Selbstbestimmtes Älterwerden

Der demografische  Wandel wird in den kommenden Jahrzehnten unsere Zivilgesellschaft verändern. Die Gesellschaft wird nicht nur "grauer", sondern auch "bunter". Die stark besetzten Jahrgänge der "Babyboomer", geboren in den 60er und 70er Jahren, wachsen in die höheren Altersgruppen und damit in die Lebensphase ab 85 Jahren, in der das Risiko von altersbedingten Einschränkungen oder gar Pflegebedürftigkeit steigt.

Es ist Aufgabe der Abteilung für Ältere  im Bereich der Pflegeplanung mit einer konsequenten Weiterführung der Dezentralisierung der stationären Pflegeeinrichtungen, der Förderung guter Rahmenbedinungen für ambulante und teilstationäre Versorgungsangebote, der Weiterentwicklung der Quartiersarbeit und dem Aufbau von Bürgerschaftlichem Engagement die Folgen des demografischen Wandels zum Wohle älterer Menschen und ihrer Angehörigen zu flankieren.

Die Abteilung für Ältere ist Pflegestützpunkt für die Stadt Reutlingen. Kernaufgabe ist eine umfassende Beratung der älteren Menschen in allen Lebenslagen. Ältere Menschen und ihre Angehörigen werden dabei unterstützt, so lange wie möglich selbstbestimmt in ihrem gewohnten Umfeld leben zu können. Grundlegend hierfür ist die Beschäftigung mit bestehenden Altersbildern, da unsere Vorstellungen über das Alter unser Denken und Handeln prägen.

Die Abteilung für Ältere will ermutigen, eingefahrene Gleisen zu verlassen. Diese sind nicht selten mit  tradierten Altersbildern mit Reduzierung auf Krankheit, Verfall und einseitige Rollenzuschreibung besetzt.  Gleichzeitig unterstützt die Abteilung für Ältere die Forderung nach einem alternativen Blick auf die Lebensphase "Alter".  Es gilt, die Vielfalt im Alter und eine neue Kultur im Umgang mit dem Älterwerden zu entdecken.

Eckpunkte der Seniorenpolitik der Stadt Reutlingen

Der Gemeinderat verabschiedete 2008 sieben Eckpunkte für die zukünftige Seniorenpolitik der Stadt Reutlingen, an denen sich das städtische Engagement mit und für Ältere ausrichtet:

1. Unterstützung der mitverantwortlichen Teilhabe älterer Menschen im Gemeinwesen

Auf die Kompetenzen und Ressourcen der nicht mehr im Erwerbsleben stehenden Generation kann und muss das Gemeinwesen zurückgreifen. Bei der Konzeption von Projekten sind die Kompetenzen und Ressourcen dieser Altersgruppe einzubeziehen.

2. Förderung der Bildung, Prävention und Selbsthilfe bei Senioren

Bei der Bereitstellung städtischer Ressourcen für Bildung und Prävention ist zu prüfen, ob die Menschen des 3. und 4. Lebensalters entsprechend ihrem prozentualen Bevölkerungsanteil mitberücksichtigt werden.

3. Beachtung der Wechselwirkungen von Politik auf alle Generationen

Politik für Senioren hat immer Wechselwirkung auf alle Generationen. Städtische Planungen und Projekte sind auf ihre Folgewirkungen für alle Generationen zu überprüfen und die Ergebnisse sollten bei Entscheidungsprozessen berücksichtigt werden.

4. Schaffung von lebendigen Nachbarschaften

Mit zunehmendem Alter werden die Mobilitätsräume kleiner und in der Folge das unmittelbare Lebensumfeld und die Nachbarschaft bedeutsamer.

5. Unterstützung des Wohnens zuhause

Alte Menschen wollen soweit wie möglich in ihren eigenen vier Wänden leben und sterben.

6. Hilfe in schwierigen sozialen Lebenslagen

Senioren sind keine homogene Gruppe. Die Auswirkungen schwieriger sozialer Lebenslagen wie z. B. Armut, Behinderung, Pflegebedürftigkeit oder Migration verschärfen sich mit zunehmendem Alter. Die kommunale Altenarbeit muss ältere Menschen mit schwierigen sozialen Lebenslagen mit besonderer Aufmerksamkeit in den Blick nehmen und für diese Menschen die passende Beratungs- und Hilfestruktur vorhalten.

7. Normalisierung der Pflegebedürftigkeit

Pflege im Alter führt häufig zu einer Ausgrenzung aus dem Gemeinwesen und zu einer Versorgung in Sondereinrichtungen. Pflegebedürftigkeit als ein erwartbarer allgemeiner Wechselfall des Lebens gehört zur Normalität. Sie erfordert quartiersbezogene Unterstützungs- und Versorgungsleistungen mit kommunaler Planung und Steuerung

Kontakt

Abteilungsleitung:

Frau Friederike Hohloch, Tel: 07121/303-2463

Herr Bernd Opitz, Tel: 07121/303-2899


Berichte der Bundesregierung zur Lebenslage älterer Menschen

Nach oben