Zusammenfassung der öffentlichen Bezirksgemeinderatssitzung vom 09. Februar 2022

Nachfolgend erhalten Sie eine kurze Zusammenfassung der wichtigsten Punkte aus dem öffentlichen Teil der Sitzung

am Mittwoch, 09. Februar 2022, ab 19:30 Uhr im Veranstaltungsraum der Alte Dorfschule Ohmenhausen, Rotdornweg 4.

    
Bezirksbürgermeisterin Fähnle begrüßt die Damen und Herren Bezirksgemeinderäte, sowie Herrn Sautter, Schulleiter der Waldschule Ohmenhausen, die Pressevertreterin Frau Glage und die anwesenden Zuhörer.

Die Vorsitzende erklärt die Pflicht zum Tragen eines FFP2 Mund- und Nasenschutzes. Die bereitstehenden Desinfektionsmittel zur Reinigung der Hände sind beim Betreten der Räumlichkeiten zu verwenden. Vor dem Betreten des Saales erfolgt eine Abfrage und Kontrolle nach der 3G-Regel. Während der Sitzung wird das Tragen des Nasen- und Mundschutzes eingehalten. Die Anzahl der Sitzplätze ist begrenzt.

Sie stellt weiter fest, dass der Bezirksgemeinderat Ohmenhausen beschlussfähig sei und dass gegen die vorliegende Tagesordnung keine Einwände vorgebracht würden.

Einwohnerfragen

Eine Anwohnerin meldet sich zu Wort und berichtet, dass sich bereits seit neun Monaten ein Gerüst am

Gebäude des Schwimmbads

befinde, Sanierungs- und Reparaturmaßnahmen würden jedoch nicht vorgenommen. Ein solches Gerüst koste viel Geld und wolle erklärt werden.
Auch möchte sie fragen, wie es um die Gerüchte zum Abriss der Schwimmhalle bis 2025 stehe.
In jedem Bereich werde die Bevölkerung vor vollendete Tatsachen gesetzt und dies stets sehr kurzfristig, wie schon bei der RSV.

Bezirksbürgermeisterin Fähnle empfindet die Schwimmhalle auch als sehr wichtig für den Stadtteil Ohmenhausen und die gegenüberliegende Schule. Hierzu könne Herr Frank Sautter im ersten Tagesordnungspunkt der sich anschließenden Sitzung sicherlich mehr sagen.
Was die RSV betreffe möchte sie noch anmerken, dass diese seit dem 01.01.2022 von der Fair energie Reutlingen übernommen worden sei.

Bericht zur aktuellen Situation in der Waldschule Ohmenhausen und zur Schulmensa/Schulverpflegung, zu Gast Frank Sautter.

Bezirksbürgermeisterin Fähnle erklärt, sie freue sich sehr, Herrn Frank Sautter begrüßen zu dürfen, der mitunter davon erzählen werde, wie es zwischenzeitlich um die Schulverpflegung in der Waldschule stehe.

Die Vorsitzende übergibt das Wort an Herrn Sautter.

Herr Sautter bedankt sich für die Möglichkeit in der heutigen Sitzung vorsprechen zu dürfen.
Die örtliche Lage der Waldschule Ohmenhausen sei wunderschön und biete im Außenbereich viele Möglichkeiten für die Kinder, die bauliche Struktur des Gebäudes jedoch weise Mängel auf. Betrachte er die gesamte Fensterfront zum Wald hin dürfe schnell klar werden, wie marode und alt die Beschaffenheit sei und dass ein dringender Bedarf zur Sanierung bestehe.
An dieser Stelle dürfe er allerdings anmerken, dass die Schule vom bisherigen Gebäudemanager Herrn Hansen bestens betreut und beraten gewesen sei, auch wenn Mittel für bauliche Maßnahmen nicht zur Verfügung gestanden hätten.
Auch wolle er lobend erwähnen, dass die Stadt Reutlingen den Schülerinnen und Schülern 40 und den Lehrerinnen und Lehrern weitere 10 I-Pads zur Verfügung gestellt habe, dies wisse das Kollegium zu schätzen. Gerade coronabedingte alternative Unterrichtslösungen würden dadurch gestützt und ermöglicht.

