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Projektstart "Reutlinger Reformationsakten online"


Projekt Reformationsakten: Abbildung 1  Das Reformationsjubiläum 2017 wirft seine Schatten voraus. Die Tübinger Historikerin Uta Dehnert M. A. bereitet einen Onlineauftritt mit den wichtigsten Reutlinger Quellendokumenten zu diesem herausragenden Einschnitt in der Geschichte der Stadt vor. Das Projekt des Stadtarchivs wird vom Landesarchiv Baden-Württemberg und dem Lehrstuhl für Landesgeschichte der Universität Stuttgart unterstützt.

Reutlingen ist durch die Tätigkeit Matthäus Albers (1495-1570) als Prediger an der Marien-kirche unauflöslich mit der Reformation verbunden und ist einer der ersten reformatorischen Orte in Südwestdeutschland.  Der Eid der Zünfte 1524 auf dem Marktplatz in Reutlingen ist zweifelsohne einer der Höhepunkte reformationsgeschichtlicher Ereignisse in der Stadt. 1530 gehörte sie zusammen mit Nürnberg zu den einzigen beiden Reichsstädten, die die Confessio Augustana unterschrieben und sich damit öffentlich zum Glauben der Augsburger Konfession bekannten.
 
Reformationsakten online (1520–1555)

Vor diesem Hintergrund soll anlässlich des Reformationsjubiläums 2017 der Bestand der „Reutlinger Reformationsakten“ virtuell zusammengeführt und im Internet präsentiert werden. Die Dokumente stammen aus der die Reformation betreffenden Überlieferung des ehemaligen reichsstädtischen Archivs. Im Zuge der Mediatisierung Reutlingens 1802/3 wurden große Teile der Archivalien nach Stuttgart überführt und dort 1895 von dem Archivar Rudolf Krauß mit dem Titel „Reformationsakten“ versehen. Es ist davon auszugehen, dass es sich um die bereits im ältesten reichsstädtischen Findbuch 1667 genannte Überlieferung handelt. Damit zeugt der Aktenbestand vom frühen historischen Bewusstsein der Reichsstadt für die Bedeutung der reformationsgeschichtlichen Ereignisse.
 
Projekt Refomationsakten: Abbildung 2 Die Auswahl der für die Onlinepräsenz vorgesehenen Dokumente basiert deshalb schwerpunktmäßig auf den Beständen des Hauptstaatsarchivs Stuttgart und des Stadtarchivs Reutlingen. Daneben werden wichtige Einzelstücke aus weiteren Archiven berücksichtigt, darunter aus dem Erzbischöflichen Archiv in Freiburg und dem Österreichischen Haus-, Hof- und Staatsarchiv in Wien. Dabei spielen die historischen Gegebenheiten eine wichtige Rolle: Um 1520 setzt die Überlieferung der Reutlinger Reformationsakten ein und 1555 wird mit dem Augsburger Religionsfrieden der Grundstein für die Bikonfessionalität des Reichs gelegt. Darüber hinaus sind konkrete Bezüge zur Geschichte der Reformation in Reutlingen von besonderer Bedeutung: Hier sind exemplarisch die direkte Beteiligung der Reichsstadt an Reichs- oder Städtetagen zu nennen, Ereignisse und Verhandlungen, die mit der Person Matthäus Albers und anderen Reutlinger Predigern verknüpft sind und nicht zuletzt die Auseinandersetzung der Stadt über den weiteren Umgang mit dem Kirchenvermögen, darunter Zehnt- und Patronatsrechte des Klosters Königsbronn. Von Interesse sind weiterhin die Ereignisse um den Schmalkaldischen Bund sowie die Briefkorrespondenzen vorrangig mit den Reichsstädten Esslingen und Ulm.
 
Herausragende Quellendokumente
 
Zu den bedeutendsten reformatorischen Zeugnissen zählen Briefe der Reformatoren Martin Luther, Johannes Brenz und Philipp Melanchthon an die Stadt und ihre Bürger, eine der ganz wenigen erhaltenen zeitgenössischen Abschriften der Confessio Augustana von 1530 sowie die Pfründurkunde für Matthäus Alber von 1521. Die Seite soll 2017 online gehen. In diesem Jahr werden auch die städtischen Museen das Reformationsjubiläum mit Ausstellungen aufgreifen, zudem soll eine Tagung stattfinden.
 
Weitere Infos:
stadtarchiv@reutlingen.de
 
 
Abbildungen:

Abbildung 1

In Eile geschrieben: Kurz vor Weihnachten 1531 unangenehme Post für Reutlingen. Ihr Prediger Matthäus Alber soll vor dem Reichsgericht in Rottweil verklagt werden. Grund: Martin Luther folgend ist er in den Ehestand getreten. Der Fiskal genannte Vertreter des Konstanzer Bischofs bringt nun die Anklageschrift vor.
Vorlage: Landesarchiv Baden-Württemberg, Hauptstaatsarchiv Stuttgart B 201 Bü 7.

Abbildung 2
Reutlingen schreibt mit einer Unterschrift Geschichte: Neben dem ungleich mächtigeren Nürnberg setzt der reichsstädtische Gesandte Jos Weiß seine Unterschrift unter das zentrale Dokument evangelischen Glaubens, das Kaiser Karl V. auf dem Reichstag zu Augsburg am 25. Juni1530 übergeben wurde. Es existieren heute nur wenige zeitgenössische Abschriften – das dem Kaiser überreichte Original wurde vernichtet.
Vorlage: Stadtarchiv Reutlingen, A 1 Nr. 6443, S. 81.
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Redakteur / Urheber

Stadt Reutlingen

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