Schiedwecken
Schiedwecken - Foto Markus Niethammer

Der Schiedweckentag

Am Mittwoch nach dem zweiten Fastensonntag (Reminiscere) wird in Reutlingen Schiedweckentag gefeiert. Inzwischen wird der mit Kalbfleischstücken gefüllte Blätterteigkuchen (Pastete) nicht mehr nur für diesen Tag gebacken, sondern man lässt sich die Pastete das ganze Jahr über bei Festlichkeiten munden.

Der Schiedwecken, ursprünglich ein einfacher Wecken, der zusammen mit etwas Wein beim Abschied von der winterlichen Spinntätigkeit in der Lichtstube gereicht wurde, soll seine spezifische Ausprägung durch einen Bäckergesellen aus dem Elsässischen erhalten haben. Bereits im 18. Jahrhundert ist ein „Pastetenbeck“ am Fuße der Achalm nachweisbar.

Der Reutlinger Geschichtsverein veranstaltet alljährlich am Schiedweckentag für die Mitglieder ein Pastetenessen mit anschließendem historischen Vortrag. In den Reutlinger Bäckereien sind die Schiedwecken in verschiedenen Größen erhältlich.
Der Reutlinger Chronist Carl Bames (1803 - 1874) schrieb ein Gedicht zum Schiedwecken: 

"Nicht abends mehr in den Kärzen
Sind um die Lampe geschart
Die jungen Leute bei Scherzen
Beim Stricken und Häkeln gepaart
Zum Abschied bringen sie heute
Mehl, Butter und Eier und Wein
Den Schiedwecken halten die Leute
Scheiden muß es nun sein
Und ehe der Licktkarz zur Neige
Erscheint der Pastete Gebild
Gebacken aus Butterteige
Mit Kalbfleisch und Würze gefüllt."

Stadt Reutlingen

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