Ausschnitt aus der Pax Publica

Newsletter Oktober 2019


Verurteilt auf eigenen Wunsch?
Zu einem Sonderfall der Hexenverfolgung in Reutlingen

 
Die Historikerin Isa Zeder aus Basel berichtet am Mittwoch, 16. Oktober 2019 um 20:00 Uhr in der Volkshochschule über einen denkwürdigen Fall frühneuzeitlicher Hexenprozesse.
 
Als im 17. Jahrhundert Hexen verfolgt und verurteilt wurden, kämpften nicht alle vor Gericht um ihr Leben: 1644 lief in Reutlingen eine Magd zum Gefängnis, gestand Schadenzauber und flehte die Richter an, mit ihr ein Ende zu machen. Das eigenartige Phänomen der freiwilligen Selbstbezichtigung, von der Forschung bisher kaum beachtet, ermöglicht einen anderen Blick auf das Denken und Handeln der Menschen in jener Zeit. Verbirgt sich dahinter der Versuch eines „Suizids durch fremde Hand“? Der Vortrag schließt damit an die Erforschung der Reutlinger Hexenverfolgungen vor allem des 17. Jahrhunderts an, die in den vergangenen Jahren immer wieder Thema beim Geschichtsverein waren.
 
Die Referentin hat in Basel Geschichte studiert und in ihrer Masterarbeit die Selbstbezichtigung während der Hexenverfolgung anhand von Reutlinger Fällen untersucht.
 
 
 
Mitgliederversammlung 2019
 
Am 16. September fand im „Rebstöckle“ die jährliche Mitgliederversammlung des Vereins statt.
 
Der Vorsitzende Prof. Roland Wolf gab einen Überblick über die vielfältige Tätigkeit des Vorstands seit Jahresbeginn. Zumal die Bemühungen um die Erhaltung des historischen Stadtbilds und die „Vernetzung“ mit lokalen und regionalen Kultur- und Geschichtsinitiativen spielten eine große Rolle. Neue Entwicklungen wie etwa die Überplanung des Schieferbuckels und die Neugestaltung des Marktplatzes werden in naher Zukunft die Aufmerksamkeit des Geschichtsvereins fordern. Ein großes Anliegen ist die Gewinnung neuer Mitglieder. Über die Möglichkeit, Mitgliedschaften auch zu verschenken, wurde an dieser Stelle bereits informiert.
 
Jana Lienau stellte ein Schülerprojekt des Friedrich-List-Gymnasiums „Reutlingen zwischen den Extremen“ in Kooperation mit dem Geschichtsverein vor, das zusammen mit einer weiteren Schulklasse der Theodor-Heuss-Schule bei der diesjährigen Kulturnacht vorgeführt wurde.
 
Neben dem Berichtswesen gab es einen Ausblick auf die nächstjährigen Vorhaben des Vereins. 2020 steht mit dem 75. Jahrestag des Kriegsendes 1945 ein gewichtiger Veranstaltungsschwerpunkt an. Überdies stellte Prof. Nicole Schwindt den aus Reutlingen stammenden Frühdrucker Erhard Öglin vor, zu dessen           500. Todestag eine Reihe von Veranstaltungen unter Beteiligung des Geschichtsvereins stattfinden werden.
 
 
 
Weitere Veranstaltungen
 

Film-Preview „Zwingli – Der Reformator“
 
Programmkino „Kamino“ (Ziegelweg 3)
Sonntag, 27. Oktober 2019, 15:00 Uhr
 
Am 31. Oktober kommt das Historiendrama „Zwingli – Der Reformator“ in die deutschen Kinos. Am Sonntag, 27. Oktober veranstaltet das Programmkino KAMINO um 15.00 Uhr eine Preview in Kooperation mit dem Reutlinger Geschichtsverein. Im Anschluss gibt es ein Filmgespräch mit Pfarrerin Cornelia Eberle (Citykirche Reutlingen) und dem Kirchengeschichtler Pfarrer Fabian Kunze. Informationen und Kartenreservierung unter www.kamino-reutlingen.de oder Tel. 07121 9397247.
 
 
 
4. Albsymposion am 8. und 9. November in Lenningen-Gutenberg

 
Das vom Arbeitskreis historisch-kulturelles Erbe im Biosphärengebiet Schwäbische Alb geplante „Albsymposion“ möchte wissenschaftliche Fragestellungen und Erkenntnisse zu Themenschwerpunkten des Biosphärengebiets interessierten Bürgerinnen und Bürgern vermitteln. In der Gutenberger Schloßberghalle geht es bei der vierten Veranstaltung dieser Art um „Arbeit, Biodiversität und Landschaft im Biosphärengebiet Schwäbische Alb“. Die Schirmherrschaft hat Josef Kreuzberger, Vorsitzender des Schwäbischen Heimatbundes, übernommen, die Tagungszusammenfassung liegt bei unserem Vereinsmitglied Dr. Wolfgang Alber.
 
Das ausführliche Tagungsprogramm finden Sie hier:
 
https://www.biosphaerengebiet-alb.de/index.php/aktuelles-termine/icalrepeat.detail/2019/11/08/1185/-/alb-symposion
 
Eine Anmeldung wird bei der Geschäftsstelle des Biosphärengebiets erbeten, die Teilnahme ist kostenfrei.
 
 
 
Der Förderverein Geschichte an der Universität Tübingen e.V. lädt zu einer eintägigen Veranstaltung
 
Abgrenzung und Ausgrenzung in der Geschichte. Fremdenfeindlichkeit – Nationalismus – Sezession
 
am Freitag, 11. Oktober 2019 von 10.00 bis ca. 17.00 Uhr nach Tübingen in den großen Übungsraum des Hegelbaus (Wilhelmstr. 36, EG) ein. Zum Programm:
 
10.00 Uhr Prof. Hans Woidt: Begrüßung
 
10.15 Uhr Sebastian Schmidt-Hofner: Fremdenfeindlichkeit, Bürgerrecht und die Demokratie im klassischen Athen
 
11.15 Uhr Prof. Dr. Klaus Gestwa: Die Explosion des Ethnischen. Sezessionsprozesse und der Zerfall des Sowjetimperiums
 
14.00 Uhr: Prof. Dr. Steffen Patzold: Fremdenfeindlichkeit im Frühmittelalter
 
15.00 Uhr: Dr. Clara-Maria Seltmann: Nationalismus upside down. Aus- und Abgrenzung in Australien
 
16.00 Uhr Prof. Dr. Georg Schild: Sezession und Bürgerkrieg in Amerika.



Vorträge Klöster im Mittelalter
 
Samstag, 26. Oktober 2019 in Bad Urach
 
Der Diözesangeschichtsverein veranstaltet gelegentlich seiner Mitgliederversammlung einen Studientag zu Klöstern im Mittelalter mit zwei Vorträgen renommierter Historiker, Prof. Dr. Gert Melville aus Dresden und Prof. Dr. Sabine Holtz aus Stuttgart. Die halbtägige Veranstaltung im Residenzschloss Urach beginnt um 10.00 Uhr, ein Tagungsbeitrag von 30,- Euro wird erhoben.
 
Anmeldungen werden beim Geschichtsverein der Diözese Rottenburg-Stuttgart erbeten, E-Mail: info@gv-drs.de. Das Programm ist einsehbar unter www.gv-drs.de
 



Geschäftsstelle des Reutlinger Geschichtsvereins
Kontakt
Tel.: 07121/303-2386
E-Mail: geschichtsverein@reutlingen.de

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