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GRENZGÄNGER
Grieshaber und die DDR

11. Juli bis 20. September 2009

Ausstellungsplakat Grenzgänger und Achermann Seit Mitte der 1960er Jahre war HAP Grieshaber regelmäßig in der DDR zu Gast. 1965 hatte er auf der Internationalen Buchkunst-Ausstellung einen Preis gewonnen, was ihm zunächst in Fachkreisen eine gewisse Bekanntheit verschaffte. Daran anknüpfend bemühte sich Rudolf Mayer vom Verlag der Kunst Dresden bei HAP Grieshaber um eine kleine Edition originalgrafischer Arbeiten, nicht ahnend, was sich daraus entwickeln würde. Grieshaber schuf dafür eines seiner umfangreichsten und populärsten Werke – die vierzigteilige Farbholzschnittfolge Totentanz von Basel. Die Motive entworfen und geschnitten von Grieshaber auf der Achalm, die Lettern gestaltet vom Leiter der Leipziger Hochschule für Grafik und Buchkunst Albert Kapr, geschnitten von dessen Studenten und gedruckt von Louis Schröder, stellte das 1966 veröffentlichte Werk eine gesamtdeutsche Erfolgsgeschichte dar.

In den Folgejahren reiste Grieshaber häufig in die DDR und veröffentlichte weitere Publikationen in ostdeutschen Verlagen, so unter anderem zu Pablo Nerudas Gedichtband Aufenthalt auf Erden, die Mappe Christian Wagner / Schartige Sense sowie acht Holzschnitte zu Stephan Hermlins Städte-Balladen. Sogar das erste Werkverzeichnis Grieshabers wurde in der DDR von Horst Zimmermann und Karl-Heinz Kukla erarbeitet und 1978 herausgegeben.

Nicht wenige Zeitgenossen auf beiden Seiten der innerdeutschen Grenze begegneten Grieshabers Wirken argwöhnisch oder gar mit offener Ablehnung und manches Projekt scheiterte. Dennoch konnten seine Werke in zahlreichen Ausstellungen präsentiert und in namhafte grafische Sammlungen der DDR aufgenommen werden.

Die Betonung des humanistischen Erbes und der gemeinsamen Kultur- und Kunsttraditionen der beiden deutschen Staaten über aktuelle politische Differenzen hinweg war Grieshaber vorrangiges Anliegen. Er übte sich in einer stillen Kulturdiplomatie, die dazu beitrug, Barrieren zu überwinden. Eine gemeinsame deutsche Zukunft war seine Utopie, die neun Jahre nach seinem Tod eine ungeahnte neue Chance erhalten sollte.

Katalogeinband Grenzgänger. Grieshaber und die DDR Katalog
Hrsg.: Städtisches Kunstmuseum Spendhaus Reutlingen.
Texte: Ralf Gottschlich, HAP Grieshaber.
104 Seiten,
117 Farbabbildungen
ISBN 978-3-939775-07-2
12,00 Euro



Ausstellung im Städtischen Kunstmuseum Spendhaus Reutlingen vom 11. Juli bis zum 20. September 2009.

Öffnungszeiten:
Dienstag bis Samstag 11 Uhr bis 17 Uhr
Donnerstag 11 Uhr bis 19 Uhr
Sonn- und Feiertag 11 Uhr bis 18 Uhr
Montag geschlossen!
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Redakteur / Urheber

Stadt Reutlingen

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