Aktuelles

Newsletter November 2019


„[…] ist im Befehlbuch einzutragen“
Reutlinger Stadtgeschichte 1803 bis 1864 im Spiegel obrigkeitlicher Anordnungen

 
Am Mittwoch, 13. November 2019 berichtet Gerald Kronberger um 20:00 Uhr in der Volkshochschule über ein neues Erschließungsprojekt des Stadtarchivs.
 
Mit der Mediatisierung Reutlingens hatte sich die vormalige Reichsstadt zum „Befehlsempfänger“ des neuen württembergischen Landesherrn gewandelt. In den Zeiten des späteren Königs Friedrich I. wurde 1803 ein „Befehlbuch“ angelegt. Der Foliant sowie drei weitere bis 1864 geführten Bände mit diesem Titel enthalten Abschriften entsprechender Dekrete, Reskripte, Erlasse, Verordnungen, Bestimmungen und Verfügungen. Die damalige „Befehls“-Flut wurde nun im Stadtarchiv mit Unterstützung einer ehrenamtlichen Mitarbeiterin erschlossen. Der Vortrag zeigt an ausgewählten Beispielen deren Quellenwert auf: Die Anordnungen spiegeln epochale Phänomene wie etwa den Beginn des württembergischen Verfassungsstaats, den „Vormärz“, aber genauso eine noch weitgehend landwirtschaftlich geprägte, vorindustrielle Stadtgesellschaft.
                
Gerald Kronberger ist Archivar am Stadtarchiv Reutlingen und betreute die Erschließung des Befehlbuchbestandes.                              
 
 
 
Rückschau: Kooperation mit Reutlinger Schulen bei der Kulturnacht                                                                                                                                                                                                                                                                                           Kulturnacht                                       
Am 21. September haben jeweils eine Klasse der Theodor-Heuss-Schule und des Friedrich-List-Gymnasiums Beiträge zur Reutlinger Geschichte im 20. Jahrhundert beigesteuert. Einen Einblick in die Veranstaltung gewährt die Homepage des FLG.
 
https://list-gymnasium.de/main/neuigkeiten/reutlingen-zwischen-den-extremen.html
 
 
 
Kommende Veranstaltungen
 
Die Gedenkstunde in Erinnerung an das Novemberpogrom 1938 findet am Samstag, 9. November 2019 wie gewohnt um 18:30 Uhr in der Marienkirche statt. Es steht in diesem Jahr unter dem Motto
 
Gegen das Vergessen – Schicksale Reutlinger Juden
 
Mit der sogenannten „Reichskristallnacht“ am 9. November 1938 wurde die 1933 begonnene Verfolgung jüdischer Menschen in Deutschland intensiviert. Am Ende sind in der Shoa sechs Millionen Jüdinnen und Juden ermordet worden. Dass dieses nie vergessen, sondern in Erinnerung gehalten wird, ist das Ziel der jährlichen Gedenkstunden in der Marienkirche, die von Schülerinnen und Schülern mitgestaltet werden. Auch dieses Jahr laden die Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen Reutlingen, die Jüdische Gemeinde sowie die Stadt Reutlingen wieder zum Gedenken ein, gemeinsam mit dem Isolde-Kurz-Gymnasium. Dem Gedenken in der Marienkirche schließt sich der gemeinsame Gang zur Gedenktafel für die in der Shoa ermordeten Reutlinger Juden an.



Abendstunde im Heimatmuseum am 21. November:

Objekte der 1920er Jahre im Einfluss des Bauhaus-Stils

Dr. Boris Niclas-Tölle hat das Bauhaus-Jubiläum in diesem Jahr zum Anlass genommen und einen Blick in die alltagsgeschichtliche Sammlung des Heimatmuseums geworfen. An welchen Sammlungsstücken aus den 1920er Jahren lässt sich ein Einfluss des Bauhauses ablesen?  In der Abendstunde werden einige Objekte aus Reutlingen genauer angeschaut. Wie hat sich die Ästhetik der Avantgarde langsam aber sicher in Alltagsobjekten manifestiert? Übrigens: Besucher sind herzlich dazu eingeladen, eigene historische Objekte aus den 1920er Jahren mitzubringen. Gerne werden wir versuchen, die Gegenstände einzuordnen.

Beginn: 18:00 Uhr
Eintritt: 2,50 Euro

 
 
Theodor Fischer und Adolf Hölzel in Pfullingen
 
Der Geschichtsverein Pfullingen lädt am 22. November 2019 um 19:00 Uhr in den Treffpunkt Kutscherhaus (Hohmorgenstraße 15) nach Pfullingen zu einem Vortrag mit dem Publizisten Dietrich Heißenbüttel und der Fotografin Rose Hajdu zur Zusammenarbeit des Architekten Theodor Fischer und des Malers Adolf Hölzel ein.
 
Im Vorjahr haben die Referenten einen beeindruckenden Bildband beim Tübinger Wasmuth-Verlag herausgebracht, der auch von unserem Verein unterstützt wurde. Der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten. Anmeldungen: info-gv@pustal-online.de.
 
