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Neue Stadthalle: Wie ein Zug auf der Hochgeschwindigkeitstrasse


Eine Frage aber auch, auf die es gleich mehrere Antworten gibt. Denn die Entscheidung für die neue "Halle für alle" ist lange vor der Wirtschaftskrise gefallen - und zwar beileibe nicht im stillen Kämmerlein. Beim Bürgerentscheid im März 2006 haben sich die Reutlingerinnen und Reutlinger mit großer Mehrheit für die Aufnahme der Planungen für die neue Stadthalle entschieden - "seither fährt der Zug", verdeutlicht die Rathaus-Chefin.

Seit dem Baubeschluss des Gemeinderats im April 2009 sogar auf der Hochgeschwindigkeitstrasse: "Wenn wir den Zug jetzt stoppen, setzen wir den Großteil der sieben Millionen Euro in den Sand, die bislang in die Planungen und die bereits vergebenen Aufträge geflossen sind", rechnet Barbara Bosch vor. Ebenfalls in den Sand gesetzt wären dann weitere mehr als sieben Millionen Euro an Fördergeldern von Bund und Land, die Reutlingen größtenteils nur dann bekommt, wenn die Halle jetzt gebaut wird.

Ein Bauzaun wird in Zukunft die Baustelle abschirmen und zugleich auch Teil des Werbe- und Öffentlichkeitskonzepts sein

Erster Spatenstich im November

Und genau das sieht der derzeitige Stand der Planungen auch vor, erläutert Stadthallen-Projektleiter Klaus Kessler: In diesen Tagen wird der Bauzaun aufgestellt, der nicht nur die Baustelle abschirmt, sondern zugleich auch Teil des Werbe- und Öffentlichkeitsarbeitskonzepts ist. Unternehmen und Institutionen nutzen die zentral gelegenen Flächen für ihre Werbung, während die Stadtverwaltung hier aktuelle Informationen zum Baufortschritt präsentiert.

Drei Tage nach dem feierlichen Spatenstich am Freitag, 6. November, 14 Uhr, mit Wirtschaftsminister Ernst Pfister geht's mit dem Herrichten des Baugeländes weiter, ab Mitte Dezember stehen dann die Erdarbeiten auf dem Programm. Ab Juli 2010 ist der Rohbau dran, ab Mai 2011 die Fassadenarbeiten und ab November 2011 der Innenausbau. Ende 2012, ist Oberbürgermeisterin Bosch zuversichtlich, kann die erste Veranstaltung über die nagelneue Bühne gehen.

Die Weichen dafür sind gestellt: Die ersten Firmen haben ihre Aufträge in der Tasche, die Finanzierung der "Halle für alle" war bekanntlich dank der Rücklage, die außer dem Neubau auch das "franz.K" und die zweite Tonne-Spielstätte in der Planie 22 finanziert, schon immer gesichert. Sogar ein Teil der Betriebskosten ist mit der Rücklage noch zu stemmen, ohne den Haushalt zusätzlich zu belasten - dank eines Fonds, der eigens daraus gebildet werden soll.

Jetzt investieren

Die Forderung manchen Stadthallen-Kritikers, auf den Neubau zu verzichten und mit der Rücklage die riesigen Löcher zu stopfen, die die Wirtschaftskrise im städtischen Etat hinterlässt, kann Barbara Bosch deshalb so nicht stehen lassen: "Wenn wir das Geld zur Haushaltskonsolidierung nehmen, ist es 2011 weg." Eine neue Halle haben die Reutlinger dann nicht, dafür aber ein altes Problem: "Die Ertüchtigung der Listhalle kostet bis zu 20 Millionen Euro", schätzt die Oberbürgermeisterin. Ebenfalls wenig sinnvoll: ein Aufschieben des Neubaus.

Bliebe das Geld einfach in der Kasse, entlaste es den gebeutelten Etat auch nicht, so Barbara Bosch: "Sagen wir lieber, das Geld ist da, wir nehmen es und investieren es jetzt, weil die Firmen es jetzt brauchen." Firmen übrigens, die aus der Region stammen: "Unser Wunsch und unsere Hoffung, dass das Geld in der Region bleibt, ist erfüllt."

Zeitplan Oktober 2009 bis November 2011:
Anfang Oktober 2009: Beginn Ausführungsplanung
13.10.09: Vergabe: Herrichten des Baugeländes
ab 19.10.09: Aufstellen des Bauzauns/Bauschild
22.10.09: Vergabe: Erdarbeiten, Baugrubenumschliessung, Wasserhaltung
06.11.09: Spatenstich
ab 09.11.09: Beginn: Herrichten des Baugeländes
ab Mitte Dezember 2009: Beginn: Erdarbeiten, Baugrubenumschliessung, Wasserhaltung
21.04.10 / 22.04.10: Vergabe: Rohbau Stadthalle
ab Juli 2010: Beginn: Rohbau Stadthalle
ab Mai 2011: Beginn: Fassadenarbeiten
ab November 2011: Beginn: Innenausbau


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