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Neuer Band der Reutlinger Geschichtsblätter:
Gerd Gaiser und Achalm, Reutlinger Pfarrhäuser und Zwiefalter Frauenkloster


Reutlinger Geschichtsblätter 2008 Gerd Gaiser, der seit 1949 bis zu seinem Tod 1976 in Reutlingen gelebt und zunächst als Lehrer am Friedrich-List-Gymnasium, später als Professor an der hiesigen Pädagogischen Hochschule gewirkt hat, zählt zu den profiliertesten deutschen Autoren der frühen Nachkriegszeit, auch wenn sein schriftstellerisches Schaffen heutzutage weitgehend in Vergessenheit geraten ist. Zur Veröffentlichung gelangen die beiden Festvorträge des Kulturwissenschaftlers Hermann Bausinger in Reutlingen und in Gaisers Geburtsort Oberriexingen und der in der Stadtbibliotheks-Reihe „Literarische Profile“ gehaltene, mit Literaturauszügen angereicherte Vortrag von Gaisers PH-Kollegen Theodor Karst. Ein kurzes Essay des Schweizer Germanisten Bernhard Vögtlin rundet das Bild und die unterschiedlichen Annäherungen an Gaisers Biografie und Oeuvre ab.

Eingeleitet wird der Geschichtsblätter-Band indessen mit einem Aufsatz der Reutlinger Kreisarchivarin Irmtraud Betz-Wischnath über „Die Achalm in Kunst und Literatur“. Der Erscheinungstermin dieses Beitrags hätte nicht passender gewählt sein können, ist doch die Stadt Reutlingen seit Juli 2009 erstmals in ihrer über 900-jährigen Geschichte Eigentümerin der Achalm geworden. Das Spektrum der Sujets reicht von der berühmten Schilderung des Tübinger Professors Martin Crusius aus dem Jahr 1587 über Sagen, Geschichten und Chroniken sowie eine große Zahl von Beschreibungen und Ansichten des 19. Jahrhunderts bis hin zu modernen Texten und künstlerischer Beschäftigung mit dem markanten Reutlinger Hausberg.

Eine detaillierte und reich illustrierte bauhistorische Dokumentation der in unmittelbarem Umfeld der Marienkirche gelegenen traditionsreichen Pfarrhäuser Aulberstraße 1 und Metzgerstraße 56 legt Christoph Kleiber vor. Der Bauforscher und Denkmalpfleger ist 2005 im Vorfeld des Verkaufs und Umbaus der beiden Immobilien mit der bauhistorischen Bestandsaufnahme beauftragt worden. Den Themenreigen beschließt eine Abhandlung von Hermann Josef Pretsch über das 1111 gegründete Zwiefalter Frauenkloster, das rund 250 Jahre lang bestand und nicht zuletzt aufgrund seiner engen Kontakte zu Hildegard von Bingen von überregionaler Bedeutung gewesen ist.

Das opulente 304-seitige Buch mit 123 zum Teil farbigen Abbildungen ist ab sofort im Stadtarchiv im Rathaus wie auch im örtlichen Buchhandel zum Preis von 24,00 Euro erhältlich.
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Redakteur / Urheber
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