Kurzprotokoll der öffentlichen Sitzung vom 07.12.2021

Nachfolgend erhalten Sie eine Zusammenfassung der öffentlichen Sitzung

am Dienstag, 07. Dezember 2021, 19:00 Uhr bis 19:50 Uhr

Turn- und Festhalle, Tannheimer Straße, 72768 Reutlingen

Einwohnerfragestunde

Keine Anfragen


Mitteilungen

Baustelle Ermstalstraße

Die Vorsitzende teilt mit, dass aufgrund der Nachfrage des Bezirksamts und von Herrn BezGR Leitenberger mitgeteilt wurde, dass die Baustelle sich wegen des Wetters verzögert hat. In der Zwischenzeit ist die Baustelle aufgehoben

Fahrradrampe

Die Vorsitzende berichtet, dass beim Winterumgang die Fahrradrampe angeschaut wurde. Die Treppe wurde bei den Starkregenereignissen in Juni unterschwemmt. Der Schaden ist in der Zwischenzeit behoben. Das Treppengeländer ist ebenfalls wieder angebracht und der Schotter wurde entfernt. Die Treppe und Fahrradrampe ist jetzt wieder freigegeben.

TeilAuto

Die Vorsitzende gibt bekannt, dass aufgrund der Anfrage von Herrn BezGR Leitenberger bei der Fa. TeilAuto nachgefragt wurde. Diese hätte zwar großes Interesse an einem Standort, jedoch fehlen die Nutzer. Im Jahr 2021 gab es nur 7 Nutzer, die 70 km fefahren sind. Die Fa. TeilAuto sieht ohne einen Mobilitätszuschuss des Landes keine Möglichkeit für ein TeilAuto im Nordraum.

I

Infrastrukturanpassung SER in Folge des Klimawandels

Hier: Sachstandbericht zum Hochwasser- und Starkregenrisikomanagement in Reutlingen

GR-Drucksache 21/120/01

Die Vorsitzende begrüßt Herrn Valin, den Amtsleiter des Amts für Tiefbau, Grünflächen und Umwelt und der SER.

Herr Valin berichtet, dass infolge des Klimawandels die Infrastruktur der SER angepasst werden muss.

Dazu gehört das:

·         Energiemanagement – den Bau und Betrieb von Abwasseranlagen

·         Die integrale Abflusssteuerung

·         Der Leitfaden Regenwasser – das Regenwassermanagement in Neubaugebieten

·         Das Hochwasserrisikomanagement der Stadt Reutlingen.

Bei dem Starkregenereignis am 23.06.2021 wurden Spitzenwerte von 27 mm Niederschlag in 5 min erreicht. Ein Starkregenindex von bis zu 9, das bedeutet, dass es sich um ein extremes Starkregenereignis gehandelt hat. In einigen Stationen wurden Niederschlagsmengen bis zu 54 mm gemessen. Ein Starkregenindex von 3-7, bedeutet ein seltenes bis außergewöhnliches Regenereignis.

Bei dem Starkregenereignis am 28.06.2021 wurden noch höhere Werte bis zu 60 mm in 5 min Niederschlag erreicht. Das Problem am 28.06.2021 war, dass das gesamte Stadtgebiet betroffen war. Sein Amt ist noch immer mit der Aufarbeitung dieses Starkregenereignisses beschäftigt.

Es ist abzusehen, dass aufgrund des Klimawandels immer häufiger mit Starkregenereignissen gerechnet werden muss. Es ist darstellbar, dass im Jahr 2021 fast so viele Feuerwehreinsätze notwendig waren wie in den Jahren 2002 bis 2020.

