Weniger CO2 und weniger Emmissionen

Lärmaktionsplan- Kartierung 2017

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Bereich: Grünflächen und Umwelt

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Umgebungslärm Allgemein

Die Belastung durch Lärm ist für viele Menschen eines der wichtigsten Umweltprobleme. In Deutschland fühlen sich 60 Prozent der Menschen insbesondere durch Verkehrslärm gestört.

Daher besteht Handlungsbedarf, Maßnahmen zum Lärmschutz zu ergreifen. Im Jahr 2002 hat die Europäische Union (EU) mit der Umgebungslärmrichtlinie (2002/49/EG) ein Konzept verabschiedet, die Lärmbelastung der Bevölkerung nach einem EU-weit einheitlichen Verfahren zu ermitteln und darzustellen. Die EU hat ihre Mitgliedstaaten verpflichtet, strategische Lärmkarten zu erstellen, die Öffentlichkeit zu beteiligen und einen Lärmaktionsplan aufzustellen.

Die Stadt Reutlingen hat die Lärmkarten für den relevanten Verkehrlärm erstellen lassen. Alle Reutlinger Bürgerinnen und Bürger wie auch die Träger öffentlicher Belange haben die Möglichkeit, sich aktiv an der Lärmaktionsplanung zu beteiligen. Die Anregungen werden vom städtischen Amt für Tiefbau, Grünflächen und Umwelt gesammelt. Die Verwaltung setzt sich mit den Anregungen und Vorschlägen der Bürgerinnen und Bürger auseinander und prüft, ob diese in den Lärmaktionsplan einfließen können.

Insbesonder ist es wichtig, die Lärmaktionsplanung im Zusammenwirken mit anderen Planungen wie Bauleitpläne, Regionalpläne, Verkehrspläne, Luftreinhaltepläne zu sehen. Durch einen gesamtplanerischen Lösungsansatz könne viele lärmbedingte Konflikte, die im Nachhinein hohe Kosten verursachen vermieden werden.

2. Fortschreibung Lärmaktionsplan 2017/2018


In der aktuellen zweiten Fortschreibung 2017/2018 beginnt die Aktualisierung des Lärmaktionsplans mit der
Lärmkartierung. Entsprechend den relevanten Regelungen zur EU-Umgebungslärmrichtlinie fließt das
Verkehrsaufkommen der Straße bzw. der Schiene, die aktuelle Entwicklung zur Anzahl der Betroffenen
(Wohnungen, Schulen, Krankenhäuser, etc.) und die aktuellen Regelungen für Industrie- und
Gewerbebetriebe jeweils für das Jahr 2017 ein. In Reutlingen ist neben dem Straßen- und Schienenlärm
der Umgebungslärm aus Gewerbe- und Industrieanlagen zu berücksichtigen. Die Methodik der
Lärmkartierung wurde in den vorangegangenen Gemeinderatsdrucksachen ausführlich beschrieben.
Lärmaktionspläne sind für alle kartierten Gebiete aufzustellen, in denen Betroffene von Lärmbelastungen
über 55 dB(A) LDEN und 50 dB(A) LNight ausgewiesen sind. In die Aktionsplanung sind Bereiche mit
Lärmbelastungen über 65 dB(A) LDEN und 55 dB (A) LNight einzubeziehen. Vordringlicher Handlungsbedarf
besteht in Bereichen mit sehr hohen Lärmbelastungen über 70 dB(A) LDEN und 60 dB (A) LNight.

Umgebungslärm Straße (Zuständigkeit Stadt)

Um die Auswirkungen des Scheibengipfeltunnels, der am 28. Oktober 2017 in Betrieb genommen wurde, in
der Untersuchung berücksichtigen zu können, werden als Grundlage für die Lärmemissionen die Daten
einer Verkehrsprognose für das Stadtgebiet mit Scheibengipfeltunnel verwendet.
Die Lärmkartierung des Gesamttages für das Reutlinger Straßennetz ist in Anlage 1 dargestellt. 60 % der
Bewohner die von einem Lärmpegel mit mehr als 55 dB(A) über den Gesamttag gemittelt belastet sind,
wohnen in der Innenstadt, die restlichen 40 % verteilen sich auf die Bezirksgemeinden. Der nächtliche
Pegel ist in Anlage 2 dargestellt.

Vergleich zur Lärmaktionsplan 2007 bis 2009

Tabelle 1 zeigt die Anzahl der durch den Straßenlärm betroffenen Einwohner im Stadtgebiet im Vergleich
zum Lärmaktionsplan 2007-2009.

