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SANDOW BIRK – JACQUES CALLOT
The Depravities of War – Die Schrecken des Krieges

24. Juli bis 3. Oktober 2010

Ausstellungsplakat Sandow Birk. Jacques Callot. The Depravities of War – Die Schrecken des KriegesSie sind dem Betrachter bekannt, da ihre Vorlagen durch die Massenmedien in einer solchen Flut und unmittelbaren Präsenz verbreitet wurden, dass sie sich ins kollektive Gedächtnis eingegraben haben. Hintergrund und Anlass für die Drucke ist der 2003 begonnene amerikanische Feldzug gegen den Irak. Im Vordergrund steht allerdings eine zeitlose Botschaft, nämlich die Frage, ob Krieg und Gewalt wirklich – immer noch – die Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln zur Lösung globaler Konflikte sein können. Die 15 monumentalen Holzschnitte sind außerdem ein Kommentar zu der täglichen Bilderflut und der Art und Weise, wie Krieg in den Medien ausgebreitet wird.

In 122 x 244 cm große Sperrholzplatten wurden über ein Jahr lang Motive einer Chronik geschnitten, die auf den ersten Blick durch ihr vertraut wirkendes Vokabular und die Bildkonventionen sowie das Schwarz-Weiß unaufgeregt wirken. Tatsächlich beruft sich Birk auf den Radierzyklus „Schrecken des Krieges“, in dem Jacques Callot (1592-1635) 1633 die Unmenschlichkeit des Dreißigjährigen Krieges anprangerte und der in der Ausstellung dem neuen Zyklus gegenübergestellt wird. Birk greift dessen Bildsprache und Stilistik auf und collagiert aus den Medienbildern, die wir im Kopf haben, wenn wir an den Irakkrieg denken, seine Holzschnitte.
Die Großformate wurden 2006/07 auf Hawai geschnitten, gedruckt und herausgegeben von der Huipress in Makawao. Als Vorlagen dienten Tusch- und Federzeichnungen, in denen sich Birk mit Callot auseinandergesetzt hatte. Diese wurden am Kopierer mehrfach hochvergrößert und für die Umsetzung als Holzschnitte arbeitete der Künstler mit bis zu vier Mitarbeitern zusammen. Der Druck einer Platte in der Auflage von fünf Exemplaren benötigte einen ganzen Tag.
Die Serie wurde mehrfach in den USA gezeigt. Die Ausstellung in Reutlingen ist die zweite europäische Einzelpräsentation des in Long Beach bei Los Angeles lebenden Künstlers, der in der Vergangenheit zahlreiche Stipendien erhielt, z. B. 2007 die Smithsonian Institution Fellowship, Washington. Sandow Birk ist in den USA als Zeichner, Grafiker und Filmemacher bekannt, dessen Arbeiten sich auf politische Ereignisse oder soziale Themen wie Gewalt in Städten beziehen.

Katalogeinband Sandow Birk - The Depravities of War Zu „The Depravities of War“ ist ein englischsprachiger Katalog erschienen (24,- Euro). Die zwei Haupttexte wurden aus Anlass der Reutlinger Ausstellung ins Deutsche übersetzt und als Broschüre diesem beigefügt.



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Stadt Reutlingen

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