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Was lange währt, wird endlich wahr:


Bauschild für den Scheibengipfeltunnel Dort, wo zur Feier des Tages zehn Spatenblätter in der Augustsonne glänzen, schmiegt sich schon bald das Südportal des Scheibengipfeltunnels an die Achalm: Der Spatenstich am Dienstag hat einen Schlusspunkt unter 42 Jahre langwieriger Verhandlungen gesetzt.

"Was lange währt, wird endlich wahr", freut sich Karin Roth, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung, beim Festakt im strahlenden Sonnenschein darüber, dass der Scheibengipfeltunnel im Jahr 2016 Realität sein wird. Auch wenn nicht alle ihre Freude teilen können, so die SPD-Bundestagsabgeordnete mit Blick auf ein Grüppchen Tunnel-Gegner mit Transparenten und Trillerpfeifen, "wichtig ist doch, dass die Menschen vom Verkehr entlastet werden."

65.000 Fahrzeuge seien alleine in Reutlingen täglich unterwegs, mindestens 20.000 davon entfallen dank der 97 Millionen Euro teuren Röhre. "Weniger Abgase, weniger Lärm, mehr Verkehrssicherheit - und damit auch mehr Lebensqualität", verspricht die Staatssekretärin den Reutlingern, allen voran Oberbürgermeisterin Barbara Bosch, die von Karin Roth ob ihres unermüdlichen Einsatzes für das heiß ersehnte Großbauprojekt an Ort und Stelle zur "Tunnelpatin" ernannt wird.

Vom Regierungspräsidium, erste Instanz in Sachen Bundesbauprojekte, gibt's dafür eigens einen liebevoll gravierten Spaten und anerkennende Worte: "An die Akteure bei diesem Spatenstich wird man sich in 100 Jahren noch erinnern", prophezeit Regierungspräsident Hermann Strampfer, "wenn nicht gar in 200 Jahren." Glanz in die Veranstaltung bringen aber nicht nur diejenigen, die aktiv zum Spaten greifen, sondern auch viele der rund 500 Gäste, unter die sich jede Menge Prominenz aus der Wirtschaft, aus Bundes-, Landes- und Kommunalpolitik gemischt hat: "Ihr Kommen zeigt, wie wichtig Ihnen der Scheibengipfeltunnel ist", resümiert der Regierungspräsident.

Gekommen ist auch Heribert Rech: "Heute ist ein besonderer Tag für Reutlingen und die Umgebung", unterstreicht der baden-württembergische Innenminister, sei doch das "Licht am Ende des Tunnels" endlich in greifbare Nähe gerückt. Der Scheibengipfeltunnel bedeute nicht nur eine gewaltige Verkehrsentlastung, er verheiße darüber hinaus auch ganz neue Entwicklungsmöglichkeiten etwa in städtebaulicher Hinsicht, blickt der Innenminister in die nahe Zukunft: "Die Verbesserungen, die der Tunnel mit sich bringt, werden allen zugute kommen - auch denen, die heute noch dagegen sind."
Denn nicht zuletzt sei eine leistungsfähige Verkehrsinfrastruktur auch die Grundlage für die wirtschaftliche Entwicklung eines Landes: "Das sichert Arbeitsplätze", betont Rech.

Den ersten Arbeitsplatz hat der Scheibengipfeltunnel allerdings schon am 1. April 1969 geschaffen, blickt die frisch gebackene Tunnelpatin Barbara Bosch vorm Griff zum blumengeschmückten Spaten auf die vergangenen 42 Jahre zurück: "Damals hat Reutlingen extra einen Bergbau- und Tunnelingenieur eingestellt." Der Fachmann ist inzwischen längst in Rente, genau wie viele der Amtsleiter und Sachbearbeiter, die die Planungen seit 1967 begleitet und bearbeitet haben. "In diesen vier Jahrzehnten beschäftigte der Tunnel vier Ministerpräsidenten und ihre zuständigen Minister in Stuttgart, 14 Bundesverkehrsminister in Bonn, bzw., Berlin, fünf Regierungspräsidenten in Tübingen und vier Oberbürgermeister in Reutlingen", bilanziert die Rathaus-Chefin.

