Ausschnitt aus der Pax Publica

Newsletter Februar 2020


                                                                                                                                                   Öglin


Der erste deutsche Musikdrucker – ein gebürtiger Reutlinger
 
Am Mittwoch, 12. Februar spricht Prof. Dr. Nicole Schwindt um 20:00 Uhr in der Volkshochschule über die Liederdrucke Öglins.
 
Neben einem regulären Buchprogramm druckte Erhard Öglin 1507 lateinische Oden sowie 1512 und 1513 Sammlungen mit deutschen Liedern. Er vollbrachte diese Pioniertat in Augsburg, stammte aber aus Reutlingen und war Schüler bedeutender Reutlinger Buchdrucker. Der Vortrag verbindet
biographische Informationen mit einer Darstellung der technologischen, publizistischen und wirtschaftlichen Herausforderungen, die der Musikaliendruck zu dieser Zeit bedeutete. Dass sich Öglin auf das Wagnis des neuen Mediums einließ, ist nicht zuletzt seinen Verbindungen zum „Erzhumanisten“ Konrad Celtis und zu Kaiser Maximilian I. zu verdanken. Er trug nicht nur zeitweise den Titel eines Hofbuchdruckers, sondern hatte Zugang zu den Kompositionen der Musiker aus der kaiserlichen Kapelle.
 
Die Referentin ist Musikwissenschaftlerin an der Staatlichen Hochschule für Musik Trossingen. Zu ihren Spezialgebieten gehört die deutsche Musikgeschichte um 1500. Musikalische Umrahmung: Alfred Gross, Clavicytherium.
 
 
Zum Jubiläum gibt es in der Reihe Musica Antiqua am Sonntag, 16. Februar um 11:00 Uhr im Spitalhofsaal ein Konzert mit dem in Reutlingen beheimateten Peñalosa-Ensemble (Susan Eitrich, Sopran; Gudrun Köllner, Alt; Sebastian Mory, Tenor; Dietrich Wrase, Bass; Gast: Gerhard Hölzle, Tenor) unter dem Titel
 
Liebeslieder um 1500: Musik aus den Notendrucken des Reutlingers Erhard Öglin.
 
Es werden Werke von Heinrich Isaac, Paul Hofhaimer, Ludwig Senfl, Adam Rener u. a. geboten.
Begleitet wird das Ensemble von Alfred Gross am Renaissance-Cembalo, die Moderation übernimmt
Prof. Dr. Nicole Schwindt.
 
Eintritt: 10,00 Euro (ermäßigt 6,00 Euro)
Kartenvorverkauf: GEA-Konzertbüro am Markt (Telefon 07121 302-292).
 
 
 
Veranstaltungen zum 75. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz im Februar
 
 
Dienstag, 4. Februar, 20:00 Uhr
 
„Dem Erinnern Raum geben“. Aktions-Forschungs-Film und Ausstellung, Fragen nach der Geschichte der Ermordeten und eigene Geschichtsbilder. Ein Projekt für andere Perspektiven.

Bei dieser Veranstaltung präsentiert die „Agentur für unschätzbare Werte“ Ergebnisse aus einer Aktions-Forschung im lebendigen Museum Schaffwerk (Pfullingen), in der Gedenkstätte Grafeneck, in der Welt um uns herum und in unserem eigenen Innern. Im Mittelpunkt steht die Geschichte einer Frau, deren Geschichte lange im Dunkeln lag. In der Gesellschaft, in der sie lebte, wurde ein Leben wie ihres als „lebensunwert“ betrachtet, sie Frau wurde ermordet, genau wie 10653 andere Menschen, im Jahr 1940, in Grafeneck auf der Schwäbischen Alb. In Kooperation mit dem Kunstmuseum Reutlingen wird an eigenen Bildern und Installationen gearbeitet. Dabei inspiriert zum Beispiel der Engel der Geschichte.
 
Veranstaltungsort: Kulturzentrum franz.k, Eintritt frei.
 
 
Sonntag, 9. Februar, 11:00 Uhr
 
Heimat ist ein Raum aus Zeit. Ein Dokumentarfilm von Thomas Heise
Programmkino KAMINO, Ziegelweg 3 (Wendler-Areal)
 
Was bleibt? Biografien hinterlassen Spuren. Die Zeitläufte auch. Wie sich das eine zum anderen verhält, untersucht Thomas Heise in „Heimat ist ein Raum aus Zeit“. Der mit dem Deutschen Dokumentarfilmpreis 2019 und dem Caligari Filmpreis der 69. Berlinale ausgezeichnete Film folgt den biografischen Spuren einer zerrissenen Familie über das ausgehende 19. und das folgende 20. Jahrhundert hinweg. Eine Collage aus Bildern, Tönen, Briefen, Tagebüchern, Notizen, Geräuschen, Stimmen, Fragmenten.
 
Kartenreservierung: www.kamino-reutlingen.de oder Tel. (07121) 9397247.
 
 
 
 
 
Geschäftsstelle des Reutlinger Geschichtsvereins
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Tel.: 07121/303-2386
E-Mail: geschichtsverein@reutlingen.de

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