Videobotschaften des Oberbürgermeisters

  • 27.05.2021: Oberbürgermeister Thomas Keck zur derzeitigen Corona-Entwicklung

    Liebe Reutlingerinnen, liebe Reutlinger,

    die dritte Welle der Corona-Pandemie flaut ab, die Inzidenzzahlen sinken stetig, der erste Öffnungsschritt der im April beschlossenen „Bundes-Notbremse“ hat endlich auch unser Reutlingen erreicht.

    Und ich muss zugeben: Wenn ich aus den Rathausfenstern auf erleichterte Wirte blicke, die nach einem langen halben Jahr der Schließung wieder ihre Tische und Stühle im Außenbereich bereitstellen und auf gut gelaunte Gäste, die bei ihnen einkehren; wenn ich sehe, wie erwartungsvolle Menschen in die Geschäfte oder in die Museen strömen -  kurz, wenn ich sehe, wie das Leben nach und nach wieder in die Innenstadt zurückkehrt, dann geht mir das Herz auf.

    Auch ich freue mich schon auf ein zünftiges Weißwurstfrühstück in einem unserer schönen Biergärten. Fast noch mehr freue ich mich für unsere coronagebeutelten Gastronomen und Händler, denen ich es von Herzen gönne, dass nach dieser schier endlos erscheinenden Durststrecke wieder gutes Geld in ihre Kassen sprudelt. Auch andere Bereiche unseres Lebens, die uns einst selbstverständlich schienen und in den vergangenen anderthalb Jahren immer mehr in unerreichbare Ferne rückten, erobern wir uns jetzt mit kleinen, vorsichtigen Schritten zurück: den Vereinssport, die Kultur, das gesellige Miteinander mit Menschen, die nicht zum eigenen Haushalt gehören, den Schwimmbadbesuch und unter Auflagen sogar Urlaubsreisen – um nur einige Beispiele zu nennen.

    Das ist auch Ihr Verdienst, liebe Bürgerinnen und Bürger! Sie alle haben entscheidend dazu beigetragen, dass wir nach vielen düsteren Monaten endlich wieder an diesem erfreulichen Punkt angelangt sind – mit Ihrer Disziplin, Ihrer Vorsicht und Ihrer Rücksichtnahme, mit Ihrer Ausdauer und Ihrer Geduld, und nicht zuletzt auch mit Ihrer Bereitschaft, sich regelmäßig testen und sich impfen zu lassen. Dafür möchte ich mich heute ganz herzlich bei Ihnen bedanken!

    Ich befürworte diese ersten vorsichtigen Schritte zurück in Richtung Freiheit, denn ich sehe, dass die wirtschaftliche Not bei unseren Reutlinger Dienstleistern, Händlern und Gastronomen nach Monaten des Lockdowns groß ist. Ich nehme auch wahr, dass viele Menschen zunehmend frustriert, erschöpft, verdrossen sind und sich zum Teil sogar ernsthafte Sorgen um ihre blanke Existenz machen. Durchhalteparolen kann inzwischen schon keiner mehr hören.

    Genießen Sie also all die kleinen Freuden, die uns jetzt schon wieder möglich sind! Aber auch, wenn es schwerfällt: Behalten Sie bitte immer im Hinterkopf, dass die Pandemie immer noch nicht ganz überwunden ist. Auch, wenn inzwischen immer mehr Menschen geimpft sind – bis zur „Herdenimmunität“ ist es noch ein weiter Weg. Das Virus ist noch nicht besiegt. Ich möchte Ihnen daher besonders ans Herz legen, dass Sie auch weiterhin die AHA-Regeln beachten. Halten Sie bitte auch weiterhin Abstand, tragen Sie Ihre FFP2- oder Ihre medizinische Maske, berücksichtigen Sie die jeweils aktuellen Kontaktbeschränkungen. Und auch, wenn Sie es nicht mehr hören können: Ich bin sicher, dass viele von uns durch das disziplinierte Einhalten dieser Regeln vor größerem Schaden bewahrt worden sind. Ich bitte Sie von Herzen: Hören Sie jetzt nicht damit auf!

    Nutzen Sie die kostenlosen Schnelltestangebote, die an vielen Orten zur Verfügung stehen: in der Innenstadt, an unserem Schnelltestbus, der durch unsere Stadtbezirke tourt, und seit kurzem auch im Ringelbach, wo die TSG ein Testzentrum eröffnet hat, das nicht nur ihren rund 4500 Sportlern, sondern allen Menschen im Ringelbach und drum herum zur Verfügung steht. Alle Informationen zu den Schnelltestangeboten in Reutlingen finden Sie auf www.reutlingen.de.

