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Auf gute Nachbarschaft im Ringelbach


Unter der Beteiligung der Bürgerschaft sollen Nachbarschaftsstrukturen geschaffen und damit die Lebensqualität in einem Teilgebiet vom Ringelbach – rechts und links von der Peter-Rosegger-Straße bis hoch zur Bruderhaus-Diakonie – gefördert werden. „Wir wollen die Leute in Kontakt bringen. Deshalb haben wir großes Interesse an einer breiten Bürgerbeteiligung“, fasste Bürgermeister Robert Hahn, der das Projekt als Beiratsmitglied begleitete, bei der offiziellen Vorstellung der „Nachbarschaftsgespräche“ zusammen.

Doch nicht nur die Menschen im Ringelbach sind wichtiger Baustein für den Erfolg: „Zuerst haben wir per Zufallsprinzip Einwohner aus dem Bereich des Unteren Ringelbachs angeschrieben“, erklärte Ute Bruckingner, von der Stabsstelle Bürgerengagement. Mit den Bewohnern, die sich zurückgemeldet haben, wurden fünf „Nachbarschaftsgespräche“ geführt. Corona-bedingt lief der Austausch digital und nicht wie ursprünglich geplant bei verschieden Veranstaltungen vor Ort. „Die Beschränkung auf Online-Treffen hat das Ziel einer breiten Beteiligung zunächst erschwert. Trotzdem konnten wir 30 Teilnehmerinnen und Teilnehmer in den ersten Gesprächsrunden begrüßen“, fasste Bruckinger zusammen.

Das Resultat der Gespräche: Vorstellungen und Anregungen, wie das Zusammenleben im Ringelbach gestärkt werden kann. Diese wurden über die Stabsstelle Bürgerschaftsengagement an die zuständigen Ämter der Stadtverwaltung weitergeleitet, so zum Beispiel der Wunsch nach mehr Begegnungsmöglichkeiten im Ringelbach – auf öffentlichen Plätzen oder in Cafés und Bäckereien. Auch der Wunsch nach verstärkter Kontrolle der Straßen im Ringelbach wurde an die Verwaltung herangetragen – schließlich seien dort viele „Wildparker“ zu finden – vor allem für Fußgänger und Radfahrern Ärgernis oder sogar Gefahrenquelle. „Hier hat das Amt für öffentliche Ordnung bereits reagiert und verstärkte Kontrollen angekündigt“, so Bruckinger.

Aber nicht nur Anregungen für die Stadtverwaltungen, auch konkrete Maßnahmen wurden in den Nachbarschaftsgesprächen entwickelt. Aufgeteilt in sechs Gruppen haben die Bürgerinnen und Bürger an Kontakt-fördernden Ideen gefeilt. Sehr konkret sind zum Beispiel schon die Planungen für einen „WochenmarktPlus“. Auf dem Schulhof der Eduard-Spranger-Schule soll Obst, Gemüse, Käse, Fleisch verkauft werden. Hinter dem „Plus“ im Arbeitstitel steht ein raffiniertes Konzept: „Geplant ist, den WochenmarktPlus als Nachbarschaftsforum zu etablieren“, erklärte Otto Haug von der „Plattform lebenswert“. Auf dem Markt solle als unter anderem ein kleiner Flohmarkt integriert sein. Außerdem sind eine Nachbarschaftsbörse für gegenseitige Unterstützung und eine Bürgersprechstunde der Stadt angedacht. Lokale Vereine sollen sich vorstellen können, vielleicht wird sogar eine Talkrunde stattfinden. Bis der „WochenmarktPlus“ startet, dauert es aber noch einige Zeit: „Möglicherweise können wir im September oder Oktober starten“, hofft Haug.

Nachbarschaftsgespräche werden gefördert

Unterstützt wird das Projekt mit 12.000 Euro aus dem Förderprogramm „Nachbarschaftsgespräche. Zusammenleben – aber wie?“. An dieses erste Förderprogramm schließt sich ein weiteres an: Die „Plattform lebenswert“ stellte einen Antrag beim neuen Förderprogramm „Nachbarschaftsgespräche“ der Allianz für Beteiligung, um die Arbeit fortsetzen zu können. Dafür soll die jetzige Steuerungsgruppe erweitert und vom Beirat begleitet werden. Bürgermeister Hahn wagte bereits einen Ausblick in die Zukunft: „Ist das Projekt ein Erfolg, können wir es möglicherweise als Blaupause für andere Stadtteile nutzen.“

Patrick Görlich (von links; teilnehmender Bürger), Robert Hahn, Ute Bruckinge und Otto Haug präsentieren vor dem Rathaus Planungen und Ergebnisse der Nachbarschaftgespräche im Rigenlbach

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