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Reutlingens erster Oberbürgermeister


Julius von Benz, 1892 Erst mit der Neufassung der württembergischen Gemeindeordnung 1930 wurde dieser Begriff zur bis heute allgemein gebräuchlichen Amtsbezeichnung für die Ortsvorsteher größerer Städte. Davor hat ausschließlich der König beziehungsweise nach 1918 das Staatsministerium diesen Titel als besondere Auszeichnung verliehen. Ein württembergischer „Oberbürgermeister“ musste sich demnach vor 1930 – und im Gegensatz zu einem gewöhnlichen „Stadtschultheißen“ – schon entsprechende Verdienste erworben haben.

Dass dies für Julius Benz zutraf, legt die lange Liste jener Ehrungen nahe, mit denen er bereits Zeit seines Lebens bedacht wurde. Hierfür nur zwei Beispiele: 1892 verlieh ihm die Stadt Reutlingen zu seinem 25-jährigen Amtsjubiläum die Ehrenbürgerwürde. 1867 war der 1831 geborene Rotgerbersohn und studierte Jurist zum Stadtschultheißen – damals noch auf Lebenszeit – gewählt worden. Nach der Genehmigung seines Entlassungsgesuchs als Oberbürgermeister 1898 erhielt er durch König Wilhelm II. schließlich das „Ehrenkreuz des Ordens der Württembergischen Krone“ verliehen. In dieser Ehrung mit inbegriffen war der nicht vererbbare „Personaladel“: Aus Carl Julius Benz – so sein vollständiger Name – wurde Carl Julius von Benz.

Mit einer Amtszeit von mehr als drei Jahrzehnten ist von Benz einer der beiden dienstältesten Reutlinger Stadtoberhäupter gewesen. Lediglich sein Nachfolger, der Stadtschultheiß und 1901 zum Oberbürgermeister ernannte Emil Hepp, war wenige Monate länger im Amt. In der „Ära“ Benz vollzog sich der entscheidende Wandel Reutlingens zur Industriestadt. Ein ebenso schlichter wie eindeutiger Indikator für die tiefgreifenden und umwälzenden Entwicklungen jener Zeit sind die Zahlen der Reutlinger Stadtbevölkerung: Diese wuchs zwischen den Volkszählungen der Jahre 1867 und 1900 von 13 781 auf 21 494 Einwohner. Das entsprach einem Wachstum von 56 Prozent.

Mit einer kleinen Ausstellung in einer Vitrine vor seinen Diensträumen im Rathaus-Erdgeschoss erinnert das Stadtarchiv an Reutlingens ersten Oberbürgermeister, dessen Todestag sich am 22. Juli zum einhundertsten Mal jährt. Zu sehen sind neben einer Porträtaufnahme von 1892 und einer pergamentenen Dankurkunde der Evangelischen Kirchengemeinde von 1898 auch ein kleiner, auf edlem Papier verfasster Brief von 1883. Der Kabinettschef „Seiner Majestät des Königs von Württemberg“ – so der Briefkopf – teilt Benz hierin mit, dass sein Dank für die Verleihung des Oberbürgermeister-Titels vom König wohlwollend entgegengenommen worden sei. Die Ausstellung kann bis Ende August zu den Öffnungszeiten der Rathaus-Eingangshalle besichtigt werden.

Stadt Reutlingen

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