Kommunale Kriminalprävention

In Anlehnung an verschiedene Modelle im benachbarten europäischen Ausland hat das Innenministerium Baden-Württemberg im März 1997 den Ansatz der Kommunalen Kriminalprävention entwickelt.

Nach dem Abschluss verschiedener Pilotprojekte im Land wurde die Umsetzung seitens des Innenministeriums Baden-Württemberg, der kommunalen Spitzenverbände und der großen Kreisstädte empfohlen. Auslöser für die Einrichtung des Pilotobjekts waren steigende Kriminalitätszahlen und die Erkenntnise kriminologischer Forschung, dass 70 % aller Tatverdächtigen ihren Lebensmittelpunkt in der Tatortgemeinde haben oder in dem Landkreis, indem sie straffällig werden.

Grundgedanke des Projekts ist, dass Kriminalprävention dort ansetzt, wo Kriminalität entsteht, begünstigt oder gefördert wird - vor Ort in den Städten und Gemeinden. Da die Ursachen der Kriminalität vielfältig sind, ist Kriminalprävention nicht nur ein Thema für Polizei und Justiz, sondern vielmehr eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe.

Im Zusammenschluss aller gesellschaftlichen Kräfte soll versucht werden, die Entstehung von Kriminalität zu analysieren und nach Wegen und Lösungen zu suchen, Tatreize zu verringern, Hemmschwellen zur Kriminalität zu erhöhen und das Rechtsbewusstsein zu stärken. Deshalb ist das Zusammenwirken aller gesellschaftlichen Kräfte und Einrichtungen gefordert und - nicht zu vergessen - die Beteiligung des einzelnen Bürgers, ohne dessen Mitwirkung jegliches Präventionsvorhaben von vornherein aussichtslos wäre. Diesem Ansatz folgen auch die Stadtverwaltung und die Polizeidirektion Reutlingen. Am 26. Juni 1997 wurde von der Stadtverwaltung gemeinsam mit Vertretern der Polizei eine Vereinbarung: "Projekt Kommunale Kriminalprävention in Reutlingen (KKP)" getroffen.

Zur Umsetzung dieses Vertrages wurde ein Leitungsgremium gebildet, welches die Leitlinien der künftigen Projektarbeit bestimmt, Aufträge an anlassbezogene einzurichtende Arbeitskreise erteilt und über die Umsetzung möglicher Folgemaßnahmen entscheidet.
Federführend für die Koordination der Aufgaben der KKP bei der Stadt Reutlingen ist das Amt für öffentliche Ordnung.

Neben präventiven Maßnahmen und den Aktivitäten zahlreicher Arbeitskreise werden auch repressive Mittel im Einzelfall eingesetzt. So wurde zur Verhinderung von Gewalt im sozialen Nahraum das Projekt "Platzverweisverfahren" ins Leben gerufen.
Direkt zum Kontakt

Platzverweis - Rote Karte für Gewalttäter

Gewalt im häuslichen Bereich ist keine Privatsache. Dadurch werden Straftatbestände verletzt. So können zum Beispiel die folgenden Delikte vorliegen:
  • Körperverletzung
  • Nötigung
  • Bedrohung
  • Stalking
  • Freiheitsberaubung und Erpressung
  • Sexual- und Tötungsdelikte
Rechtfertigungen wie Alkohol, Stress, Provokation sind keine Entschuldigung. Vielmehr unterstreichen sie die Wiederholungsgefahr. Die Verantwortung für die Gewalt liegt immer bei der Person, die sie ausübt. Wählen Sie im Notfall umgehend den Notruf unter 110.

Im Zuge von Häuslicher Gewalt kann es zum polizeilichen Wohnungsverweis kommen, um weitere Straftaten oder eine Eskalation zu verhindern. In dem Fall muss die gewalttätige Person,
die gemeinsam mit dem Opfer bewohnte Wohnung und den unmittelbar angrenzenden Bereich verlassen und sich für einen bestimmten Zeitraum von dort fernhalten.
Ein Wohnungsverweis wird vor allem zum Schutz vor einer möglichen (neuerlichen) Gewalttat ausgesprochen.

Logo Platzverweis - Stopp häuslicher Gewalt Ausführliche Informationen zum Thema "Häusliche Gewalt" erhalten Sie hier

Kontakt

Herr Engelhardt

Sachbearbeiter

Telefon: 07121 303-2889

Fax: 07121 303-2087

E-Mail: ordnungsamt.gewerbeabteilung@reutlingen.de

Polizeipräsidium Reutlingen

Herr Vöhringer
Referat Prävention
Kaiserstraße 99
72764 Reutlingen
Telefon:
07121 / 942-1210

Nach oben