LDEN 2017 LDEN 2007 LNight 2017 LNight 2007
  • 55 dB (A)
15.200 16.600 3.230 4.300
  • 65 dB (A)
3.200 3.900 30 100
  • 70 dB (A)
700 1.060 - -
  • 75 dB (A)
40 60 - -
Tabelle 1: Vergleich der Betroffenen 2017 gegenüber 2007/9 durch Straßenlärm

Gegenüber 2007 wirken sich insbesondere der Scheibengipfeltunnel, aber auch die inzwischen
durchgeführten lärmreduzierenden Maßnahmen wie die Geschwindigkeitsreduzierungen im klassifizierten
Straßennetz positiv, d. h. lärmsenkend aus. So reduziert sich beispielsweise die Anzahl der Betroffenen
eines Lärmpegels über 70 dB(A) bezogen auf den Gesamttag um etwa 1/3 von ca. 1.060 auf rund 700.
Nachts reduziert sich die Anzahl der Betroffenen über 55 dB(A) um rund 25% von 4.300 auf 3.230
Personen.

Straßenabschnitte mit vordringlichem Handlungsbedarf

Im Stadtgebiet wurden insgesamt 20 Maßnahmenbereiche aus einer Verschneidung der betroffenen
Einwohner mit der statistischen Verteilung der Lärmpegel identifiziert. Anlage 3 zeigt die Verteilung der Hot
Spots im Stadtgebiet. Tabelle 2 zeigt die 12 Straßenabschnitte im Stadtgebiet mit einem vordringlichen
Handlungsbedarf der höchsten Priorität (siehe auch Anlage 4).

Die in Tabelle 2 genannten Maßnahmenbereiche werden in der weiteren Lärmaktionsplanung vorrangig
untersucht. Es werden konkrete Vorschläge zur Minderung der Lärmpegel ausgearbeitet. Um
verkehrsrechtliche Maßnahme, wie eine Geschwindigkeitsreduktion im klassifizierten Straßennetz
durchzuführen, ist jedoch die Berechnung nach deutschen Rechenrichtlinien durchzuführen und die
Zustimmung des Regierungspräsidiums Tübingen als obere Straßenverkehrsbehörde einzuholen.
Maßnahme Stadtteil Straßenabschnitt Aktuelle Geschwindigkeit
1 Mittelstadt OD im Zuge der L374 Neckartenzlinger Straße und Riedericherstraße                                  50 km/h
3 Rommelsbach OD im Zuge der K6720 Kniebies- und Ermstalstraße 50 km/h
6 Degerschlacht OD im Zuge der K6725 Leopoldstraße 50 km/h
8 Betzingen OD im Zuge der L384 Jettenburger Straße/ Im Dorf 30/50 km/h
11 Reutlingen OD im Zuge der L384 Tübinger Straße 30 km/h
12 Reultingen Konrad-Adenauer-Straße 60 km/h
13 Reutlingen B312alt Karlstraße zwischen Kaiserstraße und
Fernmeldeamt
50 km/h
14 Reutlingen L378 Rommelsbacher Straße Höhe Unter den Linden 50 km/h
15 Reutlingen B312alt Lederstraße/ Am Echazufer 50 km/h
16 Reutlingen Albstraße im Bereich Wendleareal 50 km/h
17 Reutlingen Alteburgstraße zwischen Hindenburgstraße und
Gustav-Schwab-Straße
50 km/h
20 Gönningen Hauptstraße/ Lichtensteinstraße 30/50 km/h
Tabelle 2: Straßenabschnitte mit vorrangigem Handlungsbedarf

Auswirkungen durch bereits umgesetzte Maßnahmen aus dem Luftreinhalteplan

In der Regel wirken sich Maßnahmen zur Luftreinhaltung positiv, d. h. reduzierend auf den Lärm aus.
Geschwindigkeitsreduktionen wie Tempo 40 auf der Lederstraße oder Zuflussoptimierungen für die
Luftreinhaltung am AOK-Knoten und am Dreispitz, wie sie im Zuge der Luftreinhaltung schon umgesetzt
wurden, haben eine lärmreduzierende Wirkung. Allerdings liegen die Reduktionen noch unterhalb des
hörbaren Bereichs. Um den Lärm um 3 dB(A) zu reduzieren, müsste die Verkehrsbelastung halbiert
werden. Größere Auswirkungen als die Verringerung der Verkehrsbelastung hat die Reduktion der
Geschwindigkeit von Tempo 50 auf Tempo 40. Der Lärmpegel reduziert sich um rund 1,3 dB(A).