    Nutzen Sie diese Angebote und tragen Sie so Ihren Teil dazu bei, dass die Pandemie immer mehr ihren Schrecken verliert. Verstörende Bilder wie die, die uns in den letzten Wochen aus Indien erreicht haben, wird es so bei uns höchstwahrscheinlich nicht geben. Dennoch sind auch bei uns in Deutschland bislang 88.000 Menschen am im Zusammenhang mit dem Corona-Virus verstorben. Menschen, die von ihren Liebsten schmerzlich vermisst werden; Menschen, die sich oft nicht einmal richtig von ihren Liebsten verabschieden konnten.

    Die derzeitige Entwicklung ist ein Erfolg, aber ein zerbrechlicher. Wenn wir jetzt zu sorglos damit umgehen, setzen wir vieles aufs Spiel. Aber wenn wir jetzt nicht übermütig werden, dürfen wir uns gemeinsam auf einen entspannten Sommer freuen!

    „Man muss immer etwas haben, worauf man sich freut“, wusste schon Eduard Mörike. Es gibt noch vieles, auf das wir uns freuen können, wenn wir weiterhin gemeinsam dazu beitragen, dass die Inzidenzzahlen weiter sinken und weitere Öffnungsschritte möglich werden – wir haben es in der Hand!

    Passen Sie auch weiterhin gut auf sich und Ihre Liebsten auf!

    Ihr Thomas Keck

  • 23.12.2020: Weihnachtsansprache Oberbürgermeister Keck

    Videobotschaft Corona – Weihnachten
    am 21. Dezember 2020
     
     
    Liebe Reutlingerinnen,
    liebe Reutlinger,
     
    kürzlich habe ich gelesen, dass Menschen in Polen, die positiv auf Corona getestet werden, mehrmals am Tag in ihrer Wohnung ein Selfie schießen und dieses dann mittels einer App an die Behörden übermitteln müssen. Die Daten sind dann offenbar dauerhaft gespeichert, auch nachdem man die App gelöscht hat. In Wuhan, der chinesischen Stadt, in der die Pandemie ihren Lauf genommen hat, waren sechs Millionen Einwohnerinnen und Einwohner über zehn Wochen lang in ihren Wohnungen eingesperrt. Bei solchen Nachrichten wird mir schon ein wenig mulmig.
    Zugegeben! Auch ich bin nicht vor gelegentlichen Anfällen von Pandemiemüdigkeit gefeit. Doch beim Blick über den Reutlinger Tellerrand stelle ich fest: Im internationalen Vergleich ist der harte Lockdown, indem wir uns seit vergangener Woche wieder befinden, noch lange nicht der härteste. Sicher, unser Bewegungsspielraum ist eingeschränkt, aber wir haben immer noch die Freiheit, an Heiligabend einen Baum zu schmücken, ein leckeres Essen zu kreieren, uns mit einigen Verwandten zu treffen und lange Spaziergänge zu unternehmen.
     
    „Die letzte der menschlichen Freiheiten besteht in der Wahl der Einstellung zu den Dingen“, fand der österreichische Neurologe und Psychiater Viktor Frankl (1905-1997). Ich kann Sie, liebe Bürgerinnen und Bürger, nur ermutigen, sich diese Freiheit zu nehmen und das Beste aus dem zu machen, was uns in Pandemiezeiten möglich ist!
    Meine Familie und ich jedenfalls halten es mit dem Schauspieler Paul Hörbiger, der einmal sagte: „Für angenehme Erinnerungen muss man im Voraus sorgen.“ Wir tun das an Heiligabend mit einem guten Essen, und wir tun es im allerkleinsten Kreis. Wir müssen nicht alle „Weihnachtslockerungen“ ausreizen, nur, weil es erlaubt ist. Ja, die
    „stille Nacht“ wird auch bei uns noch ein bisschen stiller werden als sonst. Vielleicht gelingt es uns allen aber auch, diese Stille als „Verschnaufpause“ nach einem absolut verrückten Jahr willkommen zu heißen?
     
    In unzähligen Familien auf der ganzen Welt werden die stillen Tage noch viel stiller sein: Über 25.000 Menschen alleine in Deutschland können Weihnachten und den Jahreswechsel gar nicht mehr im Kreise ihrer
    Liebsten feiern, weil sie an einer Viruserkrankung verstorben sind, die
    wir vor einem Jahr um diese Zeit noch nicht einmal kannten.
    Ich denke, wenn man sich diese Dimensionen einmal vergegenwärtigt, sollte jeder verstehen, dass der „harte“ Lockdown seinen Sinn hat.
    Wir alle haben es in der Hand, möglichst viele weitere Todesfälle zu vermeiden, indem wir uns und unsere Angehörigen so gut wie möglich vor einer Infektion schützen, indem wir uns an Abstands- und Hygieneregeln halten, unsere Kontakte einschränken – und eben auch mal auf Weihnachten im ganz großen Kreis und die rauschende Silvesterparty verzichten.
    Weihnachten gilt ja nicht zuletzt auch als Fest der Liebe, und für mich ist es ein Zeichen der Liebe und der Wertschätzung, die Menschen, die mir am Herzen liegen, bestmöglichst vor einer Infektion zu schützen.
     
