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Reise nach Reutlingen 1862
Stereoskopbilder des norwegischen Fotografen Knud Knudsen

30.5.2020 – 23.8.2020

Knud Knudsen erlernte kurz vor seiner Abreise nach Reutlingen als Praktikant in einem Fotoatelier in Bergen das Fotografieren und kaufte eine Stereoskopkamera. Mit dieser wird ein Motiv zeitgleich doppelt – im Augenabstand – aufgenommen. Betrachtet man diese Fotos durch einen optischen Apparat, dann entsteht ein räumlicher Eindruck. Von den Fotografien existieren heute nur die Negative: die mit Kollodium beschichteten Glasplatten. In der Ausstellung werden neue Abzüge gezeigt, die auch den Zustand der Glasplatten wiedergeben. Die Negative wurden in den letzten Jahrzehnten von der Bildersammlung der Universitätsbiblithek Bergen in Norwegen identifiziert und digitalisiert. Viele Bilder sind online abrufbar: Universitätsbibliothek Bergen, Fotosammlung Knudsen.
 
Die Fotos zeigen einzigartige Motive aus Reutlingen: den gerade erbauten Bahnhof, den Marktplatz mit Fruchtschranne, den Stadtgraben mit Tübinger Tor, die Gerberhäuser an der Echaz, die Pomologie mit der Familie Lucas
und Mitstudenten. Daneben hielt der Norweger auch damals beliebte Ausflugsziele im Bild fest: Betzingen, Schloss Lichtenstein und den damaligen Kurort Niedernau bei Rottenburg.

Nach seiner Rückkehr machte Knudsen die Fotografie zu seinem Beruf. 1864 gründete er ein Fotoatelier in Bergen. Er wurde der berühmteste Fotograf des Landes und prägte mit seinen Landschaftsaufnahmen und Motiven, in denen er die traditionelle Lebensweise der Bevölkerung dokumentierte, das Bild Norwegens.

Die Ausstellung zeigt neben den Fotos von Knudsens Reise nach Reutlingen auch eine Auswahl seiner Norwegen-Aufnahmen aus dem späten 19. Jahrhundert.

Postkarte zur Ausstellung zum Download
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Redakteur / Urheber

Stadt Reutlingen

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