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Veranstaltung

BRuCH-ensemble "stimme heute" - musica nova

2._Konzert_14.12.2018_BRuCH
Fr, 14. Dezember 2018
20:00 Uhr

BRuCH-ensemble
marie heeschen, stimme
sally beck, flöte
ella rohwer, violoncello
claudia chan, klavier
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Beschreibung

stimme heute

programm:

helmut lachenmann: tema für flöte, cello und stimme (17 min)
*1935

beat furrer: invocation for flute and voice (12 min)
*1954

julien jamet: visage de l'echo (10 min)
*1979

pause

johannes schöllhorn: vor augen (7 min)
*1962

matthias krüger: wie ein stück fett (ca 20 min)
*1987


Matthias Krüger (*1987)
Wie ein Stück Fett (Redux) (2015/2016)
Für Sopran, Altflöte, präpariertes Violoncello und präparierten Konzertflügel
– Das Publikum wird gebeten, den Programmtext erst mit Beginn des Stückes, d. h.
parallel zum Klang des Violoncellos, zu lesen. –
„Zuweilen fahre ich empor aus dem Dämmer dieser halben Träume und sehe für einen
Augenblick wiederum den Mondschein auf dem gebauschten Fußende meiner
Decke liegen wie einen großen, hellen, flachen Stein, um blind von neuem hinter
meinem schwindenden Bewusstsein herzutappen, ruhelos nach jenem Stein suchend,
der mich quält – der irgendwo verborgen im Schutte meiner Erinnerung liegen
muss und aussieht wie ein Stück Fett.
Eine Regenröhre muss einst neben ihm auf der Erde gemündet haben, male ich mir
aus – stumpfwinklig abgebogen, die Ränder von Rost zerfressen –, und trotzig will
ich mir im Geiste ein solches Bild erzwingen, um meine aufgescheuchten Gedanken
zu belügen und in Schlaf zu lullen.
Es gelingt mir nicht.
Immer wieder und immer wieder mit alberner Beharrlichkeit behauptet eine eigensinnige
Stimme in meinem Innern – unermüdlich wie ein Fensterladen, den der Wind in
regelmäßigen Zwischenräumen an die Mauer schlagen lässt: es sei das ganz anders,
das sei gar nicht der Stein, der wie Fett aussehe.
Und es ist von der Stimme nicht loszukommen.
Wenn ich hundertmal einwende, alles das sei doch ganz nebensächlich, so schweigt
sie wohl eine kleine Weile, wacht aber dann unvermerkt wieder auf und beginnt hartnäckig
von neuem: gut, gut, schon recht, es ist aber doch nicht der Stein, der wie ein
Stück Fett aussieht. –
Langsam beginnt sich meiner ein unerträgliches Gefühl von Hilflosigkeit zu bemächtigen.
Wie es weiter gekommen ist, weiß ich nicht. Habe ich freiwillig jeden Widerstand aufgegeben,
oder haben sie mich überwältigt und geknebelt, meine Gedanken?
Ich weiß nur, mein Körper liegt schlafend im Bett, und meine Sinne sind losgetrennt
und nicht mehr an ihn gebunden. –
Wer ist jetzt »ich«, will ich plötzlich fragen; da besinne ich mich, dass ich doch kein
Organ mehr besitze, mit dem ich Fragen stellen könnte; dann fürchte ich, die dumme
Stimme werde wieder aufwachen und von neuem das endlose Verhör über den Stein
und das Fett beginnen.
Und so wende ich mich ab.“
(aus: Gustav Meyrink, Der Golem, 1915)

