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Automobil und Sport - Die Welt der Autorennen

​Hintergrundinformationen

Nach der Erfindung des Motorwagens im Jahr 1886 entwickelte sich schnell auch der Wunsch nach einem sportlichen Kräftemessen mit Fahrzeugen. Bei dem ersten 1894 in Frankreich organisierten Autorennen beteiligten sich 21 Fahrzeuge. Danach wuchs die Zahl der Veranstaltungen und der Teilnehmer rasant an. Seit 1911 war mit Wolfgang Entreß erstmals ein Reutlinger Rennfahrer bei Autorennen vertreten. In den 1920er Jahren fanden dann auch in Reutlingen und der Umgebung Motorsportveranstaltungen statt, wie etwa die „Berg- und Flachrennen“ auf der Straße zwischen Metzingen und Reutlingen. Das Stadtarchiv Reutlingen besitzt in seinen umfangreichen Fotosammlungen zahllose Beispiele, die die Entwicklung des Motorsports im heutigen Baden-Württemberg fast durchgängig bis in die Gegenwart belegen. Vor allem dem rennsportbegeisterten Reutlinger Fotografen Peter Dohm und seinem Sohn sind beeindruckende Bilder seit 1925 bis in die 1950er Jahre zu verdanken. Dohm, der selbst an Rennen zwischen Neckar, Schwarzwald und Alpen teilnahm, dokumentiert auch die Veranstaltungen auf der Solitude und dem Hockenheimring oder die Rundstreckenrennen der Nachkriegszeit in Reutlingen und Tübingen. Seit den 1970er Jahren kommen Bilder der Autocross-Veranstaltungen auf dem Reutlinger Panzergelände bzw. der Abfalldeponie Schinderteich, aber auch Aufnahmen vom Nürburgring oder den Bergrennen um Neuffen in den Beständen des Stadtarchivs vor.


Hinweis:

Jede Verwertung der Fotografien ist ohne Zustimmung des Stadtarchivs Reutlingen unzulässig.

Solitude, 1925 

Mitte Mai fand das erste Rennen auf dem neuen 22 km langen Rundkurs mit Start und Ziel an der Solitude statt. Auf der Strecke mit 15 % Steigung und 28 Kurven waren 128 m Höhenunterschied zu überwinden. Ein durchgehender Asphaltbelag fehlte, Streckenteile waren nur geschottert und mit einem Staubbindemittel versehen.
Mit Startnummer 8 nahm der Reutlinger Fotograf Peter Dohm mit seinem Bugatti das Rennen auf. Sein Beifahrer legte sich zur Gewichtsverlagerung gekonnt in die Kurven.
 
StadtA Rt., S 105/5 unverz.
Solitude
Salmson beim Burrenwald-Rennen, 1925 

Bei Biberach wurden in den 20er Jahren die Burrenwald-Rennen auf einer Strecke von 9 km und über 100 m Höhenunterschied ausgetragen. August Eisenhauer aus Stuttgart siegte 1925 in Biberach auf Salmson. Sein Fahrzeug hatte extrem lange, nach unten geschwungene Kotflügel.
Das französische Maschinenbauunternehmen Salmson fertigte ab 1924 spezielle Modelle für Motorsportveranstaltungen. Bis zur Schließung der Rennabteilung im Jahr 1929 hatten die Fahrzeuge 550 Rennen gewonnen und zahlreiche Europarekorde aufgestellt.
 
StadtA Rt., S 105/5 unverz. 
Salmson
Bergrennen Pforzheim, 1925 

Im April 1925 nahm Peter Dohm am Pforzheimer Bergrennen teil. Dieses Rennen fand auf der Strecke vom Kupferhammer durch den Wald auf die Höhe nach Huchenfeld statt.
 
StadtA Rt., S 105/5 unverz. 
Bergrennen Pforzheim
Gleichmäßigkeitsfahrt in Reutlingen, 1925 

Der Reutlinger Motorfahrerklub veranstaltete am 26. Juli 1925 für Autos ein Gleichmäßigkeitsrennen über 200 Kilometer. Das Rennen war mit einer festgelegten Geschwindigkeit zwischen den Zeitkontrollen zu fahren, Abweichungen wurden mit Strafpunkten belegt. Allein die Gesamtpunktzahl und nicht die Schnelligkeit entschieden über Sieg und Niederlage. Ein Zeitlimit durfte nicht überschritten werden.
Über Tübingen, Rottweil, Tuttlingen, Sigmaringen und Großengstingen führte der Kurs nach Reutlingen zurück. Der einheimische Presto-Fahrer Kull erhielt als Sieger mit drei Strafpunkten und einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 40 km/h den ausgelobten Ehrenpreis.
 
StadtA Rt., S 105/5 unverz.
Gleichmäßigkeitsrennen
Bergrennen Oberjoch–Hindelang, 1925 

Das erste Jochpass-Rennen fand 1923 auf der mit 104 Kurven und einem Höhenunterschied von 270 m recht anspruchsvollen Strecke zwischen Bad Hindelang und Oberjoch statt. Beim Rennen am 30. August 1925 startete auch ein Auto der Fahrzeugfabriken Ansbach und Nürnberg (Faun). 