    Es gibt einen Silberstreifen am Horizont: Noch in diesem Jahr sollen in Deutschland die ersten Menschen geimpft werden. Ich finde, das ist eine sehr gute Nachricht, die uns da in der vergangenen Woche unter den Tannenbaum gelegt worden ist! Wir hier in Reutlingen sind bestens vorbereitet: Unter anderen haben unsere städtische Feuerwehr und unsere Technischen Betriebsdienste in den vergangenen Wochen viel Arbeit und Herzblut in das Impfzentrum im Stadion Kreuzeiche investiert, das den Bewohnerinnen und Bewohnern des gesamten Landkreises nun fix und fertig zur Verfügung steht.
    Fehlt nur noch der Impfstoff, doch ich bin zuversichtlich, dass es schon bald losgehen kann!
     
    Halten wir also noch ein bisschen durch – und halten wir vor allem weiterhin zusammen! Freuen wir uns darauf, dass es in nicht allzu ferner Zukunft wieder möglich sein wird, ein „normales“ Leben zu führen!
     
    In diesem Sinne wünsche ich Ihnen ein frohes und hoffnungsvolles Weihnachtsfest, passen Sie auf sich und Ihre Lieben auf - und bitte bleiben Sie gesund!
     
    Herzlichst

    Ihr
    Thomas Keck


    - Es gilt das gesprochene Wort -

  • 14.10.2020: Oberbürgermeister Thomas Keck zu den aktuellen Entwicklungen in der Corona-Krise

    Liebe Reutlingerinnen,
    liebe Reutlinger,
     
    nun sind auch wir in der „zweiten Welle“ der Corona-Krise angekommen: Im Landkreis Reutlingen ist ganz aktuell die Marke von 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern überschritten worden. Lange stand Reutlingen noch vergleichsweise gut da, während überall im Land eine Kreis und eine Stadt nach der anderen zum Risikogebiet erklärt wurde. Das war auch Ihr Verdienst: Für Ihre Besonnenheit, Ihre Disziplin und Ihre Solidarität mit Ihren Mitmenschen möchte ich Ihnen herzlich danken!
     
    Mit der Überschreitung der 35 Neuinfektionen im Kreis gehen Einschränkungen für uns alle einher. Private Feierlichkeiten in öffentlichen oder angemieteten Räumen sind ab sofort auf maximal 50 Teilnehmende zu begrenzen. In privaten Räumen ist eine Begrenzung der Höchstteilnehmerzahl auf 25 vorgesehen. Dies betrifft Geburtstage, Hochzeits- und andere private Feiern.
     
    Ich begrüße diesen Schritt. Denn auch, wenn der Verzicht schwer fällt: Partys sind derzeit überhaupt nicht angesagt! Ein einziger 18. Geburtstag in einer Kreisgemeinde hat das Infektionsgeschehen weit über die Gemeindegrenzen hinaus befeuert, auch in unserer Stadt. Wir wissen inzwischen, dass auch ganz junge Menschen schwer erkranken können: Keiner sollte Corona auf die leichte Schulter nehmen. Nach wie vor gilt aber selbstverständlich auch, dass es der Anstand und der Respekt gebieten, Rücksicht auf Risikogruppen zu nehmen.
     
    Liebe Bürgerinnen und Bürger, lassen Sie uns besonnen und diszipliniert bleiben! Wir sind mitten in der Pandemie und wir werden  noch viel Ausdauer brauchen, bis wir wieder Licht am Horizont sehen. Wir alle haben es in der Hand, uns selbst und unsere Lieben so unbeschadet wie möglich durch die Krise zu bringen: Lassen Sie uns diese Verantwortung gemeinsam auf uns nehmen!
     
    Wenn Sie es noch nicht getan haben, laden Sie sich die Corona-Warn-App herunter (Handy hochhalten, Warn-App zeigen). Und seien Sie bitte so ehrlich, das Ergebnis auch in die Warn-App einzutragen, wenn Sie positiv getestet worden sind. Das ist ein Zeichen des Respekts vor Ihren Mitmenschen.
     
