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Das war der Schwörtag 2017


Keine Spur von lauer Sommernacht, ins Schwitzen kamen rund 1000 Besucher am Samstag im Hof des Friedrich-List-Gymnasiums trotzdem: Die "Stadtkapelle" Musikverein Reutlingen heizte ihnen zum Auftakt des Vorabendprogramms des Schwörtags mit Hits von "I will survive" bis "The Lion sleeps tonight" ein.  Beim Auftritt der Boiz Bänd (ja, genau, Boiz wie Kneipe!) platzte die Tanzfläche im einstigen Schwörhof dann vollends aus den Nähten. Die Reutlingerinnen und Reutlinger tanzten zu Hits von Wolle Petry, den Klostertalern oder Andreas Gabalier, sangen lautstark mit bei "Viva Colonia", "Ich geb Gas, ich will Spaß!" oder "Rebel Yell". Zum Abschluss gab's ein tolles Spektakel: Die "Sonnenflammen" präsentierten zur Einstimmung auf den eigentlichen Schwörtag am Sonntag eine Feuershow vom Feinsten. 

Nach dem traditionellen ökumenischen Gottesdienst in der Marienkirche samt anschließendem Umzug durch die Altstadtstraßen begann am Sonntag das eigentliche Bürgerfest auf dem ehemaligen Schwörhof, beim heutigen Friedrich-List-Gymnasium. Bei blauem Himmel und Sonnenschein herrschten ideale Bedingungen zum Feiern. Auf der Festbühne schmetterten die Chöre des Friedrich-List-Gymnasiums unter Leitung von Thomas Preiß, was die Stimme hergab, die Stadtgarde böllerte lautstark, Fahnenflaiger Thomas Walker wirbelte mit der historischen Fahne und Oberbürgermeisterin Barbara Bosch wiederholte den traditionellen Amtseid am Ende ihrer Schwörtagsrede.

Darin ging es unter anderem um den dringenden Wunsch der Stadt nach Anerkennung als Stadtkreis. OB Barbara Bosch wörtlich:"Ohne starke Städte ist kein Staat zu machen. Deswegen fordert der Deutsche Städtetag von Bund und den Ländern, die kommunale Selbstverwaltung zu stärken. Dazu gehört eine Finanzausstattung, die den breiten kommunalen Aufgaben für die Bürgerinnen und Bürger gerecht wird und auch notwendige Investitionen gewährleistet. Für politische Stabilität im Innern sind zukunftsfähige Städte elementar. Für Reutlingen heißt das ohne Wenn und Aber: Wir müssen Stadtkreis werden, um unsere Aufgaben in voller Souveränität und mit der entsprechenden Finanzausstattung erledigen zu können. Im Moment zahlen wir nur drauf und haben so gut wie nichts davon. Der Gemeinderat der Stadt Reutlingen hat vor zwei Jahren mit Dreiviertel-Mehrheit sein gesetzlich verbrieftes Recht in Anspruch genommen, beim Land Baden-Württemberg, genauer gesagt beim Innenministerium, einen Antrag auf Stadtkreisgründung einzureichen. Bis heute ist das Verfahren zur Prüfung des Reutlinger Antrages nicht eingeleitet worden. Ich halte das für empörend, wegducken ist eines Rechtsstaates nicht würdig. Der Gemeinderat, das höchste Organ der Stadt, hat das Recht, einen solchen Antrag zu stellen, und wir haben das Recht, dass sich der Landtag Baden-Württembergs mit diesem Antrag befasst. Das kann er aber nicht, weil er keine Vorlage des Innenministeriums auf dem Tisch hat. Wären wir in einem normalen Verwaltungsverfahren, hätten wir schon lange eine Untätigkeitsklage eingereicht. Und dass zur Entscheidung noch etwas fehlt, können wir uns nicht vorstellen – dazu hätte man ja im Innenministerium in den vergangenen zwei Jahren ausreichend Zeit gehabt, sich zu äußern. Ich glaube, wir sind uns hier alle einig, ungeachtet unserer persönlichen Meinung, ob Reutlingen Stadtkreis werden soll oder nicht: Wenn ein solcher Antrag gestellt wird, dann muss er nach Recht und Gesetz auch abgearbeitet werden und kann nicht in einer Schublade versauern.

Der Schwörtag ist ein Fest des demokratischen Frohsinns – und der deutlichen Worte. Das war früher so, und das ist heute so.
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