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Zum 50. Todestag von Ernst Ziegler
Die Sammlung Ziegler im Städtischen Kunstmuseum Spendhaus


Aus Gönningen stammende Künstler Ernst Ziegler Genau 50 Jahre bevor der Hamburger Bauunternehmer Peter Kemna im Jahr 2004 dem Spendhaus seine exquisite Holzschnittsammlung übergab, konnte die Stadt Reutlingen schon einmal eine wertvolle Kunstsammlung entgegennehmen: Die 1578 Papierarbeiten und die 394 Ölgemälde, die Ernst Ziegler 1954 der Stadt schenkte, bilden gewissermaßen den Grundstock der städtischen Sammlung.

Ernst Ziegler, der 1874 in Gönningen geboren wurde, war ein überaus erfolgreicher Samenhändler. Zusammen mit seinem Bruder betrieb Ziegler die bedeutende Samengroßhandlung Ottomar & Ernst Ziegler mit Niederlassungen in Erfurt, München und im niederländischen Haarlem. Ernst Ziegler war aber vor allem auch ein enthusiastischer Kunstkenner und leidenschaftlicher Kunstsammler. Auf seinen zahlreichen Reisen in viele europäische Länder besuchte er immer wieder die großen Museen Europas. In München, wo Ernst Ziegler mehr als 40 Jahre lebte, bevor er 1945 nach Reutlingen übersiedelte, führte er ein offenes Haus, in dem Künstler und Kunststudenten regelmäßig aus- und eingingen.

Nach und nach baute Ernst Ziegler eine bedeutende Sammlung auf. Hierfür kaufte er in Galerien, in Antiquariaten, bei Auktionen und immer wieder auch direkt von den Künstlern oder ihren Nachlassverwaltern. Ernst Ziegler sammelte bevorzugt Arbeiten auf Papier, vor allem Zeichnungen und Aquarelle. Durch seine persönliche Nähe zur Münchner Kunstszene liegt der Schwerpunkt seiner Sammlung bei der Münchner Schule des 19. Jahrhunderts. So finden sich dort zum Beispiel Arbeiten von Künstlern wie Georg von Dillis, Otto Faber du Faur, Carl Spitzweg, Wilhelm Leibl oder Franz und Ferdinand Kobell. Aber auch die übrige deutsche Kunst des 19. Jahrhunderts ist mit ihren wichtigsten Protagonisten vertreten, so etwa mit Ludwig Richter, Hans von Marées oder auch Max Liebermann. Daneben umfasst die Sammlung aber auch zahlreiche italienische, französische und niederländische Zeichnungen aus dem 17. und 18. Jahrhundert.

Bereits 1931 hatte Ernst Ziegler einen Teil seiner Sammlung der Staatsgalerie Stuttgart geschenkt, um sie einer größeren Öffentlichkeit zugänglich zu machen. 1954 erfolgte dann die Schenkung an die Stadt Reutlingen. In Zusammenhang mit dieser großherzigen Tat wurde ihm dann auch die Ehrenbürgerwürde der Stadt Reutlingen zuerkannt. Im gleichen Jahr wurden Teile Sammlung in Reutlingen in der Ausstellung „Meisterzeichnungen des 19. Jahrhunderts“, die im Spendhaus stattfand, schließlich auch erstmals öffentlich gezeigt.

Unbekannter deutscher Künstler des 19. Jahrhunderts, Baumstudie Immer wieder haben fachkundige Wissenschaftler die Sammlung oder bestimmte Teile in Augenschein genommen und dabei stets ihre Bedeutung betont, so etwa in den in den Jahren 1968 und1972 Dr. Heinrich Geissler, der spätere Leiter der Grafischen Sammlung an der Staatsgalerie Stuttgart, oder zuletzt seine Nachfolgerin Frau Prof. Ulrike Gauss. Was die Arbeit mit der Sammlung allerdings stark einschränkt, ist die Tatsache, dass sie mit Ausnahme des kleinen Konvoluts der japanischen Farbholzschnitte, für das 1999 ein Bestandsverzeichnis erschienen ist, bisher nicht wissenschaftlich erschlossen ist. Das größte Problem sind die Zuschreibungen, die überwiegend von Ernst Ziegler selbst vorgenommen wurden und in vielen Fällen einer kritischen Überprüfung nicht standhalten. Bei vielen qualitätvollen Werken sind daher die Herkunft, Datierung und Autorschaft leider noch ungeklärt. Dabei besteht unter den Fachleuten Einvernehmen in der Einschätzung, dass sich eine konsequente Aufarbeitung der Bestände lohnen würde und sicher auch einige Überraschungen ans Licht bringen würde, auch wenn sich nicht alle Zuschreibungen etwa an Künstler wie Caspar David Friedrich oder Adolf von Menzel bestätigen würden.

Ludwig Richter, O du fröhliche, o du selige Pfingstenzeit    Unbekannter deutscher Künstler des 19. Jahrhunderts, Sitzender Künstler vor der Staffelei (aus der aktuellen Auswahl)

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