Der Bedarf an der Mittagsverpflegung werde immer wichtiger, gerade auch im Hinblick auf berufstätige Eltern, die ihre Kinder verpflegt wissen möchten.
Auch die Kinder, die nur wegen dem sich anschließenden Mittagsunterricht und dem zu langen Weg bis nach Hause die Mittagszeit auf dem Schulgelände verbringen, sollten die Möglichkeit auf eine warme Mahlzeit erhalten. Dies sei leider nicht möglich, denn diese, wie auch kernzeitbetreute Schüler seien von der warmen Küche ausgeschlossen und müssten ein Vesper mitbringen.

Das Beengte der Räumlichkeiten wäre alarmierend. Sie böten Platz, um die derzeit die Schule besuchenden Schülerinnen und Schüler unterzubringen, mit den stetig sich steigernden Zahlen aber werde es zunehmend schwieriger. Seit seinem Amtsantritt vor vier Jahren seien diese bis heute auf 181 gestiegen und es stehe zu erwarten, dass sich diese weiter um etwa 40 Kinder erhöhen.
Der Platzmangel schränke sehr ein. Acht Schulklassen fänden Platz in 8 Klassenzimmern, ein weiteres Zimmer stehe frei, das für Besonderheiten zur Verfügung stehe und bislang von der internationalen Vorbereitungsklasse für zugewanderte, fremdsprachige Kinder genutzt worden sei. Ein Bedarf bestehe inzwischen nicht mehr dafür.

Die Schulmensa, die dem Grunde nach keine Mensa wäre, vielmehr eine Küche mit viel zu kleinem Speiseraum sei bereits zu Zeiten seines Vor-vorgängers thematisiert worden und konkrete Pläne zeigten sinnvolle Lösungsansätze. Tatsächlich sei nichts davon umgesetzt worden.

Von den derzeit 181 Schülerinnen und Schülern befänden sich 100 in der Ganztagesbetreuung bis 15:00/16:00 Uhr und in der Kernzeitbetreuung bis 13:00 Uhr.
Die Situation um die begrenzte Anzahl von Sitzplätzen im Speiseraum sei von Herrn Bezirksgemeinderat Timo Maier durch eine Spende ein wenig entschärft worden und es hätten Stühle und Tische zusätzlich im Flur aufgestellt werden können.

Bei einer Anzahl von 32 Kindern, die gleichzeitig ein warmes Essen zu sich nehmen könnten hätten drei Schichten eingeführt werden müssen, was organisatorisch kaum möglich sei, dies müsse nun nochmals durch eine vierte Schicht erweitert werden um zumindest den Großteil, leider aber nicht alle Kinder, zu versorgen. Wie dies vonstattengehen dürfe, das erschließe sich noch nicht, denn es sei ein fast unmögliches Unterfangen. Auch müsse dabei bedacht werden, dass sich deswegen die Unterrichtszeiten veränderten.
Es sei leidlich und mehr als bedauerlich, wenn Kinder abgelehnt werden müssten und diese, statt mit den Kameraden der Ganzestagesbetreuung gemeinsam essen zu können, irgendwo ihr Vesper zu sich nehmen.

Das Gremium erkennt, dass bauliche Maßnahmen voraussichtlich erst in ferner Zukunft stattfinden werden, hier müsse demnach für Provisorien gesorgt werden. Möglicherweise könne ein „Fliegender Bau“, wie ein Zelt auf dem Schulhof zumindest für einen gewissen Zeitraum Abhilfe in den räumlichen Beschränkungen schaffen. Dies natürlich nur parallel zu mittelfristig zu tätigenden baulichen Veränderungen, bzw. Erweiterungen. Ein Gespräch mit Herrn AL Weber könnte dazu stattfinden.

Der Bezirksgemeinderat stellt fest, dass bereits für den letzten Doppelhaushalt ein entsprechender Antrag gestellt worden sei.
An den Unterrichtsmittagen einmal pro Woche sollte dringlich sichergestellt sein, dass alle Kinder ein warmes Essen erhielten, denn auch bei kurzen Wegen nach Hause wäre die Zeit zu knapp, um rechtzeitig zurück zu sein zum Unterricht. Es sei ein langer Tag, wenn sie von morgens bis nachmittags kein ausgewogenes Essen erhielten und dies sei den Eltern sehr wohl bewusst. Es könne nicht angehen, dass diese gezwungen wjürden nach wohlversorgten und betreuten Kindergartenjahren und der Möglichkeit arbeiten zu gehen mit Beginn der Schulzeit die aufgenommene Tätigkeit wieder zu reduzieren.
Das Land Baden-Württemberg habe die Ganztagesbetreuung beschlossen, habe aber offensichtlich nicht in Betracht gezogen, dass diese nicht für alle Schülerinnen und Schüler einer Schule angeboten werden könnte.

