105/1 Nr. 221/25     Die Aufnahme von Wolfgang Geisel zeigt die letzte Abfahrt eines Schienenbusses nach Honau am 30. Mai 1980. StadtA Rt., S  163 Nr. 13/8 (Aufnahme: Wolfgang Geisel)
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