Umgebungslärm Gewerbe- und Industrieanlagen (Zuständigkeit Stadt)

Die vom RP Tübingen benannten zu berücksichtigenden 7 Anlagen liegen in den Reutlinger
Gewerbegebieten und betreffen u. a. die Rohstoffverwertung, die Textilchemie, Abfallbeseitigung, sowie
Anlagen der Versorgung der FairNetz. Die lärmrelevanten Betriebe wurden in die Untersuchung
einbezogen. Die Berechnung der Lärmemissionen der relevanten Anlagen ist in Anlage 5 dargestellt.
LDEN LDEN Night
  • 55 dB (A)
28 17
  • 65 dB (A)
2 0
  • 70 dB (A)
- -
  • 75 dB (A)
Tabelle 3: Betroffene Einwohner durch Gewerbe- und Industrielärm für IED-Anlagen

Vom Gewerbelärm ist das Gewerbegebiet Sondelfinger Straße und in geringerem Umfang das
Gewerbegebiet an der Hauffstraße betroffen. Im Vergleich zum Straßenlärm gibt es in Reutlingen kaum
Betroffene durch den Umgebungslärm ausgehend von IED-Gewerbe- und Industrieanlagen.

Umgebungslärm Schiene (Zuständigkeit Eisenbahnbundesamt)

Das Stadtgebiet von Reutlingen ist seit 2014 in der zweiten Stufe der Lärmkartierung an
Haupteisenbahnstrecken, die eine Zugfrequenz von mehr als 30.000 Zügen im Jahr aufweisen, enthalten.
Die Zuständigkeit für die Lärmkartierung liegt beim Eisenbahnbundesamt EBA, seit 2015 auch die
Zuständigkeit bei der Lärmaktionsplanung.
Die Ergebnisse der Lärmkartierung des Schienenlärms wurden vom EBA im Januar 2018 auf der
Homepage veröffentlicht. Eine Öffentlichkeitsbeteiligung fand vom 24. Januar bis zum
7. März 2018 statt. Die Reutlinger Bürger wurden in einer Pressemitteilung auf die
Öffentlichkeitsbeteiligung hingewiesen. Die Ergebnisse der Lärmkartierung des EBA mit einer Analyse der
Betroffenheit der Reutlinger Bürger wurden nachrichtlich übernommen und sind in Anlage 6 dargestellt.

Auswirkungen auf Reutlingen

Für den durch Reutlingen führenden Schienenabschnitt gibt es aus dem Lärmsanierungsprogramm der
Bahn keine Bereiche, auf denen Sanierungsmaßnahmen geplant sind. Eine künftige Reduktion des
Schienenlärms wird daher auf dem Streckenabschnitt in Reutlingen nicht durch Maßnahmen wie
Lärmschutzwände, sondern durch eine Reduktion der Emissionen des Wagenmaterials wie die Umrüstung
lauter Züge auf Flüsterbremsen bzw. die Umrüstung von Güterwagen auf leise Technik erzielt.

Öffentlichkeitsbeteiligung

Einen großen Schwerpunkt bei der Erstellung des Lärmaktionsplans stellt die Beteiligung der Öffentlichkeit
dar. Damit erhält sie die Möglichkeit, an der Ausarbeitung der Lärmaktionspläne mitzuwirken. Die
Ergebnisse der Mitwirkung sind zu berücksichtigen und die Öffentlichkeit ist über die getroffenen
Entscheidungen und Maßnahmen zu unterrichten. Die Lärmkartierung wird ab 02. November 2018 vier
Wochen öffentlich ausgelegt werden. Die Bevölkerung erhält damit die Gelegenheit, sich in einer
angemessenen Form zu äußern.

Links zum Lärmaktionsplan:

https://www.swr.de/swraktuell/baden-wuerttemberg/tuebingen/Laermaktionsplan-Reutlingen-Auf-den-Strassen-ist-es-immer-noch-zu-laut,laermaktionsplan-reutlingen-geht-in-neue-runde-100.html

www.rtf1.de/news.php?id=20975


Gea-Artikel zum Lärmaktionsplan:
Gea Artikel

Artikel aus dem Reutlinger Tagblatt:
Artikel Tagblatt


Lärmaktionsplanung

Auf den Lärmkarten aufbauend werden Lärmaktionspläne mit Maßnahmen zur Lärmminderung erarbeitet.
Die Lärmaktionsplanung wird unter Berücksichtigung der Ergebnisse aus der Öffentlichkeitsbeteiligung
2018 durchgeführt. Emde des 1. Halbjahres 2019 wird der neue Lärmaktionsplan dem Gremium zum
Beschluss vorgelegt.