    Auf Ihre Ehrlichkeit müssen Ihre Mitmenschen auch beim Restaurantbesuch bauen können. Füllen Sie bitte die Unterlagen zur Kontaktverfolgung wahrheitsgemäß aus. Bedenken Sie bitte, dass ein vermeintlich lustiger Fantasiename im schlimmsten Fall ein Menschenleben kosten kann.
     
    Abstand, Hände waschen, Alltagsmaske: Die AHA-Regeln sind immer noch das einzige Mittel der Wahl, um sich selbst und andere zu schützen. Wir haben derzeit nichts Besseres!
     
    Uns allen dürfte mittlerweile klar sein, dass uns ein heißer „Corona-Herbst“ bevorsteht. Ich persönlich bevorzuge es, der Lage immer einen Schritt voraus zu sein. Bitte helfen Sie mir dabei!

    Ihr

    Thomas Keck

  • 16.05.2020: Videobotschaft OB Keck an die Bürger mit Dodokay, RT-aktiv und RGI

    Oberbürgermeister Thomas Keck wendet sich gemeinsam mit Dominik „Dodokay“ Kuhn, Christian Wittel von RT-aktiv und Moritz Neubert von der Reutlinger Gastro-Initiative RGI zur aktuellen Corona-Lage an alle Reutlingerinnen und Reutlinger.

    Oberbürgermeister Thomas Keck:

    Liebe Reutlingerinnen, liebe Reutlinger!

    Noch vor wenigen Wochen war die Stimmung in der Stadt eine andere. Die Läden geschlossen, Spielplätze gesperrt und in der Innenstadt kaum jemand unterwegs. Nun kann man wieder shoppen gehen und die Kleinsten können sich auf ihrem Spieli austoben. Schulabgänger drücken wieder die Schulbank und am kommenden Montag öffnen Gaststätten und Restaurants. Und die älteren Menschen in den Pflegeheimen dürfen wieder von Ihren Liebsten besucht werden. All diese Lockerungen sind mit Einschränkungen verbunden und nur möglich geworden, weil wir alle an einem Strang gezogen haben, um die Infektionszahlen zu senken. Dafür danke ich Ihnen. Dennoch sind wir von der Normalität noch ein weites Stück entfernt. Viele Schülerinnen und Schüler, die seit Wochen zuhause sind, sehnen sich nach ihrem Schulalltag, Kindergartenkinder vermissen ihren Kindi und ihre Spielkameraden. Und die Kulturschaffenden hängen weiterhin in der Warteschleife und schauen einer ungewissen Zukunft entgegen. Die derzeitige Entwicklung ist ein Erfolg, aber ein zerbrechlicher. Denn trotz Lockerungen sollten wir uns immer vor Augen halten: das Virus ist noch nicht verschwunden. Wir befinden uns immer noch in der Pandemie. Deshalb dürfen wir mit den gewonnenen Freiheiten nicht zu sorglos umgehen. Ich hoffe, dass wir keine zweite Welle erleben müssen und wir gezwungen sind, die Lockerungen wieder zurückzunehmen. Darunter würden wir alle leiden: Kinder, Jugendliche, Familien, ältere Menschen, Einzelhändler, Gastronomen, Hoteliers, Touristiker, Kulturschaffende und und und… Deshalb: Halten Sie Abstand zu Ihren Mitmenschen. Der Mindestabstand von 1,50 Meter hat weiterhin Gültigkeit! Mehr denn je, zählt jetzt das WIR! Für Ihre Rücksicht auf die Mitmenschen möchte ich mich herzlich bei Ihnen bedanken. Und ich danke Christian Wittel von RT-aktiv, Moritz Neubert von der Reutlinger Gastro-Initiative RGI und Dominik Kuhn, die ebenso wie Sie und auch ich, wieder in die Normalität zurückkehren wollen, für Ihre Unterstützung bei meinem Anliegen.

    Moritz Neubert von der Reutlinger Gastro-Initiative RGI:

    Hallo zusammen!

    Ich bin von der Reutlinger Gastro Initiative und wir freuen uns als Gastronomen wahnsinnig, dass wir am Montag wieder öffnen dürfen und haben einfach nur den großen Wunsch, dass alle unsere Gäste, erstens: zurückkommen und zweitens den Anweisungen der Mitarbeiter, der Eigentümer usw. folgen, sodass wir weiterhin lange öffnen können und Sie weiterhin begeistern können, mit dem, was eigentlich in den letzten Monaten alle vermisst haben: abends mal schön essen zu gehen, ein schönes Glas Wein oder ein schönes Glas Bier trinken. Oder, wer will, natürlich auch ein Glas Mineralwasser oder Saft. Vielen Dank und wir freuen uns auf euch! Haltet alle Regeln ein, toi, toi, toi und bleibt gesund!