BruCH-Ensemble
Ihr Name ist Signatur und auch Programm. Er verweist auf die vier jungen Ensemble-
Gründerinnen. Vor allem ist er Chiffre einer Zeit der Umbrüche und der Diskontinuitäten.
Auch in den für BRuCH neu geschriebenen Werken spiegelt sich eine unübersichtlich
gewordene Gegenwart.
Die Musikerinnen Sally Beck (Flöte), Ella Rohwer (Cello), Claudia Chan (Klavier) und
Marie Heeschen (Sopran) haben sich an der Hochschule für Musik und Tanz Köln
kennengelernt. Alle vier haben sich bereits vor der Gründung des Ensemble BRuCH
im Jahr 2013 intensiv mit Neuer Musik auseinandergesetzt und führen dieses Interesse
in der gemeinsamen Arbeit fort.
Leidenschaftlich widmen sie sich der Interpretation zeitgenössischer Werke des
20. und 21. Jahrhunderts und haben mit Komponisten wie u. a. Helmut Lachenmann,
Gordon Kampe und Johannes Schöllhorn gearbeitet.
Außerdem entwickeln sie seit ihrer Gründung mit jungen Komponisten neue Kompositionen
in enger Zusammenarbeit, so haben sowohl Ricardo Eizirik, Giovanni
Biswas, Matthias Krüger wie auch Julien Jamet und José Miguel Arellano Armijo
Werke für BRuCH geschrieben. Ihre Konzertprogramme bestechen durch die reizvolle
Mischung aus Neuer Musik und impressionistischen Klängen, die durch die ungewöhnliche
Besetzung (Klavier, Flöte, Cello, Gesang) unterstrichen wird.
Seit 2014 wird das Ensemble BRuCH gefördert durch ein Stipendium der Werner
Richard – Dr. Carl Dörken Stiftung. Im selben Jahr haben die Musikerinnen den
2. Preis des Karlsruher Wettbewerbs für die Interpretation zeitgenössischer Musik
gewonnen. 2015 haben die vier jungen Musikerinnen erstmals bei dem Acht Brücken
Festival Köln wie auch dem Zeitgenuss Festival Karlsruhe gastiert. Seit 2016 werden
sie gefördert durch ein Stipendium des Deutschen Musikwettbewerbs wie auch ein
Stipendium der Marie-Luise Imbusch-Stiftung Lübeck. Außerdem wurden sie für die
Bundesauswahl Konzerte Junger Künstler ausgewählt.

Das Ensemble hat bereits bundesweit Konzerte gespielt und beteiligt sich an der
Nachwuchsförderung junger Komponisten. So haben sie mehrfach als Dozenten mit
Preisträgern in der Kategorie Komposition des Wettbewerbs Jugend Musiziert gearbeitet.
Das Ensemble BRuCH hat u. a. mit David Smeyers, Barbara Maurer, Robert
Winn und Christoph Prégardien gearbeitet und studiert seit 2017 im Exzellenzstudiengang
Konzertexamen an der Folkwang Universität der Künste in Essen.
Sie haben bereits mehrfach Rundfunkaufnahmen für den WDR und den Deutschlandfunk
eingespielt. Diese wurden bereits in unterschiedlichen Sendungen wie auch
einem Feature über das Ensemble gesendet.
www.bruchmusic.de

mit freundlicher unterstützung durch den deutschen musikwettbewerb, ein projekt des deutschen musikrats


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Veranstaltungsort
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Kosten
Das Abonnement
umfasst sechs Konzerte und bietet viele Vorteile
  • Ermäßigung gegenüber Einzelkarten
  • kein Bemühen um Einzelkarten
  • Karten sind übertragbar

Erwachsene  50 Euro
Schüler und Studenten 23 Euro


Das Abonnement erhalten Sie beim

Kulturamt
Wilhelmstraße 69
72764 Reutlingen
Tel. 07121 303 2834
kult.veranstaltungen@reutlingen.de

bei allen Vorverkaufsstellen und an der Abendkasse.


Einzelkartenpreise
Erwachsene 10 Euro
Schüler und Studenten 6 Euro
 
Vorverkauf
  •   GEA-Konzertbüro am Markt, Reutlingen Tel. 07121 302292
  •   Geschäftsstellen des Reutlinger General-Anzeigers
    •   Reutlingen Tel. 07121 302-0
    •   Pfullingen Tel. 07121 979210
    •   Metzingen Tel. 07123 964410
    •   Mössingen Tel. 07473 946620
    •   Münsingen Tel. 07381 936610
  •   Bürger- und Verkehrsverein Tübingen Tel. 07071 91360
  •   Henriette’s Kult-Tour, Gomaringen Tel. 07072 923971
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Hinweise
Das komplette Programm zum Herunterladen im PDF-Format erhalten Sie hier

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Veranstalter
Kulturamt der Stadt Reutlingen
07121 / 303 2834
07121 / 303 2753
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