Nachfolgend erhalten Sie eine Zusammenfassung der öffentlichen Sitzung
am Dienstag, 09. Juni 2026, 19:30 Uhr bis 20:50 Uhr
im Rathaus Rommelsbach (Sitzungssaal), Bei der Kirche 10, 72768 Reutlingen
Einwohnerfragestunde
Keine Anfragen
Mitteilungen
Die Vorsitzende teilt mit, dass der Baubeginn der Erschließungsmaßnahmen im Neubaugebiet Gassenäcker im Juli 2026 ist.
Vorstellung der Projekte des Integrationsrats
Die Vorsitzende begrüßt Frau Thi Anh-Dung Nguyen, Frau Christina Scheider-Siemon und Herrn Raja Karthick, Mitglieder es Integrationsrats.
Frau Nguyen stellt sich vor und berichtet, dass sie nun sei vor 46 Jahren aus Vietnam nach Deutschland geflüchtet ist. Sie wurde von deutschen Pflegeeltern aufgenommen und fühlt sich in Deutschland sehr wohl. Sie ist dankbar, dass sie in einer Demokratie leben darf und hat sich durch ihre Pflegeeltern der Kirche und Freunde sehr gut integriert. Sie möchte nun auch anderen Flüchtlingen helfen sich ebenfalls gut einzufügen. Seit 18 Jahren ist sie bereits im Dolmetscherpool der Stadt Reutlingen und ist in der 3. Legislaturperiode im Integrationsrat.
Frau Schneider-Siemon berichtet, dass sie seit 2015 Mitglied des Integrationsrat ist. Sie hatte schon immer viel Kontakt mit dem Ausland und anderen Kulturen. Sie war im Auftrag des Bundesministeriums für Familie tätig und hat ein interkulturelles Kompetenztraining entwickelt. Da sie in St. Petersburg studierte spricht sie fließend russisch.
Herr Karthick ist in Indien geboren und aufgewachsen und hat auch dort studiert. Seit 4 Jahren lebt er mit seiner Familie in Rommelsbach. Er ist ehrenamtlich sehr engagiert als Elternvertreter in der Schule. Ist Mitglied im Integrationsrat und hat sich dort sehr für das „Haus der Kulturen“ eingesetzt.
Herr Karthick als Sprecher des Integrationsrats erläutert die Historie. 1984 wurde er als Ausländerbeirat gegründet und 2010 in Integrationsrat umbenannt. In den Integrationsrat wird man nicht gewählt, sondern ernannt. Vorsitzender ist der Oberbürgermeister bzw. Bürgermeister Hahn als Erster Bürgermeister. Der Integrationsrat setzt sich aus 16 sachverständigen Mitgliedern und 12 stellvertretenden Mitgliedern zusammen. Jede Fraktion des Gemeinderats hat ein Mitglied im Integrationsrat.
Der Integrationsrat berät den Gemeinderat und die Stadtverwaltung in Fragen der Gestaltung des Zusammenlebens in einer vielfältigen Gesellschaft. Er will die Integration im Sinne von Chancengerechtigkeit und gesellschaftliche Teilhabe durch politische Arbeit fördern.
Alle 5 Jahre werden die sachverständigen Mitglieder des Integrationsrats vom Gemeinderat ernannt. Die Auswahlkriterien sind:
Fachkompetenz in kommunalpolitisch relevanten Handlungsfeldern in Anlehnung an das Integrationskonzept.
Ausgewogene Zusammensetzung nach Alter, Geschlecht, Nationalität, ethnische Zugehörigkeit.
Handlungsfelder sind:
- Leben und Wohnen
- Gleichberechtigte Bildungsteilhabe
- Arbeit und Beruf
- Gesellschaftlicher Zusammenhalt
Der Integrationsrat hat das Recht Anträge an den Gemeinderat zu stellen, auch Haushaltsanträge.
So wurde beantragt eine Konzeptentwicklung für ein „Haus der Kulturen / Bürgerhaus“ zu genehmigen
Für den Haushalt 2026/2027 hat der Integrationsrat Anträge zum Erhalt der Stadtteilbibliotheken, zum Gutscheinheft, zum „Haus der Kulturen / Bürgerhaus e.V.“ und zur Projektförderung gestellt.
Für das „Haus der Kulturen / Bürgerhaus“:
- 2018 ein Haushaltsantrag zur Konzeptentwicklung gestellt
- 2021 der Trägerverein gegründet
- 2024 in die Räume der ehem. Postkantine Eberhardstraße eingezogen
- 2026 offizielle Eröffnung am 09. Mai
Impulse und Erfolge des Integrationsrats:
- Integration als Querschnittsthema: Beratung des Gemeinderats und der Verwaltung bei einer Vielzahl von Themen
- Mehrsprachige Homepage
- Patenschaft „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“
- Wahlaufruf zur Kommunal- und Europawahl
Die Vorsitzende bedankt sich bei Herrn Karthik für die Vorstellung des Integrationsrats. Es ist sehr wichtig, dass der Bezirksgemeinderat und der Integrationsrat zum Thema „Teilhaben – Teil werden – Vielfalt leben“ kooperieren. An den Mitgliedern erkennt man, dass diese die Integration leben.
BezGR Kern ist sehr beeindruckt vom Engagement der Mitglieder. Leider ist das in der Öffentlichkeit nicht sehr bekannt. Er findet es schade, dass es zu wenig Zusammenarbeit zwischen den unterschiedlichen Kulturen gibt.