    Christian Wittel von RT-aktiv:

    Wir, die Einzelhändler von Rt-aktiv, wollen an dieser Stelle mal ganz herzlich Danke sagen! Danke, bei Ihnen, dafür, dass Sie die letzten Wochen alle Regeln eingehalten haben. Danke dafür, dass Sie es uns ermöglicht haben, die Geschäfte wieder zu öffnen und danke dafür, dass wir jetzt im nächsten Schritt auch die Gastronomie wieder öffnen dürfen. Wir freuen uns, dass wir einen Schritt in die Normalität gehen können. Bleiben Sie gesund und bleiben Sie uns gewogen!

    Dominik „Dodokay“ Kuhn:

    Leute, ich freue mich natürlich auch, wenn es bald wieder Kultur gibt, in allen Formen, wenn es mal wieder Kino gibt oder, wenn man mal wieder auf Konzerte kann oder auf Comedy-Shows, gell. Das klappt natürlich bloß, wir haben es ja heute schon gehört, wenn ihr alle die Regeln einhalten, also macht das, seid nicht blöd. Haltet Abstand, setzt vielleicht auch mal eine Maske auf, muss man sich nicht blöd vorkommen, weil, dann geht das ganze „Glomb“ einfach schneller vorbei. Also, dabeibleiben, cool bleiben und dann geht auch alles schnell weiter.

    Oberbürgermeister Thomas Keck:

    Bleiben Sie gesund!
  • 24.04.2020: Oberbürgermeister Thomas Keck zu den Lockerungen der Corona Verordnung

    Liebe Reutlingerinnen, liebe Reutlinger,

    die von Bund und Ländern vereinbarten Lockerungen der CoronaVerordnung sind in dieser Woche auch in Reutlingen angekommen. Viele Geschäfte haben wieder geöffnet. Und als Folge davon bevölkern wieder deutlich mehr Menschen als in den vorangegangenen Wochen die Innenstadt. Ein Anblick, der mich sehr nachdenklich stimmt.

    Einerseits befürworte ich diese ersten vorsichtigen Schritte zurück in Richtung Freiheit, weil ich weiß, dass die wirtschaftliche Not auch bei unseren Reutlinger Unternehmern und Dienstleistern groß ist. Insolvenzen müssen um jeden Preis vermieden werden!

    In dieser Woche habe ich erstmals zu einem Austausch von Wirtschaft und Kommune in Corona-Zeiten eingeladen. Das Treffen soll künftig regelmäßig stattfinden. Was können wir tun, wo können wir unsere Einzelhändler, Dienstleister und Gastronomen unterstützen, wie können wir ihnen helfen, diese Krise zu überstehen? Diese Fragen bewegen auch mich – und ich werde mich selbstverständlich auch weiterhin dafür einsetzen, dass wir gute Antworten auf diese Fragen finden. Einiges haben wir dafür schon getan, und wir bleiben auch weiterhin dran!

    Als die Bundeskanzlerin in der vergangenen Woche diese ersten vorsichtigen Lockerungen der Corona-Verordnung verkündete, war ich dennoch innerlich zerrissen. Haben wir mit diesem Schritt nicht die falsche Hoffnung geweckt, dass die – von vielen heiß ersehnte – Rückkehr zur Normalität direkt bevor steht? Wäre es nicht besser gewesen, noch einmal ein paar Wochen zu warten? Noch einmal Geduld aufzubringen, bis die Zahlen der Neu-Infektionen wirklich verlässlich belegen, dass wir auf einem guten Weg aus der Krise sind? Und ist es nicht geradezu fahrlässig, wenn Vertreter verschiedener politischer Ebenen schon jetzt laut über weitergehende Lockerungen, über größere Veranstaltungen oder über die Öffnung von Schwimmbädern philosophieren?

    „Wer Geduld sagt, meint Mut, Ausdauer, Kraft“, hat Marie Freifrau von Ebner-Eschenbach einmal notiert. Ich persönlich denke, das sind die drei richtigen Tugenden, um diese Krise möglichst unbeschadet zu überstehen. Ja, es braucht Mut, um den Menschen zu sagen, dass sie die Einschränkungen ihres Alltags noch eine ganze Weile ertragen müssen – aber wer, wenn nicht wir, die wir freiwillig politische Verantwortung übernommen haben, sollte diesen Mut jetzt aufbringen? Und ja, es braucht auch Ausdauer, den Weg aus der Pandemie bis zum Ziel zu beschreiten. Erst recht, wenn man – wie ich – den renommierten Virologen Glauben schenkt, die prophezeien, dass wir dieses Ziel in diesem Jahr sicher nicht mehr erreichen. Und nicht zuletzt braucht es auch die Kraft, um zu einmal getroffenen politischen Entscheidungen zu stehen und sie umzusetzen.

