Städtisches Kunstmuseum
Ansicht Kunstmuseum Spendhaus von der Spendhausstraße

Städtisches Kunstmuseum Spendhaus Reutlingen

Spendhausstraße 4
72764 Reutlingen
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Öffnungszeiten Kunstmuseum

Vom 4. Oktober bis Mitte Dezember 2017 bleibt das Kunstmuseum wegen Umbaumaßnahmen geschlossen!

Geschichte des Spendhauses

 

Das Spendhaus - Das Haus für den Neuen Holzschnitt

Das 1517 erbaute Spendhaus gehört zu den ältesten Gebäuden Reutlingens. Es entstand also in einer Zeit, in der das Medium Holzschnitt, dessen Anfänge im 14. Jahrhundert liegen, gerade in Deutschland seine erste Blüte erlebte. Es überstand die verheerende Brandkatastrophe vom September 1726 unbeschadet, bei der über 75 Prozent der Gebäudesubstanz Reutlingens vernichtet worden sind.
Das Gebäude wurde als städtisches Speichergebäude für die Spendenpflege errichtet, einer Art Unterstützungskasse für Arme und in Not geratene Bürger, und diente vornehmlich zur Lagerung landwirtschaftlicher Produkte. Von dieser Bestimmung lässt sich auch der Name Spendhaus ableiten. Das Erdgeschoss ist als massiver Steinbau aus Naturbruchsteinen errichtet und auf der nördlichen Gebäudeseite mit einem tonnengewölbten Raum unterkellert. Über dem Erdgeschoss erheben sich drei Vollgeschosse in Fachwerkbauweise. Das hohe und steile Satteldach umfasst nochmals drei Geschosse plus eine schmale Ebene unter dem Dachfirst.
Bis weit in das 19. Jahrhundert hinein behielt das Spendhaus seine Funktion als Lagerhaus. In den 1840er-Jahren wurde im Parterre ein Raum für die Buchbestände der Stadt eingerichtet. 1858 erhielt das Haus eine neue Nutzung. Die 1855 gegründete Webschule, Vorläuferin des Technikums für Textilindustrie und somit der heutigen Fachhochschule Reutlingen, bezog das Gebäude.
1871 erwarb die Stadt Reutlingen die Eigentumsrechte. Nach dem Auszug der Webschule 1891 wurden darin die Sammlungen des Naturwissenschaftlichen Vereins, aus dem später das Naturkundemuseum hervorging und des kurz zuvor gegründeten Vereins für Kunst und Altertum, welcher den Grundbestand des späteren Heimatmuseums bildete, untergebracht. 1898 kehrte auch die Stadtbibliothek in das nunmehr ihr allein vorbehaltene Erdgeschoss zurück. Im Frühjahr 1935 nahm die Stadt eine grundlegende Renovierung des Hauses vor. Die Hoffnung der Bibliothek auf eine Ausdehnung auf das erste Obergeschoss, welches 1939 durch den Auszug der Altertumssammlung in das neue Heimatmuseum frei wurde, erfüllte sich indess nicht; die Räume waren bereits für Heimzwecke des BDM und der HJ verplant.
Nach erneuten umfangreichen Umbau- und Renovierungsmaßnahmen im Gebäudeinneren in den Jahren 1950/1951 erhielt die Stadtbibliothek einen Lesesaal und das erste Obergeschoss zur Mitnutzung. Im dritten Obergeschoss schuf man Ausstellungsräume für die Naturaliensammlung, und das Dachgeschoss, das zu Präsentationszwecken umgestaltet wurde, war fortan Schauplatz zahlreicher Kunstausstellungen.
Zu Beginn der 1970er Jahre ließ die starke Zunahme der Bibliotheksbestände die Stadtverwaltung nach dauerhaften Lösungen für die Bibliothek und die Museen suchen. 1979 stimmte der Gemeinderat dem Projekt eines Weiterbildungszentrums entlang der Spendhausstraße zu. 1982 wurde mit dem Abbruch der alten Häuser beiderseits des traditionsreichen Spendhauses begonnen. Im Sommer 1985 zog die Bibliothek in ihr neu errichtetes Gebäude um, und im März 1987 räumte auch das Naturkundemuseum das Spendhaus.
Spendhaus - Innenansicht einer Ausstellungsetage

Nach umfassenden Sanierungsarbeiten und Umbauten – ausgezeichnet von der Architektenkammer Baden-Württemberg mit dem Preis für beispielhaftes Bauen – beherbergt das Spendhaus seit 1989 das damals neu geschaffene Städtische Kunstmuseum. Das Museum widmet sich in seiner Arbeit dem modernen Holzschnitt vom Ende des 19. Jahrhunderts bis zur unmittelbaren Gegenwart. Das Gebäude, das vorbildlich historische Bausubstanz und neueste Technik verbindet, schlägt so die Brücke von der modernen und zeitgenössischen Kunst, die dort gezeigt bzw. aufbewahrt wird, zurück zu den historischen Wurzeln des ältesten druckgrafischen Mediums.


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