 
 
Vorstellung des Reutlinger Urkundenbuchs (Teil 1) und Kolloquium
 
„Neue Forschungen zur regionalen Urkundenüberlieferung“
 
Freitag, 6. Dezember 2019, Rathaus (Großer Sitzungssaal)
14:00 – ca. 18:00 Uhr
 
Nach über zweijähriger Vorbereitung wird der erste Teil des von Dr. Bernhard Kreutz erarbeiteten Reutlinger Urkundenbuchs mit den Urkunden bis zum Jahr 1399 der Öffentlichkeit vorgestellt. Aus diesem Anlass veranstaltet das Stadtarchiv zusammen mit dem Tübinger Institut für Geschichtliche Landeskunde am Freitag, 6. Dezember ein kleines Kolloquium im Großen Sitzungssaal des Rathauses. Neben der Vorstellung des Werks gibt es Vorträge zu neueren Forschungen und Erkenntnissen aus der Beschäftigung mit den mittelalterlichen Urkunden der Region. Die Vereinsmitglieder sind herzlich eingeladen, eine Anmeldung bei der Geschäftsstelle wird erbeten.
 
Programm
 
14:00 Uhr Begrüßung
Bürgermeister Robert Hahn
 
14:15 Uhr Vorstellung und Übergabe des Reutlinger Urkundenbuchs
Teil 1: Die Urkunden bis 1399
Dr. Roland Deigendesch, Reutlingen
 
14:30 Uhr Übergabe neu aufgefundener Urkunden
Dr. Dr. Ulrich Müller, Berlin
 
14:40 Uhr Städtische Urkundenbücher und ihre Werte für die Forschung. Einführung in das Kolloquium
Prof. Dr. Sigrid Hirbodian, Tübingen
 
15:00 Uhr Was wussten die Marchtaler Prämonstratenser um 1300 über die Stadtentwicklung von Reutlingen? Bekannte Quellen in neuem Licht
Prof. Dr. Wilfried Schöntag, Stuttgart
 
15:50 Uhr Stolze Krieger oder gehorsame Diener? Ministerialen im Reutlinger Raum
Uwe Grupp M.A., Tübingen
 
16:15 Uhr Reutlingen und Esslingen. Zwischenstädtische Beziehungen im Spiegel der Urkunden
Dr. Bernhard Kreutz, Reutlingen
 
ca. 17:00 Uhr Stehempfang
 
Die Veranstaltung ist kostenfrei, selbstverständlich kann das Urkundenbuch bei dieser Gelegenheit auch erworben werden.
 
http://save.reutlingen.de/de/Aktuelles-Info/Nachrichten/Nachricht?view=publish&item=article&id=13457.
 
 
Bilder zur Oberamteistraße gesucht                                                                                                                                                                                                      Oberamteistraße
 
Die Planungen zur Sanierung der historischen Häuserzeile werden von umfangreichen hausgeschichtlichen Untersuchungen begleitet. Das Gebäudemanagement der Stadtverwaltung hat eine kleine Postkartenserie aufgelegt, mit der Eindrücke von der Oberamteistraße früher, aber auch von den Planungen gegeben werden. Die Postkarten liegen etwa im Stadtarchiv zur freien Mitnahme auf.
 
Architekten und Planer sind dankbar, wenn aus der Bevölkerung weitere Bildzeugen der Oberamteistraße beigesteuert werden. Das gezeigte Foto wurde von Gerhard Kittelberger im Jahr 1958 aufgenommen und zeigt den Kellerzugang des in den 1970er Jahren abgerissenen sog. Steinhauses Ecke Oberamtei-/Spendhausstraße.
 
Bild: Stadtarchiv Reutlingen, S 105/35 Nr. 97.
www.reutlingen.de/oberamteistraße
 
 
 
Ausschreibung des Nane-Merkh-Preises der Frauengeschichtswerkstatt Reutlingen
 
An die enge Mitarbeiterin von Gustav Werner, Nane Merkh (1829–1896), erinnert der nach ihr benannte Preis, den die Bruderhausdiakonie und die Reutlinger Frauengeschichtswerkstatt gemeinsam ausloben. Nane Merkh war Geschäftsleiterin, Schriftstellerin und Journalistin und übernahm so vielfältige leitende Aufgaben beim Aufbau der späteren Gustav-Werner-Stiftung.
 
Der mit 1000,- Euro dotierte Preis wird seit 2000 verliehen und ist seitdem vier Mal vergeben worden. Erste Preisträgerin war Ursula Göggelmann für ihre Mitarbeit in der Frauengeschichtswerkstatt und die Erforschung der Frauengeschichte in Reutlingen, insbesondere ihre bahnbrechende Arbeit über die Rolle der Nane Merkh beim Aufbau der Bruderhausdiakonie. Der Verein Görls e. V. erhielt den Preis für eine Arbeit zur Frauenbewegung in Reutlingen während und nach der Studentenbewegung. 2020 soll der Nane-Merkh-Preis anlässlich des 30-jährigen Bestehens der Frauengeschichtswerkstatt erneut vergeben werden.
 
Bewerben können sich einzelne Mädchen, Frauen oder Frauengruppen, die sich mit ihrer Arbeit zur Reutlinger Frauengeschichte oder durch ihr soziales Engagement besonders hervorgetan haben. Historische Themen könnten beispielsweise Beiträge zur Biografie bedeutender Reutlinger Frauen oder die Darstellung lokalhistorischer Ereignisse aus frauengeschichtlicher Perspektive sein. Verschiedene Darstellungsformen sind möglich, z. B. schriftliche Arbeiten, Präsentationen, Filme o.ä.
 
Bewerbungsschluss ist der 29. Februar 2020.
 
Kontakt:
Reutlinger Frauengeschichtswerkstatt
Ursula Göggelmann
Charlottenstraße 60
72764 Reutlingen
Tel. 07121/434310
E-Mail: frauen-geschichtswerkstatt@t-online.de
 
 
 

Geschäftsstelle des Reutlinger Geschichtsvereins
Kontakt
Tel.: 07121/303-2386
E-Mail: geschichtsverein@reutlingen.de
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