Ganz zu schweigen von unzähligen Vertretern der lokalen Medien: Von "Das Jahrhundertbauwerk wird zum Jahrtausendbauwerk" oder "Tunnel bröckelt" über "Tunnel beerdigt" und "In die Röhre geguckt" bis hin zu "Scheibenkleister", reichten die Schlagzeilen in diesen 42 Jahren, zitiert Barbara Bosch - "ein Grund mehr, allen Unterstützern und Mitstreitern auf diesem langen Weg zu danken, der steinig war, stürmisch mit Gegenwind und häufigem Nebel."


Historie

Die Idee, für den Nord-Süd-Verkehr eine Umgehungsstraße zu planen, ist in den Jahren 1966/67 zum ersten Mal aufgetaucht. Das Ing.-Büro Hinterleitner wurde beauftragt, einen Scheibengipfeltunnel zu untersuchen. Vorgeschlagen wurde ein zweistöckiger Tunnel - das war damals modern (in Wuppertal in Planung). Der südliche Tunnelausgang lag im Wöhrwoldgebiet.

1976
Der Scheibengipfel wurde in den -Entwurf aufgenommen; GR-Beschluss 11. April 1978.

1980
Die Tunneltrasse wurde mit Variante Ost (Vorentwurf des Ing.-Büro Müller-Hereth, Freilassing) an das Regierungspräsidium geleitet. 1980 wurde der SGT in den Bedarfsplan für Bundesfernstraßen in Stufe II eingestuft.

1981
Der Gemeinderat hat die Verkehrsführung Umgehungsstraße Pfullingen – Ost in Verbindung mit dem Scheibengipfeltunnel für den FNP gebilligt, allerdings gab es noch Schallschutzproblematik, daraufhin wurde die Anbindung des Scheibengipfeltunnels überarbeitet.

Nachdem der SGT die zweite Dringlichkeitsstufe hat, hat OB Dr. Oechsle damals entschieden, dass nach dem Vorentwurf die Planung weiterhin durch die Stadt und nicht durch die Straßenbauverwaltung vorangebracht wird.

1982
Es wurde entschieden, ein B-Plan-Verfahren (Alternative: Planfeststellungsverfahren durch RP) durchzuführen.

1983
Es wurde entschieden, dass die Stadt alle Planunterlagen beschlussreif bearbeitet auch für die Gemeinde Eningen. Aufstellungsbeschluss B-Plan: 23. Juni 1983.

3. November 1983
Bürgeranhörung

1991/92
Der RE-Vorentwurf wurde ausgearbeitet. Kostenschätzung der Maßnahme lag damals bei 122 Mio. DM.

1992
Der SGT wurde im Bedarfsplan für die Bundesstraßen in den vordringlichen Bedarf eingestuft.

1993
Grundsätzliche Zustimmung zum RE-Vorentwurf durch das Bundesministerium für Verkehr und das Ministerium für Verkehr BW.

17. Juni 1997
Satzungsbeschluss

14. November 1997
Bebauungsplan rechtsgültig

14. Dezember 1998
Urteil des VGH Baden-Württemberg zu Setzungen.

21. Oktober 1999
Einleitung des Normenkontrollverfahrens zur Gültigkeit des B-Planes beim VGH Baden-Württemberg.

22. Mai 2000
Abweisung der Anträge. VGH lässt keine Revision zu.

29. August 2000
Urteil des Bundesverwaltungsgerichts. Beschwerde wird abgewiesen.

22. September 2003
Besuch BMBV in Reutlingen. Das Regierungspräsidium Tübingen sagt zu, dass dort für die Anforderungen der RABT ein ergänzendes Planfeststellungsverfahren durchgeführt wird.

14. Juni 2006
Gespräch mit Parlament. Staatssekretärin Karin Roth, Zusage zur Konzeption eines einröhrigen Tunnels.

November 2006
Aufnahme der OU Reutlingen Scheibengipfeltunnel in den Investitionsrahmenplan von 2006 bis 2010 für die Verkehrsinfrastruktur.

21. Dezember 2006
Einleitung des Planfeststellungsverfahrens für die Änderung des Bebauungsplanes vom 17. Juni 1997 „Umgehungsstraße Scheibengipfeltunnel“ in Reutlingen und Eningen (B 312).

30. Juni 2008
Planfeststellungsbeschluss

20. Februar 2009
Mittelbereitstellung für die OU Reutlingen im Rahmen des
Konjunkturprogramms II
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