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725 Jahre Bürgermeister in Reutlingen


Reutlingen im Jahr 1292: Berthold von Überlingen verzichtet gegenüber dem Stift St. Johann zu Konstanz auf alle Ansprüche an seinem Hof zu Beuren. Unter den Urkundszeugen des Rechtsgeschäfts erscheint erstmals ein Bürgermeister. (Foto: Landesarchiv KA) Die Bürgermeister haben in Baden-Württemberg eine besonders starke Position: Sie stehen dem Gemeinderat und gleichermaßen der Stadtverwaltung vor, sie repräsentieren die Stadtgemeinde nach außen. Ihre Führungsrolle wird durch die direkte Volkswahl und eine lange Amtszeit von acht Jahren unterstrichen. In Reutlingen wie in den meisten schwäbischen Reichsstädten lässt sich das Bürgermeisteramt über Jahrhunderte zurückverfolgen, in Reutlingen bis ins Jahr 1292.
 
Aus Anlass dieser Ersterwähnung vor 725 widmet das Stadtarchiv den Anfängen des Bürgermeisteramtes und seinen frühen Amtsträgern eine Wandvitrinenausstellung. Die eher beiläufige Erwähnung des ersten Reutlinger Bürgermeisters in einer Urkunde, die sich im Karlsruher Generallandesarchiv erhalten hat, steht für eine prägende Entwicklung in der Verfassung der jungen Reichsstadt. Während zuvor der vom Achalmer Burgvogt eingesetzte Schultheiß die Geschicke der Stadt maßgeblich bestimmte und dem Stadtgericht vorsaß, trat nun mehr und mehr der gewählte Bürgermeister an die Spitze der Stadtgemeinde. Die Erwähnung des Bürgermeisteramts begründet so auch ein Stück gemeindlicher Selbstverwaltung unter der Achalm. In sozialer Hinsicht änderte sich dadurch allerdings wenig: Die Schultheißen wie die Bürgermeister entstammten einer aus Adeligen und Mitgliedern der städtischen Führungsschicht bestehenden kleinen Gruppe.
 
Der Wahlvorgang des auf ein Jahr gewählten Bürgermeisters wird erstmals in einer Urkunde Kaiser Ludwigs des Bayern 1343 festgehalten. Demnach waren die führenden Geschlechter der Stadt wie die Becht, Teufel und Ungelter, darüber hinaus aber auch die Vertreter der zwölf Zünfte wahlberechtigt. Seine endgültige Form fand der komplizierte Wahlvorgang dann rund dreißig Jahre später in einer von Karl IV. bestätigten Wahlordnung. An die Bürgermeisterwahl und den damit verbundenen Eid, der Stadt und ihrer Bürger Wohlergehen zu wahren, erinnert heute noch das Schwörtagsfest, das wie einst jedes Jahr am zweiten Sonntag nach dem Ulrichstag stattfindet. Ob sich die Zünfte zur Zeit Ludwigs des Bayern ihre Mitbestimmung wie in anderen Städten in gewalttägigen Auseinandersetzungen erkämpfen mussten, wird in den zeitgenössischen Quellen nicht angesprochen. Lediglich der Ulmer Dominikanermönch Felix Fabri wusste gut einhundertfünfzig Jahre später zu berichten, dass das vermögende Patriziergeschlecht der Ungelter nach Zunftkämpfen in der Stadt das Feld räumen musste. Reutlingen damals also kein Ort für Millionäre!
 
Die Ausstellung vor den Räumen des Stadtarchivs im Erdgeschoss des Rathauses kann zu den Öffnungszeiten der Stadtverwaltung besichtigt werden.
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