Das Gremium stellt die Frage in den Raum, ob eine Kooperation mit dem nahegelegenen Sportheim denkbar sei.
Weiter wird gefragt, ob die dargestellten 32 Plätze der normalen Bestuhlung oder der reduzierten aufgrund der Pandemie entsprechen.

Herr Sautter erklärt, dass es sich um die Regellösung unabhängig von Corona handele.

Das Gremium setzt an die vorausgegangene Frage an und erkundigt sich, wie es zu Zeiten der coronabedingten Einschränkungen sei.

Herr Sautter setzt fort, dass während dieser Zeiten nicht alle Kinder die Schule besucht hätten, der Platz habe deswegen besser ausgereicht.

Weiter wird danach erkundigt, wie es um ein Prognose zur Schüleranzahl stehe.

Herr Sautter bedauert, dass derzeit keine genauen Zahlen vorliegen. Es habe aber einen ansehnlichen Familienzuzug gegeben, auch die kleineren Kinder der Flüchtlingsfamilien seien bald im Schulalter, weswegen ein verhältnismäßig hoher Zuwachs zu erwarten stehe. Hierzu habe es bereits Gespräche mit Herrn AL Weber und Herrn Hansen gegeben.

Das Gremium erbittet Auskunft zum Konzept, wo die Mensa angesiedelt werden könnte.

Herr Sautter erwidert, dass ein Anbau für Klassenräume in Richtung Tennisplätze denkbar wäre, während sich die Mensa in den Schulhofraum erstrecken sollte.

Der Bezirksgemeinderat schlussfolgert, dass bei der Anforderung mehr Platz zu schaffen aufgrund der wachsenden Schülerzahlen ein Anbau erforderlich wäre.

Herr Sautter bestätigt, dass im Zuge der 3-Zügigkeit, also Schaffung von jeweils drei Parallelklassen eine Erweiterung unumgänglich sei.

Das Gremium hält es für dringend erforderlich die Zahlen zur aktuellen Lage mit Sicht auf das neue Schuljahr und darüber hinaus einzusehen. Um diese Informationen sollte Herr AL Weber gebeten werden, weil sie benötigt würden, um entsprechend argumentieren zu können.

Herr Sautter setzt fort, dass der nunmehr geltende Rechtsanspruch ein Angebot der Ganztagesbetreuung in vollem Umfang einfordere und dazu sei es räumlich, wie auch personell erforderlich auch die Voraussetzungen zu schaffen.

Ein Mitglied erkundigt sich, wo die Neuzugänge in Flüchtlingsunterbringungen, die im Grundschulalter seien unterrichtet würden, wenn nicht in den Vorbereitungsklassen der Waldschule.

Herr Sautter verweist hierbei auf die Hoffmannschule, die hierzu die Kapazitäten habe und im Umfeld einen höheren Bedarf aufweise, dieser Bedarf sei in der Zwischenzeit in Ohmenhausen nicht mehr gegeben. Bei möglicherweise ein oder zwei Schülern könne nicht eine eigene Vorbereitungsklasse geschaffen werden.
BezGR Maier bedankt sich für die vorausgegangenen Ausführungen. Er zeigt sich besorgt, weil es nicht nur um die Versorgung als solche gehe, ebenso sei der Aspekt zu betrachten, dass sich Kinder benachteiligt, vielleicht gedemütigt sehen, wenn sie aus dem gemeinsamen Essen ausgeschlossen würden. Kindern erschließe sich nicht, dass in Kernzeit und Ganztagesbetreuung unterschieden werde, sie sehen sich lediglich der Tatsache ausgesetzt ausgeschlossen zu sein.
Hier müsse eine schnelle Lösung gefunden werden. Ein Provisorium könne in der Tat bis zur endgültigen Abhilfe etwas Erleichterung schaffen und den Kindern das Gefühl zurückgeben, gleich behandelt zu werden.

Das Gremium erachtet es ebenfalls als dringlich geboten, ein Gespräch gemeinsam mit Herrn AL Weber zu führen. Als Alternative zum Zelt auf dem Schulhof wäre vielleicht die Nutzung der Turn- und Festhalle mit angeschlossener Küche denkbar, hier böte sich ausreichend Platz und die Schichtverköstigung könne auch etwas entzerrt werden.

