Reutlinger Mutschel

Mutscheln

Ein Mutschel-Rezept für alle, die es selbst versuchen möchten:

  • 1 kg Mehl
  • 1/2 l Milch
  • 150 gr Butter
  • 15 gr Salz
  • 10 gr Zucker
  • 80 gr Hefe
Mit freundlicher Unterstützung der Vollkornbäckerei Berger.

Mutschel-Anzeigen aus dem Amtsblatt des Jahres 1851

Drei Anzeigen aus dem Amtsblatt aus dem Jahr 1851, die zum Mutscheln einladen

Eine Anzeige aus dem Amtsblatt aus dem Jahr 1851, die zum Mutscheln einladen
Reutlinger Mutschel

Reutlinger Mutscheltag

Viel altes Brauchtum wird in heutiger Zeit "wiederentdeckt". Der Reutlinger Mutscheltag aber wird seit alters her ohne Unterbrechung gefeiert. Mutscheln findet man in verschiedenen württembergischen Städten, aber nur die Reutlinger weist die typische Sternform auf und hat Tradition.

Als echter Reutlinger Brauch mit jahrhundertelanger Tradition gilt der Mutscheltag, der dem Dreikönigsfest folgende Donnerstag.

In geselliger Runde wird "gemutschelt" d. h. es wird nach bestimmten Spielregeln um eine Mutschel gewürfelt. Acht Strahlen hat dieser gebackene Stern, dessen Form ebenso wie seine ursprüngliche Herkunft und auch sein Name von verschiedenen Auslegungen begleitet ist. Alte städtische Unterlagen berichten schon um das dreizehnte Jahrhundert vom Familiennamen Mutschler und nur einige Jahrzehnte später erhielt ein Bäcker (Beck) den Beinamen:
"... den man nennt Mutschler".

Wie mutschelt man?

Heinz Eugen Schramm schrieb in seinem Gedicht "Dr Reutlinger Mutscheltag": "....drom schmeckt e Mutschel halt zom Woi So donderschlächtig guat."
In der 5. Strophe beschreibt Schramm das Fest als eine "Allmachts-Kugelfuhr! Koi Wonder guckt koi Mensch au no E gotzigsmol uf d'Uhr."

Und los geht's!

In der Regel wird so gespielt, dass jeder Spieler eine Mutschel erhält. Es kann aber auch das Spiel nur um eine Mutschel gehen: dann wird meist das Spiel "Nacket's Luisle" gespielt.


Utensilien:

Mind. 3 Würfel, Würfelbecher, Papier und Stifte

Die Spiele:

Der erste Spieler legt den Würfel mit der 1 nach oben und schnippt den Würfel mit dem Zeigefinger seinem rechten Nachbarn weiter. Dieser zählt seine Zahl dazu und so fort. Wer die Zahl 21 oder darüber erreicht, erhält einen Strich und darf wieder beginnen.

 

Der Reutlinger Chronist Carl Bames schrieb folgende Verse über das Mutscheln:

In einer Stadt bei vielen Becken, erscheint nach jedem neuen Jahr, sobald sich kaum die Tage strecken, ein Tag gar seltsam, sonderbar. Er bringt uns Kränze mit und Sterne und ruft zu einem Glase Wein; Es laden freundlich schon von ferne die vollen Bäckerläden ein.

Im Ofen werden Sie geboren die Sterne, warm noch aufgetischt. Doch schnell ist ihre Spur verloren sobald der Tag vorüber ist. Ganz magisch wirkt der Sterne Nähe; denn alle Mägen werden weit. Die Würfel, die ich fallen sehe erhöhen die Geselligkeit

Willkommen sind hier alle Gäste, und wer den höchsten Pasch gemacht, Bekommt der Mutscheln allergrößte wer wenig wirft, der wird verlacht. Und jeder wird mit einer Gabe bemutschelt, leer geht keiner aus.Der Jüngling, wie der Greis am Stabe ein jeder kommt besternt nach Haus.

O, du große Stadt der Becken! O, du große Stadt der Becken! O, du große Beckenstadt!


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