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Über 1000 Gäste beim Spatenstich für die neue Stadthalle


Erster Spatenstich für die neue Stadthalle

Pünktlich zum Beginn des Fests finden sich zahlreiche gut gelaunte Reutlingerinnen, Reutlinger und Bewohner der Region ein. Auch die Prominenz feiert den ersten Schritt auf dem Weg zur neuen Stadthalle gerne mit - unter den Gästen unter anderen Baden-Württembergs Wirtschaftsminister Ernst Pfister, FDP-Landtagsabgeordneter Hagen Kluck, SPD-Landtagsabgeordneter Rudolf Hausmann, Regierungspräsident Hermann Strampfer, Landrat Thomas Reumann, Stadträte und ehemalige Stadträte, Vertreter der IHK und der Handwerkskammer, des Einzelhandels, der Kirchen, Bürgermeister von Nachbarstädten und Gemeinden sowie Vertreter von Vereinen, kulturellen Einrichtungen und Institutionen.

Sie alle freuen sich auf die neue Stadthalle: "Dass so viele von Ihnen heute dabei sein wollen, zeigt mir, dass Ihnen die Halle auch wichtig ist", resümiert Oberbürgermeisterin Barbara Bosch nach dem festlich-schwungvollen musikalischen Auftakt, den das Bläserensemble der Württembergischen Philharmonie beisteuert. "Heute ist ein guter Tag für unsere Stadt, denn wir wagen die Zukunft und verwirklichen einen Traum, den Generationen von Reutlingern vor uns geträumt haben."

Denn Visionen für eine neue Stadthalle - die hat es erstmals schon vor über 80 Jahren gegeben, blickt Barbara Bosch zurück: "Dieses Haus ist der sehnlichste Wunsch der Bevölkerung geworden", zitiert sie den Komponisten Hugo Herrmann, Mitbegründer des Hohner Handharmonika- und Akkordeonclubs Reutlingen (HHC), der den Spatenstich musikalisch mitgestaltet. Herrmanns prominenter Zeitgenosse Ludwig Finckh hat ebenfalls Zitierenswertes hinterlassen: "Es wäre brennend zu wünschen, dass Reutlingen endlich in die Reihe der Städte träte, die ein würdiges Kunst- und Volkshaus haben ... Allzu lange ist bisher gesäumt worden."

Konsequente Reutlinger

Niemand könne den Reutlingerinnen und Reutlingern vorwerfen, ihre Entscheidung leichtfertig oder gar leichtsinnig getroffen zu haben, resümiert die Oberbürgermeisterin: "Aber irgendwann sind die Dinge entscheidungsreif und wollen tatkräftig angepackt werden." Schließlich seien die Reutlinger dafür bekannt, konsequent ihren Weg zu gehen und sich auch in schweren Zeiten nicht davon abbringen zu lassen.Nach dem Bürgerentscheid im März 2006, in dem sich die Bewohner der Stadt mit überwältigender Mehrheit für die Aufnahme der Planungen ausgesprochen habe, sei das der Fall gewesen.

Und nun ist es soweit, bekräftigt Barbara Bosch: "Viele haben nicht geglaubt, dass wir in der Krise die Kraft und Mut finden, die Halle zu bauen - manche werfen uns das auch vor." Es sei aber unverantwortlich, die Halle nicht zu bauen oder den Bau zu verschieben. Die Gründe liegen auf der Hand: Die bereits investierten sieben Millionen würde in den Sand gesetzt, ein Großteil der bereits bewilligten Fördergelder wäre verloren, fasst die Rathaus-Chefin zusammen. Ohnehin sei der städtische Finanzierungsbeitrag längst angespart, ihn zu verwenden, um Haushaltslöcher zu stopfen, hieße zugleich auch, ein altes Problem zu behalten, erklärt die Oberbürgermeisterin - die Listhalle, deren "Ertüchtigung" ebenfalls bis zu 20 Millionen Euro kosten würde. Und dann sichere der Neubau ja auch Arbeitsplätze in der Region: "Die Betriebe sind gerade jetzt auf solche Aufträge angewiesen."

Auch Baden-Württembergs Wirtschaftsminister Ernst Pfister freut sich über die gute Stimmung beim Spatenstich: "Ich blicke in erwartungsvoll gestimmte, freudige Gesichter." Dies sei nicht nur ein denkwürdiger Tag für die Bürgerschaft, so Pfister: "Er ist auch Balsam für die geschundene Seele eines Wirtschaftsministers." Denn mit dem Neubau setze die Stadt Reutlingen gerade in Zeiten der Finanz- und Wirtschaftskrise ein deutliches Zeichen, dass kommunale Investitionen trotz allem möglich seien.

"Wir-Gefühl"

In diesem Falle seien sie auch dringend erforderlich, so der Wirtschaftsminister: "Ich habe schon vor 40 Jahren erstmals den besonderen Charme der Listhalle genossen, aber eine vitale Stadt wie Reutlingen, die bedeutende Wirtschaftsunternehmen und renommierte Kultureinrichtungen beherbergt, braucht eine andere Halle." Und für die Bevölkerung sei der Neubau ohnehin wichtig: "Es gilt, ein Wir-Gefühl zu entwickeln - ein Wir-Gefühl, das sich nicht entwickeln kann, wenn die Menschen nach Stuttgart fahren müssen, um Veranstaltungen zu besuchen."

Grund genug für eine kräftige finanzielle Unterstützung vom Land: 3,9 Millionen Euro gibt's für den Stadthallen-Neubau, fasst Pfister zusammen, der höchste Betrag, der für die Städtebauförderung im gesamten Regierungsbezirk Tübingen bereit gestellt worden sei. "Reutlingen schlägt heute ein neues Kapitel in seiner Stadtgeschichte auf", betont der Wirtschaftsminister, und die Tatsache, dass so viele Menschen zum Spatenstich gekommen seien, beweise ihm, dass die Bevölkerung genau so denke, "lassen Sie uns optimistisch in die Zukunft blicken."

Großzügige Sponsoren

Zunächst einmal erwartet den Abgesandten der Landesregierung aber eine ganz hemdsärmelige Aufgabe: Zusammen mit Barbara Bosch, Baubürgermeisterin Ulrike Hotz, Architekt Max Dudler, den beiden Landtagsabgeordneten und den Vorsitzenden der Reutlinger Gemeinderatsfraktionen (mit Ausnahme der Grünen) rammt er den symbolischen Spaten in den eigens aufgeschütteten Sandhaufen - der Weg ist frei für die Bauarbeiter, schon am Montag rücken die ersten Bagger an.

Das muss gefeiert werden: mit Musik vom HHC und vom Jugendblasorchester der Reutlinger Musikschule, aber auch mit vielen angeregten Gesprächen im beheizten Festzelt, in dem der traditionsreiche Reutlinger Männerverein ein zünftiges "Bauarbeitervesper" serviert. Leberkäsweckle, Bier und Sprudel dürfen die Gäste gratis genießen - dank der Metzgerei Oskar Zeeb, der Vollkornbäckerei Berger, der Firma Romina, Zwiefalter Klosterbräu und Getränke Breig.
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