Verkehrsrechtliche Maßnahmen (Tempo 30)


Warum wird Tempo 30 aus Lärmschutzgründen eingeführt?

Die Maßnahmen Tempo 30 aus Lärmschutzgründen sind eine Auswirkung aus dem Lärmaktionsplan der Stadt Reutlingen. Grund für Tempo 30 ist eine hohe Verkehrsbelastung auf den Straßenabschnitten, die zu einer hohen Lärmbelastung der Anwohner führt. Tempo 30 wird dort eingeführt, wo die Lärmwerte deutlich über den zulässigen Lärmrichtwerten liegen. Die Lärmwerte reduzieren sich durch Tempo 30 anstatt Tempo 50 um rund 2,5 dB(A) und verbessern damit die Lärmsituation der Anwohner. Der Unterschied von 2,5 dB(A) ist deutlich hörbar. Darüber hinaus wird durch die geringere Geschwindigkeit das Queren der Straßenabschnitte für die Fußgänger einfacher und sicherer. Das Amt für öffentliche Ordnung überwacht die Einhaltung der zulässigen Geschwindigkeit im Rahmen des Möglichen.
Welche verkehrsrechtlichen Maßnahmen wurden umgesetzt?

Als erste verkehrsrechtliche Maßnahme aus dem Lärmaktionsplan Reutlingen wurde am 25. Juli 2011 auf einem Abschnitt der L 384 Ortsdurchfahrt Ohmenhausen zwischen der Nägelestraße und dem Dahlienweg Tempo 30 eingerichtet. Dies war die erste Maßnahme im Regierungsbezirk Tübingen, im Zuge derer eine ganztägige Geschwindigkeitsreduktion auf einem Abschnitt einer klassifizierten Straße angeordnet wurde.

Mit einer Verschärfung der Richtwerte durch das Ministerium für Verkehr und Infrastruktur Baden-Württemberg im März 2012 wurde der Tempo-30-Abschnitt in Ohmenhausen im November 2012 auf die gesamte Ortsdurchfahrt ausgeweitet.

In Sondelfingen wurde im Februar 2013 Tempo 30 auf einem Teilstück der Ortsdurchfahrt L378a zwischen Lange Straße und Reichenecker Straße eingerichtet.
Nach der Zustimmung des Regierungspräsidiums Tübingen zu den weiteren beantragten Tempo-30-Abschnitten aus Lärmschutzgründen wurde Tempo 30 auf folgenden Abschnitten eingeführt:

- L 384 Tübinger Straße zwischen Gratwohl- und B28 Bantlinstraße seit 27. Januar 2014
- in Rommelsbach die Ortsdurchfahrt im Zuge der L378 Württemberger Straße zwischen 
  Kindergarten und Alemannenstraße seit 27. Januar 2014
- in Betzingen die Ortsdurchfahrt im Zuge der L384 Jettenburger Straße bzw. „Im Dorf“ sowie im
  Zuge der L 379  Wannweiler Straße und in der Verlängerung die Mühlstraße und die Heppstraße
  bis zur Einmündung Schanzstraße seit 10. Februar 2014

Auf der L378 Württemberger Straße in Rommelsbach erfolgte die Zustimmung des RP Tübingen zu Tempo 30 nur für den Abschnitt zwischen Kindergarten und Alemannenstraße und nicht für den eingereichten Abschnitt zwischen Kreisverkehr in Ortsmitte und Altenwaldstraße. Zwischen Altenwaldstraße und Alemannenstraße sowie zwischen Kreisverkehr im Ortszentrum und der Tannheimer Straße werden die Lärmrichtwerte zwar erreicht, eine erhebliche Überschreitung der Richtwerte, die eine lärmreduzierende Maßnahme zur Folge hätte, liegt jedoch nicht vor.

Eine Prüfung der Maßnahmen ergab, dass die Geschwindigkeitsreduzierung zu keinen signifikanten Leistungseinbußen und damit auch nicht zu Verkehrsverlagerungen in das nachrangige Straßennetz führt. Eine Untersuchung der Auswirkung von Tempo 30 auf das Abgasemissionsverhalten von Fahrzeugen und damit auf die Luftreinhaltung ergab auf allen Streckenabschnitten eine Verbesserung der Werte.

Lärmaktionsplan Reutlingen

Die Ausgangssituation zum Start der Lärmaktionsplanung

Lärmpegelkarte Gesamttag 2017
Download Lärmkarte-Tag
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Lärmpegelkarte Nacht (22 bis 6 Uhr) 2017
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