In den vergangenen Jahren wurden schon einige Maßnahmen realisiert:

·         RÜB/RRB „Luiben“

·         Hauptsammler Kniebisstraße

·         Naturnaher Ausbau Wiesenbach

·         Sanierung Mähdergraben

Als nächstes Projekt steht der Kanalausbau in der Ermstalstraße an. Das ist ein sehr wichtiger Teil des Maßnahmenkatalogs. Der Ausbau soll Ende 2022/Anfang 2023 begonnen werden. Die Baustelle wird ca. 16 Monate dauern und wird unter Vollsperrung der Ermstalstraße erfolgen. Beim Ausbau der Kniebisstraße wurde der Kanal bis über den Kreisverkehr erneuert. Der Ausbau geht bis zur Kreuzung Ermstalstraße/Lange Äcker und auch in der Straße „Lange Äcker“ müssen Kanalarbeiten ausgeführt werden.

Die Kanalarbeiten werden mit der FairEnergie durchgeführt. Die Entscheidung, ob die Kanalarbeiten Herbst 2022 oder Frühjahr 2023 durchgeführt werden ist noch nicht getroffen.

Es war geplant die Kanalarbeiten in der Ermstalstraße gemeinsam mit den Kanalarbeiten in Neubaugebiet Gassenäcker ausgeschrieben werden. Da sich das Baugebiet Gassenäcker jedoch verzögert, ist dies nicht mehr machbar.

Herr Valin berichtet über die Grundlagen des Risikomanagements, der Strategie Hochwasserschutz und dem Schutz vor Folgen des Starkregens.

Hochwasser- und Starkregenrisikomanagement in Reutlingen:

Hochwasserrisikokarte der LUBW -  anhand Überflutungstiefe, Fließgeschwindigkeit werden potentielle Risiken für Mensch, Kultur, Wirtschaft bewertet und als Karte dargestellt,

Hochwassergefahrenkarte der LUBW - Überflutungsgefährdete Bereiche werden ausgewiesen

Strategie Hochwasserschutz – Schutz vor Folgen durch Starkregen

·         Bauvorsorge

o   Betrachtung der Risiken durch Hochwasser und Starkregen in der Baugenehmigung und Bauleitplanung

·         Vorbereitung Gefahrenabwehr

o   Fachliche Unterstützung in der Krisenmanagementplanung der Feuerwehr

o   Gemeinsame Nutzung von FLIWAS (alle Echaz Anrainer)

·         Verhaltensvorsorge

o   Veröffentlichung Flyer zum Thema Hochwasser

o   Hompage der SER – Veröffentlichung von relevanten Informationen zum Thema Hochwasser

o   Beratung – SER Mitarbeiter bieten Beratung zur Risikoeinschätzung vor Ort an

·         Vorwarnung

o   Monitoring-Konzept – Überwachen von Pegeln und Betriebspunkten in ganz Reutlingen

o   Regenmesser – aktuell 12 Stationen der SER

·         Technischer Hochwasserschutz

o   Integriert Hochwasserschutzkonzepte in ganz Reutlingen

o   Entwicklungskonzept Echaz in Betzingen

o   Masterplan Echaz – Verbindung ökologischer Defizite mit Hochwasserschutz – Erstellen von Steckbriefen

·         Natürlicher Wasserrückhalt

o   Leitfaden Regenwasser – Synergie von Wasserwegen, Grünzügen und Infrastruktur in Hinblick auf eine wassersensible Stadt.

o   Gewässerentwicklungspläne – Vorlage zur positiven Gewässerentwicklung für einige Gewässer

·         Flächenvorsorge

o   freihalten nachweislich überschwemmter Flächen von Neubebauungen

·         Organisatorische Strukturen

o   Partnerschaftlich von Lichtenstein bis Kirchentellinsfurt gegen Hochwasser

·         Innerbetriebliche Organisation

o   Zuordnung aller Fachbereiche die wasserwirtschaftlichen Themen bearbeiten in der SER

o   Verbindung Amt für Tiefbau, Grünflächen und Umwelt mit SER durch Leitung in Personalunion  -  Optimale Synergie in der blau – grün –grauen Infrastruktur

o   Allgemeine Aufbauorganisation Hochwasser: Schema zur koordinierten Bearbeitung bei einem Hochwasser während der Dienstzeit der SER

o   Schaffung des Betriebsbereichs Außenstationen: Unterhaltung der Betriebspunkte zur Verbesserung des Hochwasser- und Gewässerschutzes.

o   Gittermonitoring soll eingeführt werden. 100 Einlaufgitter sollen mit Kameras ausgestattet werden.