Herr Sautter betrachtet den letztgenannten Vorschlag als durchaus vorstellbar.
Er erklärt weiter, der Ganztagesbedarf steige weitaus mehr als der tatsächliche Gesamtschülerzuwachs, denn auch aus der Reihe der bisherigen Schülerinnen und Schüler gesellten sich immer mehr hinzu.
Er wolle noch auf die vor der öffentlichen Sitzung angebrachte Frage von Frau Handel zum Gerüst an der Schwimmhalle eingehen. Wegen der zu hohen Dachlast werde hier die Möglichkeit geschaffen kurzfristig hinaufzusteigen, um Schnee herunter zu räumen. Zum Abriss sei ihm nichts bekannt.

Für künftige Sitzungen mit der Thematik um Straßen und Verkehr würde er darum bitten, hinzugezogen zu werden, denn das Thema um die Schulwege liege ihm sehr auf dem Herzen.

Antrag:

Dem Bezirksgemeinderat Ohmenhausen ist die schwierige Situation bezüglich der Schulmensa in der Waldschule seit längerem bereits bekannt. Aus diesem Grund wird die dringliche Bitte an das Fachamt gerichtet, dafür Sorge zu tragen, dass ausreichend Mittel in den nächsten Doppelhaushalt der Stadtverwaltung Reutlingen eingestellt werden. Dies betrifft sowohl die Planung und den Ausbau einer Mensa, sowie die marode Fensterfront im Altbaubereich, die dringlich saniert werden muss.
Auch bittet das Gremium um den Besuch von Herrn AL Weber. Diesem Besuch vorausgehend zusätzlich um eine Stellungnahme mit der Prognose der zu erwartenden Schülerzahlen für das kommende und die Folgejahre in der Waldschule Ohmenhausen.

Der Bezirksgemeinderat Ohmenhausen stimmt einstimmig diesem Antrag zu.

Bezirksbürgermeisterin Fähnle bedankt sich sehr herzlich für die vorausgegangenen Ausführungen.

Mitteilungen

Teststation Ohmenhausen

Nach langer Vorbereitung und einigen Hürden, die es zu nehmen gegolten hätte,  freue sich Ohmenhausen, dass voraussichtlich ab dem heutigen Tag oder am morgigen eine Corona-Schnell-Teststation auf dem großen Platz neben der Alten Dorfschule bereitstehe, berichtet BezBMIn Fähnle. Die Betreiberin habe sich bereit erklärt, die Öffnungszeiten zu erweitern, falls wie bei den Festlichkeiten zur 750-Jahr-Feier Ohmenhausen, entsprechender Bedarf bestehe.
Angedacht seien die Öffnungszeiten
von Montag bis Freitag von 13.00 - 18.00 Uhr und
Samstag und Sonntag von  09.00 - 13.00 Uhr.

Der Bezirksgemeinderat Ohmenhausen nimmt die Mitteilung zur Kenntnis.

Ausstellung anlässlich des 750-Jahr-Jubiläums Ohmenhausen

BezBMIn Fähnle führt aus, dass in der Zeit vom 11. bis 13. März 2022 anlässlich des 750-Jahre-Ohmenhausen-Jubiläums eine Ausstellung im Veranstaltungsraum der Alte Dorfschule stattfinde. Hier gebe es die Möglichkeit bei Mittagessen, Kaffee und Kuchen sich auszutauschen und liebevoll zusammen getragene alte Zeitzeugnisse zu betrachten.

Der Bezirksgemeinderat Ohmenhausen nimmt die Mitteilung zur Kenntnis.

Anfragen, Anträge, Sonstiges

Mobiler Blitzer und bestehendes stationäres Blitzgerät Hohe/Neue Straße

Antrag:

Der Bezirksgemeinderat bittet um regelmäßige Geschwindigkeitskontrollen auf der Hohe/Neue Straße Ohmehausen, im Bereich zwischen der Mähringerstraße und dem Kreisverkehr Richtung Gomaringen.
Des Weiteren sollte die stationäre Blitzanlage in der Neue Straße wieder geladen werden.

Der Bezirksgemeinderat Ohmenhausen spricht sich einstimmig für den Antrag aus.

Für das Bezirksamt Ohmenhausen

Daniela Kaupp

Nach oben