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Newsletter Dezember 2019



Reutlingen und die württembergische Gestapo

                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                  Hotel Silber
Im Vorjahr eröffnete nach lebhaften Debatten die Stuttgarter Gedenkstätte mit Dauerausstellung „Hotel Silber“ zur Geschichte der württembergischen Gestapo. Über die Bezüge dieser Überwachungs- und Terrorzentrale in die Region berichtet nun der Historiker beim Haus der Geschichte Baden-Württemberg, Friedemann Rincke, am Donnerstag, 12. Dezember 2019 um 20:00 Uhr in der Volkshochschule.

Die Gestapo hinterließ Spuren im Leben vieler Menschen in Europa, im Deutschen Reich – und in Reutlingen. Viele dieser Spuren sind miteinander verbunden und können als Netze aus Biografien und Ereignissen betrachtet werden. Der Vortrag nimmt solche verschiedenartigen Verbindungslinien mit Bezug zu Reutlingen in den Blick: Was hat etwa der Gestapo-Beamte und spätere Kurator in Reutlingen und Albstadt, Alfred Hagenlocher, mit der aus Reutlingen stammenden jüdischen Familie Haarburger zu tun? Und welche Rolle spielte der in Reutlingen geborene Friedrich Schlotterbeck?

Friedemann Rincke war maßgeblich an der Konzeption des „Hotel Silber“ beteiligt.
Foto: Landesarchiv Baden-Württemberg / Staatsarchiv Ludwigsburg



Neues Halbjahresprogramm des Geschichtsvereins
 
Das gedruckte Halbjahresprogramm ist in Vorbereitung und wird zu Jahresende versandt. Schwerpunkte sind der 75. Jahrestag des Kriegsendes 1945 sowie der Todestag des innovativen Frühdruckers Erhard Öglin aus Reutlingen vor 500 Jahren.
 
 
Weitere Veranstaltungshinweise
 
 
Vorstellung des Reutlinger Urkundenbuchs (Teil 1) und Kolloquium
 
„Neue Forschungen zur regionalen Urkundenüberlieferung“
 

Freitag, 6. Dezember 2019, Rathaus (Großer Sitzungssaal)
14:00 – ca. 18:00 Uhr
 
Nach über zweijähriger Vorbereitung wird der erste Teil des von Dr. Bernhard Kreutz erarbeiteten Reutlinger Urkundenbuchs mit den Urkunden bis zum Jahr 1399 der Öffentlichkeit vorgestellt. Aus diesem Anlass veranstaltet das Stadtarchiv zusammen mit dem Tübinger Institut für Geschichtliche Landeskunde am Freitag, 6. Dezember ein kleines Kolloquium im Großen Sitzungssaal des Rathauses. Neben der Vorstellung des Werks gibt es Vorträge zu neueren Forschungen und Erkenntnissen aus der Beschäftigung mit den mittelalterlichen Urkunden der Region. Die Vereinsmitglieder sind herzlich eingeladen, eine Anmeldung bei der Geschäftsstelle wird erbeten.
 
Programm
 
14:00 Uhr Begrüßung
Bürgermeister Robert Hahn
 
14:15 Uhr Vorstellung und Übergabe des Reutlinger Urkundenbuchs
Teil 1: Die Urkunden bis 1399
Dr. Roland Deigendesch, Reutlingen
 
14:30 Uhr Übergabe neu aufgefundener Urkunden
Dr. Dr. Ulrich Müller, Berlin
 
14:40 Uhr Städtische Urkundenbücher und ihre Werte für die Forschung. Einführung in das Kolloquium
Prof. Dr. Sigrid Hirbodian, Tübingen
 
15:00 Uhr Was wussten die Marchtaler Prämonstratenser um 1300 über die Stadtentwicklung von Reutlingen? Bekannte Quellen in neuem Licht
Prof. Dr. Wilfried Schöntag, Stuttgart
 
15:50 Uhr Stolze Krieger oder gehorsame Diener? Ministerialen im Reutlinger Raum
Uwe Grupp M.A., Tübingen
 
16:15 Uhr Reutlingen und Esslingen. Zwischenstädtische Beziehungen im Spiegel der Urkunden
Dr. Bernhard Kreutz, Reutlingen
 
ca. 17:00 Uhr Stehempfang
 
Die Veranstaltung ist kostenfrei, selbstverständlich kann das Urkundenbuch bei dieser Gelegenheit auch erworben werden.
 
http://save.reutlingen.de/de/Aktuelles-Info/Nachrichten/Nachricht?view=publish&item=article&id=13457.
 
 
 
„Ein exemplarischer Fall von NS-Raubkunst“: Die Kunstobjekte aus dem Besitz der Eheleute Saulmann im Erlenhof bei Pfullingen
 
Am 14. Dezember 2019 wird auf 3Sat der Dokumentarfilm von Felix von Boehm ausgestrahlt, der über Recherchen zum kunstaffinen jüdischen Unternehmerehepaar Ernst und Agathe Saulmann in Eningen und Pfullingen und dessen Enteignung berichtet. Die Saulmanns führten in Eningen die „Mechanische Baumwollspinnerei“, bei Pfullingen gehörte ihnen der von Theodor Fischer für Louis Laiblin geplante repräsentative Landsitz „Erlenhof“. Unter anderem zur Bestreitung der „Reichsfluchtsteuer“ wurde der dortige wertvolle Kunstbesitz durch das Finanzamt Reutlingen erfasst und versteigert. Beraubung und Rückerstattung der Kulturgüter sind nun Thema des Films. Ein Vorabbericht findet sich in der Zeitschrift „Weltkunst“ Nr. 164 vom November 2019.
 

 
Soldaten, Bambi, Puppenhaus.
Spielzeug im Spiegel der Gesellschaft         


                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                     Spielzeug
Am Donnerstag, 19. Dezember lädt das Heimatmusem zu einer Abendstunde ein, die im Rahmen der aktuellen Sonderausstellung vorbereitet wurde.                                                                                                                                        
 
Spielzeuge sind Ausdrücke ihrer Zeit. Sie weisen auf bestimmte Realitäten in der „Erwachsenenwelt“ hin: politische Ereignisse, technische Fortschritte, Modeerscheinungen oder Wertewandel innerhalb der Gesellschaft. Kinder sollten und sollen bis heute mit Hilfe des „pädagogisch wertvollen“ Spielzeuges in jener Zeit in
ihre zukünftige Rolle eingeführt werden. Was haben Soldaten, Bambi und Puppenhäuser mit dem Abbild der Gesellschaft – auch der Reutlinger Gesellschaft - zu tun? In welcher Welt müssen sich die Kinder in Zukunft behaupten? Gab es einen Ausweg aus dieser Art der Erziehung? Die wissenschaftliche Volontärin Bianca Martin M.A. stellt eine ausgewählte Sammlung an Spielzeugen der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts aus den Beständen des Heimatmuseums in ihrer Abendstunde vor.
 
Beginn: 18:00 Uhr
Eintritt: 2,50 Euro





Geschäftsstelle des Reutlinger Geschichtsvereins
Kontakt
Tel.: 07121/303-2386
E-Mail: geschichtsverein@reutlingen.de

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