Durch neuartige Verfahrenstechniken können Starkregengefahrenkarten erstellt werden. Innerhalb der nächsten zwei Jahren sollen für das gesamte Stadtgebiet Starkregengefahrenkarten erstellt werden. Bürgern können sich dann informieren, ob für ihr Gebäude ein Risiko besteht. Für alle öffentlichen Gebäude kann eine Risikoanalyse erstellt werden.

Der finanzielle Aufwand wird sehr hoch werden. Einen Teil wird durch die SER finanziert und einen Teil durch den städt. Haushalt.

Der Prozess muss kontinuierlich an neue Gegebenheiten angepasst werden. Es ist eine Gemeinschaftsaufgabe mit sehr hohen Investitionskosten. Jedoch ist der Weg alternativlos

Die Vorsitzende hofft, dass es doch noch die Möglichkeit gibt die Kanalarbeiten in der Ermstalstraße und in den Gassenäcker gemeinsam auszuschreiben, wenn der Bebauungsplan schnell weitergeht.

BezGR Kern bittet darum, dass die Umleitung mit in die Planung aufgenommen wird. Er ist der Meinung, dass man besser im Frühjahr 2023 beginnt. Damit die Zeit der Vollsperrung so kurz wie möglich ist.

Er ist der Meinung, dass es sehr wichtig ist die Gräben zu pflegen, damit diese bei einem mittelstarken Regen funktionieren.

Herr Valin hofft, dass man bereits im September 2022 beginnen kann, dann kann die Baustelle wintersicher gemacht werden. Auch er ist der Meinung, dass die Gräben sehr wichtig sind.

BezGR Leitenberger denkt, dass man so bald als möglich beginnen muss. Auch mit den Kanalarbeiten im Baugebiet Gassenäcker, da er immer von Bauwilligen angesprochen wird.

Er fragt nach, wie es mit der Straßenraumgestaltung ist, ob die Ermstalstraße in dem Zusammenhang umgestaltet werden könnte.

Herr Valin teilt mit, dass eine neue Straßenraumgestaltung aus finanzieller Sicht nicht möglich ist.

BezGR Leitenberger findet, dass zumindest ein Radweg sehr wichtig ist.

Er möchte wissen, warum nicht über die Probleme im Wohngebiet Mähder gesprochen wurde.

Herr Valin bestätigt, dass es im Wohngebiet Mähder ebenfalls Schwachstellen gibt. Alle Maßnahmen werden nacheinander abgearbeitet. Er rechnet damit, dass in 10-15 Jahren die Maßnahmen im Wohngebiet Mähder abgearbeitet werden. Der Hochwasserschutz ist eine Generationenaufgabe.

BezGR Leitenberger ist froh dass die Retentionsräume im Gewann „Gassenäcker und Riedwiesen“ noch in der Planung sind und er bittet darum die Umsetzung nicht  zu lange zu verschieben.

Anfragen und Anträge

BezGR Leitenberger fragt nach wie weit die Maßnahme mit den Hinweisschildern für das Schulhaus ist.

Die Vorsitzende antwortet, dass zur Zeit gerade Preise zu verschiedenen Gestaltungen eingeholt werden.

BezGR Leitenberger fragt nach, ob es bereits eine Antwort von der TBR zum Müllproblem im Wohngebiet Mähder gibt.

Die Vorsitzende teilt mit, dass noch keine Antwort eingegangen ist.

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