    Liebe Reutlingerinnen und Reutlinger, ich kann gut verstehen, dass Sie es genossen haben, in dieser Woche endlich wieder einmal bei strahlendem Sonnenschein durch die Innenstadt zu bummeln; ein Eis zu essen oder das eine oder andere einzukaufen, auf das Sie nun vielleicht wochenlang verzichten mussten; oder einfach mal wieder draußen zu sein und andere Menschen zu sehen! Ich appelliere dennoch an Sie: Halten Sie weiterhin Abstand zu Ihren Mitmenschen. Der Mindestabstand von 1,50 Meter hat auch weiterhin Gültigkeit! Vergessen Sie nicht, sich regelmäßig und gründlich die Hände zu waschen! Machen Sie Gebrauch von den Desinfektionsmitteln, die viele Händler zur Verfügung stellen. Nutzen Sie kontaktlose Zahlungsmöglichkeiten. Beachten Sie die ab Montag in Baden-Württemberg geltende „Maskenpflicht“ in Geschäften und im öffentlichen Nahverkehr und bedecken Sie Mund und Nase – auch, wenn Sie nur ein Tuch oder einen Schal nehmen.

    Sie und wir alle haben in den vergangenen Wochen Disziplin und Geduld bewiesen – und damit vielleicht sogar Leben gerettet. Ich bitte Sie von Herzen: Hören Sie jetzt nicht damit auf! Vergessen Sie nicht, dass die meisten Corona-Regeln trotz einiger Lockerungen noch immer Bestand haben. Dazu gehört, soziale Kontakte auch weiterhin auf den engsten Familienkreis zu beschränken. Nehmen Sie auch weiterhin Rücksicht auf Menschen, die einer Risikogruppe angehören.

    Auch, wenn wir hier in Deutschland dramatische Entwicklungen wie in Italien, Spanien oder in den USA bislang vermeiden konnten: Wir sind noch lange nicht über dem Berg! Über 5.000 Menschen sind alleine hierzulande verstorben. Menschen, die Angehörige hatten, die sich nicht einmal richtig von ihnen verabschieden konnten – und denen sie nun fehlen. Die derzeitige Entwicklung ist ein Erfolg, aber ein zerbrechlicher. Wenn wir jetzt zu sorglos damit umgehen, riskieren wir eine zweite Welle, die viel schlimmer werden kann als alles, was wir bislang erlebt haben!

    Darum lege ich Ihnen ans Herz: Bleiben Sie geduldig, beweisen Sie auch weiterhin Solidarität und Eigenverantwortung! Passen Sie auch weiterhin auf sich und Ihre Liebsten auf!

    Ihr Thomas Keck
    Oberbürgermeister
  • 25.03.2020: Oberbürgermeister Thomas Keck ruft zur Unterstützung auf

    Liebe Reutlingerinnen, liebe Reutlinger,

    „wo aber Gefahr ist, wächst das Rettende auch“, lautet ein bekanntes Hölderlin-Zitat. Für mich ist es aktueller denn je.

    Angesichts der Gefahr durch das Corona-Virus erleben wir bei der Stadtverwaltung gerade eine Welle des „Rettenden“: Sage und schreibe 180 Reutlingerinnen und Reutlinger haben sich schon am ersten Tag der städtischen Einkaufshilfe-Aktion bei uns gemeldet und angeboten, für Menschen einzukaufen, die einer Risikogruppe angehören und deshalb das Haus nicht verlassen sollten. Unsere Stabsstelle Bürgerengagement, die Helfer und Hilfesuchende zusammenbringt, ist überwältigt von dieser Hilfsbereitschaft.

    Solidarität ist die beste Arznei – das gilt sowohl für die Eindämmung des Virus als auch für die lokale Wirtschaft. Deshalb freue ich mich, dass StaRT, RTAktiv und RGI gemeinsam innerhalb weniger Tage eine regionale OnlinePlattform auf die Beine gestellt haben. Auf abstandnehmenzusammenstehen.de präsentieren seit heute Einzelhändler, Gastronomen und Dienstleister ihre Heimservice-Angebote. Die Plattform soll nicht nur der Bevölkerung die Möglichkeit geben, ihren Bedarf von zu Hause aus regional zu decken, sondern auch den lokalen Unternehmern helfen, die historische Herausforderung durch die Pandemie zu meistern.

    Ich finde: Nie war es wichtiger als jetzt, regionale Händler, Dienstleister und Gastronomen zu unterstützen, denn schließlich wollen wir uns nach der Corona-Krise wieder an ihrem Angebot erfreuen. Ich werde die Plattform nutzen und lade Sie herzlich ein, es mir nachzutun!

