Sanierung der Oskar-Kalbfell-Halle


Energetische und bauliche Sanierung der Oskar-Kalbfell-Halle

Zuständigkeit Gebäudemanagement: Abteilung Bauprojekte H. Meyer

Begründung:

Die Oskar-Kalbfell-Sporthalle wurde 1973 als 3-fach unterteilbare Sporthalle beim Friedrich-List-Gymnasium gebaut. Nach einer Betriebszeit von über 39 Jahren sind einige dringende Sanierungsmaßnahmen notwendig. Gleichzeitig soll die Halle auch energetisch saniert werden und den heute geltenden Vorschriften angepasst werden.


Baubeschreibung:

Die 3-fach unterteilbare Sporthalle mit den Abmessungen von 27/45 m wurde in den Jahren 1972/73 beim Friedrich-List-Gymnasium erbaut.
Die Spielebene wurde gegenüber der Zuschauerebene um 3,5 m vertieft angelegt. Das Dach, in Merobauweise als sichtbares Raumfachwerk erstellt, überspannt stützenfrei eine Fläche von 35/45 m. Diese Dachfläche umschließt das Spielfeld, den Zuschauerbereich mit der mobilen Teleskoptribüne für rund 800 Zuschauer, die Eingangszone mit Kasse, Windfang und Garderobe und die zwei seitlich angeordneten Nottreppenhäuser.
Der Umkleidebereich liegt unter der Gehwegverbindung zwischen Leder- und Kanzleistraße. Der Umkleidebereich wird von der Schulhofseite über eine Treppenanlage auf Höhe der Spielfeldebene erschlossen. Je zwei Umkleideräume sind den drei Sanitärblöcken zugeordnet. Am Ende des Turnschuhganges liegt der Bereich Leistungssport mit dem 130 qm großen Konditions-/Geräteraum.
Die Halle besitzt eine wettkampfgerechte Ausstattung mit Sportgeräten und wird tagsüber von zwei Schulen, der Jos-Weiß-Schule und dem Friedrich-List-Gymnasium und in den Abendstunden und an Wochenenden von verschiedenen Reutlinger Vereinen genutzt.


Energetische und bauliche Sanierung:


1 Energetische Sanierung


Im Zuge des Energiemanagements der Stadt Reutlingen wurde auch die Oskar-Kalbfell-Halle untersucht. Es sollten die Schwachstellen aufgezeigt und gleichzeitig Verbesserungsmaßnahmen vorgeschlagen werden.
Ziel war es, die hohen Energiekosten der Sporthalle nachhaltig zu reduzieren und den Ausstoß von CO2 zu senken.
Durch die vorgeschlagenen energetischen Sanierungsmaßnahmen können diese Ziele erreicht werden.

Die Untersuchung der Halle auf ihre Energieeinsparpotentiale zeigt, dass sowohl bauliche als auch technische Maßnahmen erforderlich sind, um die oben formulierten Ziele zu erreichen.



1.1 Maßnahmen an der Gebäudehülle (1. Bauabschnitt)

● Dachsanierung:

Nach einer Betriebszeit von ca. 39 Jahren ist das Dach undicht und muss saniert werden. Die vorhandene Flachdachdämmung mit 50 mm Stärke wird gegen eine Dämmung mit 220 mm Dämmstärke ausgetauscht. Dabei wird aus Wartungsgründen und zur Gewichtsreduzierung die Kiesauflage entfernt.

Die Installation einer Photovoltaikanlage auf dem Dach ist aus statischen Gründen nicht möglich.

● Austausch der Glasfassade:

Die vorhandene Einfachverglasung mit einer Glasfläche von ca. 240 m² wird gegen eine Isolierverglasung ausgetauscht, womit der Wärmeverlust durch die Gläser um die Hälfte reduziert werden kann.

● Einsparpotentiale:

Der Gesamtheizenergiebedarf der Halle beträgt derzeit 155 kWh/m²a, der durch die baulichen Verbesserungsmaßnahmen insgesamt auf 90 kWh/m²a reduziert werden kann.

Durch die energetischen Sanierungsmaßnahmen können die Heizenergiekosten der Sporthalle von durchschnittlich 30.000 € pro Jahr um ca. 12.000 € gesenkt werden. Gleichzeitig sinkt der CO2 Ausstoß von 55 Tonnen auf 31 Tonnen pro Jahr.



1.2 Gebäudetechnik:

Die technischen Anlagen sind überaltert und teilweise überdimensioniert. Die Lüftungsanlagen für die Sporthalle, die Duschen und Umkleiden müssen erneuert werden. Gleichzeitig wird dort eine Wärmerückgewinnung eingebaut und die vorhandene Mess-, Steuer- und Regeltechnik erneuert.
Aus energetischen Gründen wird die Beleuchtungssteuerung erneuert, wobei zu dem die alten Beleuchtungskörper ausgetauscht werden.

Gesamtkosten für die energetische Sanierung ca. 1.5 Mio. €.




2 Bauliche Sanierung

Der Sporthallenboden ist hart und unelastisch geworden. Um die Verletzungsgefahr der Sportler zu verringern, ist dieser zwingend zu erneuern.

Die Halle muss an die aktuellen Vorschriften zum Brandschutz, zur Unfallverhütung und zur Hygiene angepasst werden.
Die vorhandenen Duschen müssen alters- und nutzungsbedingt ausgetauscht werden. Im Lehrerumkleidebereich werden zusätzliche Duschen eingebaut.
Aufgrund des vorliegenden Brandschutzgutachtens für die Oskar-Kalbfell-Halle wurde in Absprache mit der Feuerwehr festgelegt, dass eine Teilüberwachung der Rettungswege im Untergeschoss zum Personenschutz über eine automatische Brandmeldeanlage notwendig ist.

Gesamtkosten für die bauliche Sanierung ca. 1.3 Mio. €.



Baukosten (brutto) der Sanierung insgesamt:

Kostengruppe 
Kosten [€]
300 Bauwerk / Baukonstruktion
1.498.500 €
400 Bauwerk / Technische Anlagen
828.500 €
700 Baunebenkosten
473.000 €
Summe
2.800.000 €



Folgekosten:

Kapitalkosten
155.000 €
Gebäudeunterhaltung
25.000 €
Gemeinkosten
25.000 €
Betriebskosten
85.000 €
Summe
290.000 €


Aufgrund der positiven Effekte für den Energiebedarf der Halle ist nach Umsetzung der Maßnahmen mit einer jährlichen Kosteneinsparung von ca. 20.000 € zu rechnen. Dies ist in der Folgekostenkalkulation bereits berücksichtigt.

 
Begründung:

Es ist vorgesehen die Oskar-Kalbfell-Halle in mehreren Bauabschnitten, jeweils von den Pfingstferien bis zum Ende der Sommerferien, zu sanieren.
Durch diese Vorgehensweise steht die Halle den betroffen Schulen und Vereinen im Herbst und Winter zu Verfügung.
Dieses Vorgehen wurde sowohl mit den betroffenen Schulen, dem Amt für Jugend und Sport und der Feuerwehr abgestimmt.


2012
Flachdachsanierung, Austausch Glasfassade
2013
Sanierung Duschenbereiche, Erneuerung der Gebäudetechnik
2014
Sanierung Sportboden und Prallwand, Erneuerung der ebäudetechnik
2015
Restarbeiten, Schlussabrechnung



^
Weitere Informationen auf unseren Seiten
^
Internet-Links zum Thema
Nach oben