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Peter Granser
Was einem Heimat war

23. Februar bis 14. April 2013

Ausstellungsplakat - Peter Granser. Was einem Heimat war Er dokumentiert die vielfältige Geschichte einer Landschaft, die über 100 Jahre als Truppenübungsplatz genutzt wurde und eng mit der deutschen (Militär-)Geschichte verbunden ist. 2005 wurde das Gebiet, das noch heute mit Kampfmitteln schwer belastet ist, zum Biosphärenreservat erklärt.
In der Stuttgarter Zeitung schrieb Andreas Langen zu dem Projekt:

„Peter Granser fand also vor allem eine umfassende Leere vor. Das Abwesende macht er zu einem wichtigen Teil seiner Bildsprache, die auf verblüffende Weise den frühesten Kriegsfotografien überhaupt ähnelt, Roger Fentons menschenleeren Landschaftsbildern aus dem Krimkrieg 1855. Zudem klingen die amerikanischen New Topographics der 1960er Jahre an, wenn Granser schwarz-weiße Ansichten der kargen Albhügel komponiert. Gegenüber stellt er farbige, nüchterne Studio-Aufnahmen der in Münsingen verwendeten Munition – lauter elegante, tödliche Flugkörper vor rein weißem Fonds. Diese spröden Bildserien erhalten eine emotionale Aufladung durch die herzzerreißenden, vergeblichen Zeilen des Gruorner Bürgermeisters, der 1937 die bevorstehende Auslöschung der Heimat beklagt. So schafft Peter Granser eine meditative Studie über Vergänglichkeit und Gewalt – ein stilles Gedenken in Bildern.“

Kernstück von Peter Gransers Arbeit ist ein fünfteiliges fotografisches Panorama, das den Blick aus einem Bunkerschlitz durch dickes Panzerglas auf die idyllische Landschaft freigibt. Diesem stehen Schwarz-Weiß-Aufnahmen der Landschaft gegenüber, die die Narben und Überbleibsel aus der Zeit der militärischen Nutzung und die letzten Spuren des Ortes Gruorn zeigen. Hinzu kommt eine Typologie von Panzermunition, Geschossen und Granaten, die als skulptural inszenierte Objekte fotografiert wurden.

Peter Granser - Was einem Heimat war (Landschaft 2) 2011 Ergänzt werden diese Arbeiten durch eine 16-minütige Videoarbeit Peter Gransers mit der Komposition des Stuttgarter Künstlers Johannes Schlichting. Darin taucht langsam im Nebel die Kontur einer Baumgruppe auf, um dann im Nebel wieder zu verschwinden. Militärische Trompetensignale aus dem 19. Jahrhundert vermischen sich mit einem alten Gruorner Bauernlied. Verzerrungen und Überlagerungen dieser Aufnahmen sowie elektronische Klänge bauen in Schlichtings Musik eine vielschichtige Komposition auf, die die verschiedenen Ebenen der Geschichte des verschwundenen Ortes Gruorn und des Truppenübungsplatzes musikalisch verbindet.

Mit freundlicher Unterstützung des Kirchenchors der Martinskirche Münsingen (Kantor Stefan Lust)


Ausstellung in der Städtischen Galerie Reutlingen, Eberhardstraße 14 vom 23. Februar bis 14. April 2013.

Öffnungszeiten:
Dienstag-Samstag 11-17 Uhr, Donnerstag 11-19 Uhr, Sonntag/Feiertag 11-18 Uhr
Montag und Karfreitag geschlossen.

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Redakteur / Urheber

Stadt Reutlingen

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