    Wer in diesen Tagen ebenfalls auf unsere Solidarität angewiesen ist, sind die vielen Kulturschaffenden, die derzeit kein Geld verdienen, weil ausnahmslos alle kulturellen Veranstaltungen bis auf Weiteres abgesagt sind. Ich lege Ihnen daher ans Herz: Denken Sie darüber nach, ob Sie das Geld für Eintrittskarten oder Abonnements fürs Theater und für Konzerte zurückfordern. Ihre Unterstützung hilft den Kulturschaffenden, die Krise zu überstehen und Ihnen danach wieder wunderbare Erlebnisse bescheren zu können!

    Ich persönlich glaube, dass es am Ende auch unsere Menschlichkeit und unsere konkreten Taten sind, die uns gestärkt aus der Krise hervorgehen lassen werden. Zeigen wir uns also hilfsbereit gegenüber Älteren und Schwächeren! Zeigen wir uns solidarisch mit jenen Menschen und Unternehmen, für die das Virus nicht nur eine gesundheitliche, sondern eine wirtschaftliche Bedrohung darstellt! Helfen wir allen, die unsere Hilfe brauchen; nehmen wir Rücksicht auf alle, für die Sorglosigkeit lebensbedrohlich werden kann!

    Stehen wir zusammen für ein Gemeinwesen, das sich durch gegenseitige Hilfe und Menschlichkeit auszeichnet und lassen wir Hölderlins Zitat lebendig werden: „wo aber Gefahr ist, wächst das Rettende auch“.

    Ihr Thomas Keck
    Oberbürgermeister
  • 20.03.2020: Oberbürgermeister Thomas Keck – Appell an die Reutlinger Bevölkerung

    Liebe Reutlingerinnen, liebe Reutlinger, und vor allem: Liebe Jugendliche!

    Die Lage ist sehr ernst. Viel, viel ernster, als es uns allen noch vor ein, zwei Wochen bewusst war. Die Zahlen der mit dem Coronavirus Infizierten, der Verdachtsfälle und der Verstorbenen steigen mit einer Geschwindigkeit, die mir Angst macht. Seit gestern gibt es in Deutschland mehr als 3.000 Neuerkrankte. Im Landkreis Reutlingen gibt es bereits einen ersten Todesfall, kreisweit sind über 70 Infizierte zu verzeichnen, alleine in unserer Stadt sind fast 30 Menschen mit dem Virus infiziert. Am Freitag vor einer Woche waren es noch 18 Infizierte im gesamten Kreis. Die Kurve der Neuerkrankungen in Deutschland entspricht der Italiens, nur dass wir etwa zehn Tag hinter Italien liegen. Dies ist beängstigend, denn in Italien sind allein am gestrigen Tag mehr als 400 Menschen gestorben.

    Wir müssen um jeden Preis verhindern, dass die Entwicklung bei uns denselben Weg nimmt wie in Italien, und dazu bin ich mehr als bereit, auch sehr drastische Maßnahmen zu ergreifen!

    Vor diesem Hintergrund bin ich fassungslos, wenn ich sehe, dass die Straßen in der Innenstadt noch immer von unbekümmerten Menschen aller Altersklassen bevölkert sind. Noch am gestrigen Tag haben sich unzählige Jugendliche auf der Skateanlage im Bürgerpark und drumherum aufgehalten, teilweise eng zusammengekuschelt, als hätten sie noch nie etwas von dem Coronavirus gehört! Auch an anderen Orten im Stadtgebiet wird gegrillt, gechillt und gefeiert, als gäbe es kein Morgen. Die Polizei berichtet mir, dass es auch auf der Achalm zu größeren Menschenansammlungen gekommen ist. Inzwischen haben wir den Bürgerpark abgesperrt, auch das Betreten aller anderen Spielund Bolzplätze ist strengstens verboten.

    Liebe Jugendliche, Corona-Partys sind nicht lustig! Mit eurer Sorglosigkeit bringt ihr ältere und vorerkrankte Menschen in Lebensgefahr!

    Euch, aber auch Sie, sehr geehrte erwachsene Reutlingerinnen und Reutlinger – die es eigentlich besser wissen müssten – möchte ich heute eindringlich warnen: Zeigen Sie Disziplin, befolgen Sie die bereits angeordneten Einschränkungen im Alltagsleben! Bleiben Sie möglichst zu Hause, verlassen Sie Ihre Wohnung nur für wirklich dringende Erledigungen – auch, wenn draußen die Sonne scheint. Beschränken Sie Ihre sozialen Kontakte auf den engsten Familienkreis, halten Sie sich von Menschen fern, die einer Risikogruppe angehören und achten Sie auch beim Einkaufen auf einen Mindestabstand von 1,50 Meter zu Ihren Mitmenschen!

