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"... alle Jahre gibts nicht Wein" -
Weinbau und Weingärtnerkultur in Reutlingen

02.09.2001 - 04.11.2001

Plakat Weinbau Das Heimatmuseum Reutlingen dokumentiert in deieser Sonderausstellung die Geschichte des Weinbaus und der Weingärtnerkultur in der ehemaligen Reichsstadt. Heute sind die Erinnerungen an den Umgang mit Rebmesser, Reuthaue und Schwefler nur noch bei einigen ehemaligen Weingärtnerfamilien lebendig. Im Alltag der Stadt spielten jedoch die Weingärtner und ihre Kultur bis ins 20. Jahrhundert hinein eine Rolle.

Seit dem Mittelalter wurde in Reutlingen an den Hängen von Achalm und Georgenberg Wein angebaut. Die Traubensorten trugen so wohlklingende Namen wie Gutedel, Clevner, Malve­sier oder Portugieser. Pflege und Veredlung der Weinstöcke erforderten viel Erfahrung und Wissen. Typische Geräte und Werkzeuge vermitteln in der Ausstellung ein anschauliches Bild von der oft mühsamen Arbeit im Weinberg und in der Kelter. Höhepunkt im Arbeitsjahr war die Weinlese. Diese bestimmte durch Ertrag und Qualität jedes Jahr aufs Neue die wechselhafte wirtschaftliche Situation der Weingärtner. Zahlreiche Fotografien erinnern an dieses zentrale Ereignis, bei dem sich Arbeit und ausgelassene Feierstimmung mischten.

Mit dem Weinbau war eine eigene, historisch geformte Mentalität verbunden. Die Weingärt­ner stellten nicht nur die größte Zunft in der Reichsstadt, sondern nahmen auch als erste den evangelischen Glauben an. Dieses besondere, wirtschaftlich wie religiös geprägte Standes­bewusstein und das große Gemeinschaftsempfinden spiegeln die wertvollen Zunftaltertümer und die im Heimatmuseum eingebaute Stube der Weingärtnerzunft aus dem späten 18. Jahrhundert wider. Auch im kulturellen Leben der Stadt waren die Weingärtner durch ihr traditionelles Fest am „Auseligen Mentig“ mit Fahnenflaigen, Umtrunk und Kalebstraube stets präsent.

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Redakteur / Urheber

Stadt Reutlingen

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