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Stadtarchiv erinnert an die Gründung des Pomologischen Instituts vor 150 Jahren


Das Pomolgische Institut um das Jahr 1870 Der Hohenheimer Garteninspektor Eduard Lucas (1816–1882) hatte auf dem Hagöschle am Rand der Reutlinger Altstadt im März 1859 ein 11 Morgen großes Grundstück erworben, auf dem er von Architekt Johann Georg Rupp ein Institutsgebäude und ein Wohnhaus errichten ließ.
Bereits zwei Monate nach der Eröffnung beehrte der württembergische König Wilhelm die junge Anstalt mit seinem Besuch. Diese erwarb sich rasch einen beachtlichen Ruf, nicht nur durch wegen ihrer Zuchterfolge, sondern auch aufgrund der Qualität ihrer Gärtnerausbildung. Das Institut zur Förderung der Pomologie (Obstsortenkunde) wurde wegweisend für ähnliche Einrichtungen auf der ganzen Welt.

Durch den Zukauf von Grundstücken konnte in den folgenden Jahren das Gelände um eine Gehölz- und Obstbaumschule vergrößert werden. Infolge des großen Zuspruchs an Schülern aus dem In- und Ausland wurden bauliche Erweiterungen entlang der Alteburgstraße schon bald notwendig. Voraussetzung für die Finanzierung des Schulbetriebs war das erfolgreiche Wirtschaften als Handelsunternehmen: So verkaufte das Institut etwa Obstbäume, Sämereien oder auch Gartenwerkzeuge und unterhielt sogar eine eigene Weinkellerei.

Friedrich Lucas mit Schülern vor dem Pomologischen Institut Nach Lucas Tod im Jahr 1882 übernahm sein Sohn Friedrich (1842–1921) die Leitung des Instituts, das er systematisch weiter ausbaute. Bedingt durch die Wirren des Ersten Weltkriegs geriet das Unternehmen in finanzielle Schwierigkeiten. Im Jahr 1922 musste es versteigert werden, nachdem die Stadt Reutlingen nach heftigen Debatten von einem Ankauf Abstand genommen hatte. Vierzig Jahre später erwarb sie 1961 aus Privatbesitz dann aber doch noch die Gebäude und mehr als 3 ha Grundstücksfläche. Zunächst hatte man das Gelände als Standort für das neue Rathaus in Betracht gezogen. Danach war der Bau eines Theater- und Konzerthauses, wie es jetzt auf dem Areal des ehemaligen Bruderhauses im Entstehen ist, entlang der Friedrich-Ebert-Straße geplant. Die Lucas’schen Einrichtungen hätten dafür aber weichen müssen.

Mit der Landesgartenschau im Jahr 1984 fand das Gelände dann aber doch wieder eine adäquate Nutzung und dient heute der innerstädtischen Naherholung. Aus den Gründungsjahren des Pomologischen Instituts stehen heute noch an der Friedrich-Ebert-Straße das ehemalige Direktorenhaus und das Hauptgebäude der Lehranstalt. Auf Initiative des Kreisobstbauverbands soll der von Lucas für Obstausstellungen genutzte Gewölbekeller zu einem Aktivmuseum im Rahmen der „Streuobstakademie“ eingerichtet werden.

An diese wechselvolle 150-jährige Geschichte des Pomologischen Instituts in Reutlingen erinnert das Stadtarchiv mit einer kleinen Vitrinenausstellung vor seinen Diensträumen im Rathaus-Erdgeschoss. Neben Zeichnungen und archivalischen Quellen aus fast 60 Jahren Schulbestehen werden auch die Planungen für ein Kongresszentrum in den 1960er Jahren vorgestellt. Die Ausstellung ist noch bis Ende April zu sehen.
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