StadtA Rt., S 105/5 unverz. 
Bergrennen Oberjoch–Hindelang
Kleinstrennwagen Scampolo 600 

Der Hockenheimring war am 8. und 9. Mai 1948 Austragungsort des ersten Meisterschaftsrennens für Sport- und Rennwagen nach dem Krieg in Deutschland. Über 300.000 Besucher erlebten Siege von Georg Meier und Karl Kling auf Veritas. Mit ca. 30 PS und einem Gewicht von maximal 350 kg erreichte der Scampolo eine Geschwindigkeit von 130 km/h. Willy Arnold und Walter Komossa, der auch als Fahrer antrat, stellten in ihrem kraftfahrtechnischen Versuchsbau Recklinghausen diesen Rennwagen her. Das Auto verfügte über einen wassergekühlten 2-Takt-Doppelkolbenmittelmotor.
 
StadtA Rt., S 105/5 Nr. 568/36
Kleinstrennwagen Scampolo 600
Toni Ulmen Solitude Rennen, 1949 

Annähernd 400.000 Zuschauer verfolgten am 18. September 1949 das erste Rennen auf der Solitude nach dem 2. Weltkrieg. Bei den Sportwagen triumphierte Karl Kling auf seiner Hausstrecke. Toni Ulmen kam bei den Rennwagen – bei zahlreichen Ausfällen der Konkurrenz – als Erster ins Ziel. Hier wird er von Frietz Rieß in seinem Holbein HH gejagt.
 
StadtA Rt., S 105/5 Nr. 1005/3 a
Toni Ulmen Solitude Rennen
Stadtringrennen Tübingen, Juni 1949 

Im Beisein zahlreicher Ehrengäste, darunter auch der Reutlinger Oberbürgermeister Oskar Kalbfell, veranstaltete der Automobilclub am 25. und 26. Juni 1949 das erste Rennen für Motorräder und Automobile auf einem Stadtkurs in Tübingen. Bei Geschwindigkeiten bis 200 km/h verfolgten 50.000 Zuschauer die beiden Rennen für Sportwagen und Formel 2 mit dem zweifachen deutschen Meister Karl Kling an der Spitze.
Eines der ganz wenigen Farbfotos vom ersten Stadtringrennen zeigt bei der Trainingsrunde v.l.n.r. Egon Brütsch (Westenrieder-Maserati), Fritzgeorg Martin (Veritas) und Toni Ulmen (Veritas).
 
StadtA Rt., S 105/5 unverz.
Stadtringrennen Tübingen
ADAC Deutschlandfahrt 1950 

Am 2. Juni 1950 fuhren die Teilnehmer der 1. ADAC Deutschlandfahrt auf ihrem Weg von Hannover nach München durch Reutlingen. Ziel der Veranstaltung war, dem Käuferpublikum einen genauen Überblick zu geben, „was die normalen deutschen Kraftfahrzeuge zu leisten imstande sind“. Bekannte Namen wie Toni Ulmen, Karl Kling oder Kurt Nitschky nahmen die Strecke in Angriff.
Bei der Zeitnahme in der Karlstraße fuhren auch drei Ford Taunus Spezial, hier mit Zusatzscheinwerfern, vor. Den Zuschauern dienten die Häuserruinen als übersichtlichere Sitzgelegenheit.
 
StadtA Rt., S 105/5 Nr. 1436/8
ADAC Deutschlandfahrt
DKW bei Achalm-Bergrennen, 1955 

Mehr als 5.000 Zuschauer erlebten am 19. Juni 1955 das 1. Achalm-Bergrennen von Eningen nach St. Johann. Die mehr als 100 Motorrad-, Gespann- und Autofahrer hatten eine kurvenreiche Strecke zu bewältigen. Im schnellsten Rennen des Tages machten die Porsche Fahrer den Sieg unter sich aus. In der 1600 ccm Klasse wurde die zwei Mal zu durchfahrende 4 km lange Strecke in der Gesamtzeit von 6:23 Minuten bewältigt. Bei den Serienwagen konnten Fiat und der einzige Renault gegen die Übermacht der DKW nichts ausrichten.
Dieser Fahrer der DKW-Meisterklasse F 89 lässt sein Fahrzeug auf drei Rädern durch die Kurve „fliegen“ und das mit 23 Serien-PS.
 
StadtA Rt., S 105/5 Nr. 3021/29

DKW bei Achalm-Bergrennen
Rennatmosphäre auf Mülldeponie Schinderteich, 1973 

Mehr als 4.000 Besucher verfolgten am 17. Juni 1973 das Autocross auf der 1200 m langen Rennstrecke auf der Reutlinger Mülldeponie. In sechs Rennen für Spezial-Crosswagen und Tourenwagen war der Schnellste mit knapp 90 km/h unterwegs.
Bei diesem Fahrzeug handelt es sich um kein Cabrio, sondern um eine VW-Käfer Limousine mit abgeschnittenem Dach und Überrollkäfig.
 
StadtA Rt., S 100 Nr. 13067/40, Fotograf W. Geisel
VW-Käfer Limousine mit abgeschnittenem Dach und Überrollkäfig
Autocross, 1987 

Auf dem Reutlinger Panzergelände am Listhof wetteiferten am 20. September 1987 die Fahrer in acht Klassen um den Sieg. In jeweils zwei Läufen war die gut 700 m lange Strecke sechs Mal zu durchfahren. Obwohl mehr als 40.000 Liter Wasser verspritzt wurden, gestalteten sich die Rennen zur deutschen Autocross-Meisterschaft zu einer staubigen Angelegenheit. Der Tagesschnellste erreichte 72 km/h.
 
StadtA Rt., S 105/20 Fotosammlung Rudolf Großguth unverz. 
deutsche Autocross-Meisterschaft

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