Herr Karthik stimmt dem zu, in den letzten 40 Jahren war der Integrationsrat meistens in der Innenstadt tätig. Mit dem Projekt „Teilhaben – Teil werden – Vielfalt leben“ möchte man das Thema in den Ortsteilen bekannt machen.
Frau Nguyen betont, dass sie gerne die guten Erfahrungen die sie gemacht hat an andere Geflüchtete weitergeben möchte. Sie möchte gemeinsam mit allen Kulturen ein gutes Leben gestalten, dabei müssen alle mitgenommen werden.
BezGR Linsenbolz erklärt, dass beim Sportverein Integration seit vielen Jahren gelebt wird. Beim Sport werden die Kinder schnell integriert. Seit einiger Zeit beobachtet er, dass viele indische Bürger in der Tennisabteilung dabei sind. Es ist schön zu sehen, wie gut sie sich integriert haben und wie viele soziale Kontakte entstanden sind. Als neuestes Projekt hat der Sportverein eine „Badmingtongruppe“ eingerichtet, da sehr viele Anfragen von Migranten gekommen sind.
Frau Rapattoni, Förderverein Grundschule, sagt, dass die Integrationsarbeit in der Schule sehr gut gelingt. Es wird von der Schule aus viel getan, dass der Schulalltag klappt. Schade ist, dass man nur die Kinder integriert. Die Eltern bleiben oft auf der Strecke das liegt oft auch an der Sprachbarriere. Eine Veranstaltung für die ganze Familie wäre toll.
Frau Schneider-Siemon teilt mit, dass es Dolmetscher für Schulen gibt, damit die Eltern alles verstehen.
Herr Karthick berichtet, dass er seit ein paar Jahren bei der Schulanmeldung in der Grundschule Rommelsbach dabei ist. Er hat festgestellt, dass Migranten weniger Probleme haben, mit ihm zu sprechen als mit den Lehrern. Anscheinend funktioniert es besser wenn ein Migrant mit einem Migranten spricht.
Frau Nguyen sieht den Dolmetscherpool sehr positiv vor allem bei Problemen zwischen Eltern – Kindern- und Lehrern.
BezGR Lindemann ist der Meinung, dass Kinder sehr viel einfacher integriert werden können als die Eltern. Die Eltern schotten sich häufig ab und treffen sich in ihren Vereinen. Bei Kindern ist die Integration über Sport einfacher.
Frau Plümicke berichtet, dass im Herbst ein Workshop angeboten wird für Mitglieder des Bezirksgemeinderats und des Integrationsrats. Der Termin im Oktober oder November wird rechtzeitig bekannt gegeben. Geplant ist, dass von jedem Bezirksgemeinderat der teilnehmenden Gemeinden 2-3 Personen teilnehmen.
Frau Schickardt, VHS-Rommelsbach gibt bekannt, dass die Volkshochschule ihre Räume in der Frankenstraße für den Spieletreff 4Players zur Verfügung gestellt hat. Das ist ein offener Treff für Alle. Zur Zeit sind viele geflüchtete Ukrainer dabei. Sie denkt, dass sich Menschen bei Spielen auch sehr gut integrieren.
Die Vorsitzende bedankt sich bei den Mitgliedern vom Integrationsrat für ihr Kommen und freut sich auf eine gute Zusammenarbeit.
Anfragen und Anträge
BezGR Raiser hat gehört, dass nun zwei Brücken saniert werden sollen. Er fragt nach inwieweit es etwas Neues zu den Umleitungen gibt.
Die Vorsitzende teilt mit, dass sie in der nächsten Sitzung mehr dazu sagen kann. Am Donnerstag, 12.06.2026 wird das Thema im Bauausschuss besprochen.
BezGR Leitenberger ist es wichtig, dass das LKW-Durchfahrtsverbot bereits vor der Umleitung angeordnet wird. Es soll daher ein erneuter Antrag auf ein Durchfahrtsverbot für LKW’s für die Kniebisstraße und Ermstalstraße angeordnet werden.
BezGR Leitenberger möchte wissen, wann die versprochene Fahrradtour mit der Task Force Radverkehr stattfindet.
Die Vorsitzende antwortet, dass die Task Force Radverkehr zur Zeit Personell gerade sehr unterbesetzt ist, dass aber nochmals nachgefragt wird.
BezGR Lindemann beschwert sich, dass die Gelbe Tonne bereits öfters nicht am entsprechenden Leerungstermin geleert wurde.
BezGR Wagner hat festgestellt, dass die Altglascontainer nicht geleert werden konnten, da die Zufahrt zugeparkt war. Er beantragt, dass ein Parkverbot vor den Containern aufgestellt wird.
BezGR Raiser findet es nicht gut, dass die Wasserpumpen auf den Spielplätzen bisher noch nicht geöffnet wurden. Außerdem müssten die Spielplätze dringend gemäht werden. Da es im hohen Gras auch immer Zecken geben kann und damit die Kinder gefährdet werden.
BezGR Linsenbolz hat festgestellt, dass der Friedhof seit langem nicht mehr gemäht wurde. Er ist der Meinung, dass der Friedhof so wie dieser zur Zeit aussieht, sehr ungepflegt wirkt.
BezGR Leitenberger möchte wissen, wie weit die Überprüfung der Statik in der alten Aussegnungshalle auf dem Friedhof ist.
Die Vorsitzende antwortet, dass von Seiten der TBR bisher keine Information an das Bezirksamt gegeben wurde.