Raupen des Eichenprozessionsspinners
Eichenprozessionsspinner

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Herr
Martin Schmid
Projektleiter Grünflächenunterhaltung
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Eichenprozessionsspinner

In den vergangenen Jahren kam es in Reutlingen zu einem massiven Auftreten des Eichenprozessionsspinners, was in der Bevölkerung zu Verunsicherung führte. Nachfolgend die wichtigsten Informationen.

Was für ein Tier ist das überhaupt?

Der Eichenprozessionsspinner ist ein graubrauner, 25 mm großer Nachtfalter, der von Ende Juli bis Anfang September fliegt. Die Weibchen legen über 100 gut getarnte Eier an der Unterseite junger Zweige im oberen Bereich der Bäume ab. Anfang Mai schlüpfen dann die samtartig behaarten Raupen, um Eichenblätter zu fressen. Sie durchlaufen bis zur Verpuppung 5 bis 6 Entwicklungsstufen, wobei sie jedes mal ihre alte Haut abwerfen. Tagsüber und zur Häutung verstecken sich die Raupen in ihren Nestern, die sich am Stamm befinden und aus feinen Fäden gesponnen sind. Die Nester nennt man daher auch Gespinste. Gegen Abend wandern die Raupen von dort aus alle zusammen - wie bei einer Prozession - zur Nahrungssuche in die Baumkronen. Die Verpuppung erfolgt Ende Juni in Kokons innerhalb der Nester. Die Puppenruhe dauert 3 bis 5 Wochen, dann hat sich aus der Raupe der fertige Falter entwickelt.

Welche Gefährdung besteht für den Menschen?

Die Gefahr für die Gesundheit des Menschen geht von den sehr feinen Haaren aus, die den Raupen ab der dritten Entwicklungsstufe wachsen. Diese leicht abbrechenden Haare werden vom Wind über weite Strecken getragen und können sich mit Wiederhaken festsetzen.

Wenn ein Mensch die Haare berührt oder einatmet, reizen sie die Haut, die Augen oder die Schleimhäute in der Nase, im Mund und im Hals. Dabei wird von den Raupenhaaren ein Gift freigesetzt. Besonders betroffen ist die Haut im Gesicht, am Hals und auf den Armen.

Eine Gefährdung durch die Raupenhaare besteht von Mitte Mai bis in den späten Herbst. Auch wenn die Raupen nicht mehr da sind, befinden sich die Raupenhaare noch über einen langen Zeitraum in der Umgebung der Bäume. Dabei sind gerade die Nester gefährlich, da sich darin die alten Larvenhäute befinden. Werden diese nun entfernt oder zerstört, fliegen sehr viele Haare durch die Luft. Diese Haare können dann direkt auf der Haut oder an der Kleidung kleben bleiben, ohne dass es der Betroffene bemerkt. Die Reaktionen können bei jedem unterschiedlich stark sein. Dabei gilt: Je mehr Raupenhaare man abbekommt, desto unangenehmer wird es.
Mögliche Folgen sind Hautausschläge, Hautrötungen, leichte Schwellungen und ein heftiger brennender Juckreiz, Reizungen an Mund- und Nasenschleimhaut durch eingeatmete Haare können zu Bronchitis, Husten und Asthma führen. Andere klagen über Müdigkeit und Schwindel. Einige bekommen sogar Fieber oder entzündete Augen. 

Wo müssen Sie aufpassen?

Als wärmeliebende Art bevorzugt der Eichenprozessionsspinner freistehende besonnte Eichen, das heißt Bäume an Waldränden, in Parks, Ortsbegrünungen, Gärten, an Sportplätzen, Schwimmbädern und so weiter.

Wie können Sie sich schützen?

Der wirksamste Schutz ist das Meiden der befallenen Areale.

Wie verhalten Sie sich nach dem Kontakt mit Raupenhaare?

Wer Raupenhaare berührt hat, sollte sie sehr gründlich abspülen und nach Möglichkeit nicht kratzen. Die Kleidung sollte sofort gewechselt und sorgfältig gewaschen werden. Bei allergischen Reaktionen sollte ein Arzt aufgesucht werden. 

Was kann gegen die Raupen unternommen werden?

Im Frühjahr gibt es die Möglichkeit, die Raupen mit einem biologischen Pflanzenschutzmittel zu bekämpfen. Da aber der ganze Baum eingenebelt werden muss, lässt sich diese Methode aus Kostengründen nicht flächendecken realisieren.
Der Eichenprozessionsspinner wird derzeit nur an neuralgischen Standorten mechanisch bekämpft, dass heißt er wird abgeflammt. Es wird daher nicht möglich sein, alle Raupen zu vernichten.

Wichtig ist, dass alle Maßnahmen von erfahrenen Experten in Schutzanzügen durchgeführt werden!


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