    Einige Ministerpräsidenten, darunter auch Winfried Kretschmann, haben es bereits angekündigt: Wenn die Menschen sich nicht freiwillig beschränken, bleibt als letztes Mittel nur die Ausgangssperre. Am Sonntag werden Bund und Länder darüber entscheiden, ob das Ausgangsverbot kommt. Ich persönlich halte es für unvermeidlich!

    Je schneller es uns gelingt, die weitere Verbreitung des Corona-Virus einzudämmen, desto schneller können wir zu unserem gewohnten freiheitlichen Lebensstil zurückkehren. Aber Freiheit und Verantwortung sind untrennbar miteinander verbunden. Jeder Einzelne von uns muss dieser Verantwortung jetzt gerecht werden und seinen Lebensstil an die Gefahr anpassen.

    Verantwortung bedeutet für mich auch, jene zu unterstützen, die das Haus gar nicht mehr verlassen können, um ihre Einkäufe zu erledigen - etwa, weil sie alt, schwach oder chronisch krank sind. Die Stadt Reutlingen will Helfende und Hilfesuchende zusammenbringen: Unter www.reutlingen.de/einkaufshilfe finden Sie Informationen, wie Sie helfen können oder wie Sie Unterstützung bekommen. Schon vorab vielen Dank für Ihr Engagement!

    Wir stehen vor einer der größten Herausforderungen in der Geschichte unserer Heimatstadt und in der Geschichte unserer Republik, und wir können sie nur meistern, wenn jeder Einzelne von uns seinen Teil dazu beiträgt – Erwachsene, Jugendliche, Sie und ich!

    Passen Sie auf sich auf, nehmen Sie Rücksicht auf Ihre Mitmenschen und bleiben Sie gesund!

    Ihr Thomas Keck
    Oberbürgermeister
  • 18.03.2020: Oberbürgermeister Thomas Keck spricht zur Corona-Krise

    Liebe Reutlingerinnen, liebe Reutlinger,

    die Corona-Krise hat auch uns immer fester im Griff: Ereignisreiche Tage liegen hinter uns, noch ereignisreichere Tage werden vor uns liegen. Beschlüsse und Erlasse, die gestern noch gültig waren, können morgen schon wieder hinfällig sein. Die Zahl der Infizierten und der Verdachtsfälle steigt exponentiell.

    Am Abend des 17. März 2020 hat die Landesregierung weitreichende Einschränkungen angeordnet. Auch in Reutlingen kommt das öffentliche Leben jetzt weitgehend zum Erliegen. Ich kann gut verstehen, dass sich bei vielen von Ihnen Verunsicherung breit macht. Viele Läden haben geschlossen, auch Spielplätze müssen gesperrt werden. Wir alle stehen vor einer Situation, wie wir sie noch nie zuvor erlebt haben. Aber ich bin überzeugt davon, dass wir diese Krise gemeinsam meistern können, wenn jeder Einzelne von uns seinen Teil dazu beiträgt. Ich appelliere an Sie, liebe Bürgerinnen und Bürger: Schränken Sie Ihre sozialen Kontakte ein, halten Sie sich an die gängigen Hygieneregeln, nehmen Sie Rücksicht auf ältere und schwächere Mitmenschen, für die es im Falle einer Infektion wirklich um Leben und Tod geht!

    Wir hier bei der Stadtverwaltung arbeiten täglich auf Hochtouren daran, die öffentliche Sicherheit und Ordnung aufrecht zu erhalten. Wir kümmern uns darum, dass Sie regelmäßig informiert werden. Und obwohl das Rathaus seit dem 17. März geschlossen ist, finden Sie immer noch Ansprechpartner, die Sie bei Ihren drängendsten Anliegen unterstützen können. Die dazu erforderlichen Telefonnummern und EMail-Adressen finden Sie auf der städtischen Homepage: www.reutlingen.de/coronavirus

    Auch wenn wir zur Stunde nicht genau wissen, was in den kommenden Tagen und Wochen noch auf uns zukommt: Die Stadtverwaltung ist gut vorbereitet! Oberstes Ziel ist jetzt, die Verbreitung des Coronavirus so weit wie möglich einzudämmen. Außergewöhnliche Situationen erfordern außergewöhnliche Maßnahmen. Jeder Einzelne von uns kann dazu beitragen, dass sich das Virus nicht weiter ausbreitet – auch Sie und ich. Ich verspreche Ihnen, dass Sie bald wieder von mir hören!

    Bleiben Sie gesund!

    Ihr Thomas Keck
    Oberbürgermeister

Nach oben