Frau und Beruf

Sadeta Löcklin

Alter: 47 JahreSadeta Löcklin
Geburtsort: Skopje, Mazedonien
Aufgewachsen in: Skopje (bis zum 9. Lebensjahr) und in Tübingen und Reutlingen
Familienstand: Verheiratet, 2 Kinder
Ausbildung: Groß- und Einzelhandelskauffrau, Wirtschaftsinformatikerin
Ausgeübter Beruf: Geschäftsführerin der Satema GbR (Stickerei, Druckerei, Textilien)

 

"Nutzen Sie das eigene kulturelle und persönliche Potential.“

 

 

Meine eigentliche Ausbildung...

... hat mit meinem großen Interesse für Wirtschaftsabläufe und EDV zu tun. Auf der weiterführenden Schule, die ich besucht habe wurde eine EDV Klasse angeboten, danach habe ich einen Ausbildungsplatz als Programmiererin bekommen.


Mein jetziger Beruf...

... als Geschäftsführerin von Satema  ist eine Kreuzung aus den Interessen, die mich in meinem bisherigen Leben begleitet haben. Ich habe in den Bereichen Wirtschaft, EDV und  Werbung gearbeitet außerdem bin ich visuell veranlagt. In meiner Selbständigkeit habe ich gleichzeitig die Chance gesehen alle vier Bereiche miteinander zu verbinden.


Eine Unterbrechung meiner beruflichen Laufbahn...

... gab es durch die Geburt meiner Kinder. Ich habe zwei Töchter für die ich insgesamt eine fast vierjährige Auszeit genommen habe.


Was mir beim (Wieder)einstieg am meisten geholfen hat...

... war die Tatsache, dass ich selbst für mein Auskommen verantwortlich bin!
Meine berufliche Entwicklung hat sehr viel mit meinem starken Willen zu tun.  Als ich nach Deutschland kam, wollte ich mit all den Möglichkeiten, die hier angeboten werden, leben. Es war mir völlig klar, dass ich gut Deutsch sprechen muss. Eine große Hilfe war, dass ich eine deutsche Freundin hatte, mit der ich sehr viel Zeit verbracht habe und  die ein gepflegtes Hochdeutsch sprach. Sie hat mich ständig korrigiert und so habe ich ziemlich schnell und gut Deutsch gelernt.
 

Mein Migrationshintergrund...

... stellt eine Bereicherung des Lebens als solches dar!  Meine Herkunft betrachte ich inzwischen als kulturellen Zugewinn für meine jetzige Heimat Deutschland.
Trotzdem ist mir klar, dass ich es ohne Migrationshintergrund manchmal leichter gehabt hätte. Gerade als ich noch nicht verheiratet war und noch meinen jugoslawischen Nachnamen trug, haben mich die Leute oft in eine Schublade gesteckt. Allerdings haben sie mich da auch schnell wieder rausgeholt, nachdem sie mich besser kennengelernt haben. In der Regel bin ich nämlich durch Anderes aufgefallen als durch meine Herkunft, z.B. durch meine Fröhlichkeit und meine Kontaktfreude. Außerdem bin ich der Überzeugung, dass ich eventuelle Vorurteile schnell durch andere Werte wettgemacht habe.

 

Mein beruflicher Erfolg...

... beruht auf Fleiß und Arbeit.
Zwar musste ich zusätzliche Kraft aufbringen, aber diese Anstrengung macht einen Teil meines Erfolges aus. Zu meiner persönlichen Integration hat am meisten mein Wunsch nach „normalem“ Leben beigetragen und dadurch bedingt die Durchsetzung meiner Ziele und Wünsche.

 

Meine Empfehlung an andere Frauen mit Migrationshintergrund ist...

... nutzen Sie das eigene kulturelle und persönliche Potential!
Jeder Mensch bringt ein großes Talentpotpourri  mit, welches die deutsche Kultur bereichern kann. Es ist wichtig sich seiner speziellen Fähigkeiten und kulturellen Stärken bewusst zu sein. In meinem Fall bringe ich  z.B. Kontaktfreude und die Fähigkeit sich mit anderen zu vernetzen ein, weil ich selbst aus einer sehr kommunikativen Gesellschaft stamme.

 

Meine Wünsche an Institutionen und Einrichtungen, die Integrationsarbeit leisten...

... sind heutzutage zum größten Teil umgesetzt. Als ich jünger war und hier zur Schule ging, hätte ich mir solche Dinge wie einen Sprach - oder Integrationskurs gewünscht. Das hätte mir die Orientierung und Eingewöhnung wesentlich leichter gemacht. Glücklicherweise gehören diese Angebote inzwischen zum festen Bestandteil der Integrationsarbeit.


Stadt Reutlingen

Bleib in Kontakt!

Querbeet

Durch die Nutzung dieser Website erklären Sie sich damit einverstanden, dass unsere Dienste Cookies verwenden. Mehr erfahren OK